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Was soll eine gute Corona-App leisten? | BR24

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Im B5 Tech-Podcast Umbruch geht es diesmal um die neue Corona-Warnapp und darum, wie genau sie funktionieren soll. Offenbar ist das Vielen nämlich noch überhaupt nicht klar.

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Was soll eine gute Corona-App leisten?

Seit vielen Wochen wartet Deutschland auf eine Corona-Warn-App, um die Infektionsketten schneller unterbrechen zu können. Die jetzt gefundene Lösung scheint dabei gar nicht so schlecht zu sein. Das gilt auch und vor allem für die Privatsphäre.

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Es herrscht noch immer wie viel Verwirrung in Punkto Corona-Warn-App. Ein paar der häufigsten Irrtümer: man glaubt, dass die App genau weiß, wo man unterwegs ist und wer man ist. Man befürchtet, dass die App den anderen Menschen um einen herum anzeigt, dass man möglicherweise infiziert ist. Oder aber: man meint, dass der Staat einen überwacht, um zu kontrollieren ob man sich an Beschränkungen hält.

All das soll aber mit der deutschen Corona-Warn-App eben genau nicht geschehen, denn es gilt die Bevölkerung nicht zusätzlich zu beruhigen.

Privatsphäre soll gewahrt werden

Um maximalen Datenschutz zu gewährleisten wird nun ein anonymer Kontakt zwischen Smartphones von Personen hergestellt, die einander zwei Meter oder näher kommen.

„Die Geräte tauschen dann verschlüsselte Daten über die Dauer und über die physische Distanz aus. Und ganz wichtig ist der Ort, wo das stattgefunden hat wird nicht übertragen. Das machen wir überhaupt nicht." Hilmar Schepp, SAP.

Das Smartphone als Wachhund

SAP arbeitet momentan gemeinsam mit der Deutschen Telekom unter Hochdruck an der Corna-Warn-App für Deutschland. Zentraler Punkt: Smartphones nehmen über den Bluetooth-Funkstandard BLE Kontakt zueinander auf. Alle kritischen Kontakte (näher als zwei Meter und das über eine bestimmte Dauer von zum Beispiel 10 Minuten) werden auf den Smartphones verschlüsselt abgespeichert. Und falls eine dieser Kontakt-Personen infiziert war, werden alle Anderen benachrichtigt.

„Mein Handy ist in diesem Fall ein Wachhund und dieser Wachhund schlägt erst verspätet an und sagt mir du bist heute im Laufe des Tages in der Nähe von jemandem gewesen, der in seiner Applikation den Status Corona-Positiv infiziert aktiviert hat.“ Rainer Knirsch, Deutsche Telekom

Auch das ist wichtig: die Benachrichtigung erfolgt zeitversetzt, also nicht während die Leuten gerade zusammenstehen. Dadurch soll verhindert werden, dass Menschen womöglich aufeinander losgehen, weil sie sehen, dass da gerade jemand Infiziertes neben ihnen steht.

Spannend wird nun, ob die getroffenen Maßnahmen zur Wahrung der Privatsphäre ausreichen, um Vertrauen zu schaffen und genug Menschen dazu zu bewegen, sich auf das technische Experiment einzulassen. Mitte Juni soll die Corona-Warn-App in Deutschland startklar sein.

Die Corona-Warn-App, wie sie genau funktionieren soll, wenn sie einmal da ist, darüber reden Christian Sachsinger und Christian Schiffer ausführlich hier im B5 Techpodcast "Umbruch".