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Twitter wirft Anhänger der Verschwörungsbewegung QAnon raus | BR24

© picture alliance/ZUMA Press

Auf dem Alu-Hut dieses Mannes prangt der Buchstabe Q - ein Zeichen dafür, dass er Sympathien für die Verschwörungsbewegung QAnon hegt

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    Twitter wirft Anhänger der Verschwörungsbewegung QAnon raus

    Schon länger hat Twitter der Desinformation den Kampf angesagt. Nun geht die Plattform rigoros gegen die amerikanische Verschwörungsbewegung QAnon vor. Tausende Accounts von QAnon-Sympathisanten sind gesperrt worden - nicht die einzige Maßnahme.

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    Twitter geht als erste Online-Plattform in großem Stil gegen die amerikanische Verschwörungstheorien-Bewegung QAnon vor. Mehr als 7000 Accounts, die QAnon-Unterstützern zugerechnet würden, seien in den vergangenen Wochen dauerhaft gesperrt worden, sagten Twitter-Sprecher der "New York Times". Die Verbreitung der Inhalte von rund 150.000 weiteren Profilen werde eingeschränkt.

    Darüber hinaus sollen mit QAnon verbundene Inhalte nicht mehr in Trends und Empfehlungen sowie in der Suche auftauchen. Weblinks, die auf QAnon-Inhalte im Web verweisen, sollen blockiert werden.

    Als Begründung für diese Maßnahmen gab Twitter an, dass das Verhalten von QAnon Schaden im realen Leben anrichten könne.

    Twitter hatte zuletzt seine Maßnahmen gegen die Verbreitung von Falschnachrichten ausgeweitet. Tweets, die nach Einschätzung von Twitter geeignet sind, im realen Leben Schaden anzurichten, können gelöscht werden. Das trifft zurzeit besonders auf Falschnachrichten zum Coronavirus zu.

    QAnon-Anhänger sympathisieren mit Donald Trump

    Im Kern verbreitet die QAnon-Ideologie den Glauben daran, dass fast sämtliche Medien und politische Institutionen der Welt von einer globalen Elite aus pädophilen Satanisten kontrolliert werden, und lediglich US-Präsident Donald Trump sich gegen diese Elite stellt.

    Anhänger der Verschwörungstheorie sind in der Regel Anhänger von Trump und haben häufig rechtsextreme Gesinnungen. Bei vielen von ihnen handelt es sich um fundamentale Christen, welche in ländlichen Gebieten der Vereinigten Staaten oft politisch den Ton angeben.

    Einige offizielle Kandidatinnen und Kandidaten der Republikaner für die Kongresswahlen im November haben bereits öffentlich ihre Sympathie für QAnon bekundet.

    QAnon-Symbole wurden in den vergangenen Jahren von Anhängern immer wieder in die Kamera bei Auftritten von Trump gehalten. Unterstützer der Theorien sind inzwischen auch verstärkt in der Republikanischen Partei aktiv. In Deutschland waren QAnon-Sympathisanten bei Demonstrationen gegen die Corona-Regelungen zu sehen.

    Facebook sperrte einzelne QAnon-Accounts

    Im Mai hatte Facebook 20 Accounts und fünf Seiten entfernt, die QAnon zugerechnet werden. Zur Begründung hieß es, sie hätten gegen das Verbot "nicht-authentischen Verhaltens" bei dem Online-Netzwerk verstoßen. Einem Bericht der New York Times zufolge plant Facebook ebenfalls, stärker gegen QAnon-Inhalte vorzugehen.

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