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Das Portal Jameda.de verschaffe Medizinern mit kostenpflichtigen Premium-Profilen keinen Vorteil gegenüber zwangsgelisteten Ärzten, urteilten die Richter.

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Urteil: Ärzteportal Jameda nicht wettbewerbsverzerrend

Das Oberlandesgericht (OLG) München hat die Klage einer Regensburger Medizinerin abgewiesen, die dem Ärzteportal Jameda.de vorgeworfen hatte, wettbewerbsverzerrend zu sein. Sie forderte die Löschung ihres Profils.

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Von
  • Meike Föckersperger

Das Oberlandesgericht München hat die Klage einer Regensburger Ärztin gegen das Bewertungsportal Jameda.de abgewiesen. Das Portal verschaffe Medizinern mit kostenpflichtigen Premium-Profilen keinen Vorteil gegenüber zwangsgelisteten Ärzten, urteilten die Richter. Die Ärztin hatte den Betreibern vorgeworfen, ihre Geschäftsmodell sei wettbewerbsverzerrend.

Jameda.de muss Daten der Ärztin nicht löschen

Das Ärzteportal muss die Daten der Medizinerin auch nicht, wie von ihr gefordert, löschen. Im Urteil heißt es, dass Jameda.de den zahlenden Premium-Kunden durchaus ein erweitertes Leistungsspektrum anbieten darf. Diese Möglichkeiten stellten keinen verdeckten Vorteil der zahlenden gegenüber den nicht zahlenden Ärzten dar, insbesondere da auf der Profilseite der klagenden Ärztin keine Werbung für zahlende Kollegen gemacht werde.

Bezahlte Premium-Funktion weiter erlaubt

Auch in der Gesamtschau handele es sich nicht um unzulässige "verdeckte Vorteile". Ein nahezu vollständiges Verbot der bezahlten Leistungen würde die "gesellschaftlich erwünschte Funktion" des Portals gefährden. Immer wieder forderten Ärzte in der Vergangenheit eine Löschung ihrer Profile auf dem Portal. Auf diesem können Nutzer Noten vergeben und Termine vereinbaren.

Listung von Ärzten grundsätzlich gestattet

Der Bundesgerichtshof hatte dazu 2018 bereits eine Grundsatzentscheidung gefällt. Demnach ist eine Listung generell zulässig. Dies gelte allerdings nur für Bewertungsportale, die die Rolle eines "neutralen Informationsmittlers" einnehmen.

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