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Verschwörungstheorien: Ist Greta nur eine Marionette? | BR24

© Picture Alliance

Greta Thunberg beim UN-Gipfel. Der giftige Blick galt Donald Trump. Die Bilder gingen um die Welt.

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    Verschwörungstheorien: Ist Greta nur eine Marionette?

    Die Rothschilds, raffinierte PR-Profis, finanzkräftige Eltern: Sie alle sollen ihre Finger im Spiel gehabt haben beim medialen Aufstieg der Klimaaktivistin Greta Thunberg. Wir erklären die gängigsten Greta-Mythen – und was wirklich dahintersteckt.

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    Mythos 1: Greta ist ein PR-Produkt

    Immer wieder taucht im Zusammenhang mit Greta Thunberg der Name Ingmar Rentzhog auf, der als ihr "Entdecker" gilt. Rentzhog ist ein schwedischer PR-Berater und Gründer von "We don't have time", einem sozialen Netzwerk für Klima- und Umweltprojekte, das eine Art "Facebook für den Klimawandel" werden soll.

    Rentzhog berichtete als einer der ersten über Thunbergs Schulstreik, die Klimaaktivistin war sogar für einige Monate "Youth Advisor" in der Stiftung seines börsennotierten Unternehmens. Auch in einem Unternehmensprospekt von "We don't have time" taucht der Name Greta Thunberg auf.

    Die Eltern von Greta Thunberg betonen, davon nichts gewusst zu haben. Das Unternehmen hat sich mittlerweile dafür entschuldigt, Gretas Namen verwendet zu haben. Greta selbst hat unterdessen alle Verbindungen zu "We don’t have time" gekappt. Insgesamt kann man sagen, dass die Verbindung zu Ingmar Rentzog in der Rückschau etwas unglücklich wirkt. Es ist auch durchaus möglich, dass der schwedische Unternehmer vom Greta-Hype profitiert hat und weiterhin profitiert. Für eine orchestrierte PR-Kampagne spricht dennoch nichts.

    Mythos 2: Greta ist der Goldesel ihrer Eltern

    Die Eltern von Greta Thunberg sind keine Unbekannten. Die Mutter, Malena Ernmann, ist eine prominente Opernsängerin und vertrat Schweden 2009 beim Eurovision Song Contest. Der Vater, Svante Thunberg, arbeitet als Schauspieler, Produzent und Autor, außerdem gehören ihm zwei Firmen. Immer wieder tauchen im Netz Gerüchte auf, die Firmen hätten von der zunehmenden Bekanntheit seiner Tochter profitiert, doch das trifft nicht zu.

    Immer wieder steht auch das Buch in der Kritik, das die Thunbergs zusammengeschrieben haben und das aus dem Innenleben der Familie erzählt. Allerdings war das Buch schon vor dem Aufstieg Greta Thunbergs zur Klima-Ikone geplant. Die Familie erzielt zudem keinen Profit, die Gewinne gehen an Wohltätigkeitsorganisationen.

    Mythos 3: Die Rothschild-Verschwörung

    Vor Kurzem segelte die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg von Europa in die USA, um in New York an der Generalversammlung der Vereinten Nationen teilzunehmen. Schnell tauchten Bilder des Schiffs auf, die den Schriftzug "Edmond de Rothschild" auf dem Segel zeigten. Die Rothschilds sind eine jüdische Bankiersfamilie, die seit Jahrhunderten das Ziel von antisemitischen Verschwörungstheorien ist.

    Tatsächlich gehörte das Boot einmal dem Franzosen Benjamin de Rothschild, 2019 wurde es allerdings an den Stuttgarter Immobilienunternehmer Gerhard Senft verkauft. Das Boot wurde anschließen auf den Namen Malizia II umgetauft.

    Warum gibt es so viele Greta-Mythen?

    Greta Thunberg ist vermutlich die meistgehasste 16-Jährige der Welt. Dass die Klima-Aktivistin eine Wolke Verschwörungstheorien umgibt, ist dabei wenig überraschend. Der rasante Aufstieg des Mädchens zum internationalen Superstar, ist in der Tat so außergewöhnlich und unwahrscheinlich, dass Menschen dazu neigen, sich das Phänomen irgendwie erklären zu wollen – und das trägt zu Mythenbildung bei. Dabei gibt es nachvollziehbare Gründe, die den Greta-Hype erklären. Die Schwedin polarisiert, gibt sich kompromisslos, steht als junges Gesicht für die Angst vor dem Klimawandel. Manche dieser Ursachen provozieren Skepsis und Kritik, möglicherweise auch nicht zu unrecht. Eine Marionette ist Greta Thunberg aber nicht.