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US-Wahlkampf: Bloombergs bezahlte Meme-Kampagne | BR24

© Picture Alliance

Michael Bloomberg

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    US-Wahlkampf: Bloombergs bezahlte Meme-Kampagne

    Memes sollen 2016 mit zum Wahlsieg von Donald Trump beigetragen haben. Jetzt bezahlt sein demokratischer Rivale professionelle Meme-Macher. Kann das klappen?

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    "Wenn man eine Wahl gewinnen will und entweder eine Million Dollar für Werbung oder 100.000 für Trolle ausgeben kann, dann würde ich dazu raten, 100.000 für den Troll zu bezahlen.“ Charles C. Johnson

    Das sagte im Jahr 2017 Charles C. Johnson der US-amerikanischen Zeitung "Politico". Johnson sah sich selbst als eine Art General im Meme-Krieg um das Weiße Haus. Zahlreiche Anhänger Donald Trumps hatten vorher im US-Wahlkampf das Internet mit Memes geflutet, mit lustigen und polemischen Internet-Bildern. Dieses Engagement gilt heute als eine der Ursachen, die letztlich zur Wahl von Donald Trump beigetragen haben. Das Meme "Pepe the Frog“ mutierte beispielsweise zu einem Symbol der der Alt Right.

    💡 Was ist ein Meme?

    Als Meme wird im Netzjargon ein Internet-Phänomen bezeichnet. Oft handelt es sich dabei um Bilder mit prägnanten Texten. Bekannte Meme sind beispielsweise "Distracted Boyfriend" oder "Hide your Pain Harold".

    Bloombergs Meme2020-Projekt

    Offenbar möchte Michael Bloomberg diesen Erfolg kopieren. Allerdings setzt der potenzielle Kandidat der Demokratischen Partei für die US-Präsidentschaft hierbei offensichtlich weniger auf freiwilliges Engagement, sondern vertraut auf seine finanziellen Ressourcen. Das Projekt läuft unter dem Label "Meme 2020“. Dazu gehören auch irritierende oder witzig gemeinte Posts, wie etwa ein Fleischball, der aussieht wie Michael Bloomberg und von seinem Twitter-Account verbreitet wurde.

    Oder auch ein Video, in dem Hunde Michael Bloomberg ihre Unterstützung versichern.

    Diese Woche begannen dann zwei Dutzend populäre Instagram-Accounts Bloomberg-Memes zu verbreiten, etwa eine selbstironische Chat-Konversation zwischen Bloomberg und einem Influencer. “Eine Meme-Strategie mag etwas Neues sein, aber wir sind uns sicher, dass wir damit Leute dort erreichen, wo sie sind und es mit der mächtigen Digital-Maschinerie von Präsident Trump aufnehmen können“, meinte dazu eine Sprecherin von Bloomberg.

    Auch Firmen entdecken die Kraft der Memes

    Dass die Kraft der Memes für politische oder kommerzielle Anliegen eingesetzt wird, ist an sich nichts Neues. Kürzlich erst wurde bekannt, dass Aldi sich die Dienste der Macher hinter der Instagram-Seite "Alman-Memes 2.0“ gesichert hat.

    Ob Bloomberg aber Erfolg haben wird mit seiner Meme-Kampagne, darf bezweifelt werden. Der kreative Wildwuchs der Internet-Kultur passt nicht zu einer straff geführten Wahlkampagne. Memes lassen sich am Ende nur schwer am Reißbrett entwerfen.