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Twitter unterzieht US-Präsident Trump erstmals Faktencheck | BR24

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Offizielle Neuigkeiten verkündet Donald Trump am liebsten über Twitter. Jetzt haben die Tweets des US-Präsidenten zum erstenmal einen Twitter-Faktencheck durchlaufen - mit einem niederschmetternden Ergebnis.

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Twitter unterzieht US-Präsident Trump erstmals Faktencheck

Twitter hat zum ersten Mal einen Tweet von US-Präsident Donald Trump einem Faktencheck unterworfen - und den Inhalt als irreführend gekennzeichnet. Trump wirft dem Kurznachrichtendienst nun Einmischung in den Wahlkampf vor.

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Wenn Donald Trump etwas zu sagen hat, dann tut er das inzwischen sehr häufig zuerst über Twitter. Die Plattform ist für den US-Präsidenten ein immens wichtiges Sprachrohr und bislang ließ Twitter seine Äußerungen auch so stehen - und wurden sie noch so heftig kritisiert.

Trump-Tweet mit Warnhinweis versehen

Jetzt allerdings hat das Unternehmen einen Tweet von Trump zum ersten Mal einem Faktencheck unterzogen und ihn darauf mit einer Art Warnhinweis versehen. Trump hatte vor einer vermeintlichen Betrugsgefahr bei Briefwahlen gewarnt und ohne Belege behauptet, dass die in Kalifornien geplanten erweiterten Optionen der Stimmabgabe per Brief eine "manipulierte Wahl" zur Folge haben würden. Stimmzettel würden gestohlen, gefälscht, "illegal ausgedruckt" und "betrügerisch ausgefüllt" werden, twitterte Trump.

Unter dem Tweet von Trump ist nun zu lesen: "Erfahren Sie die Fakten über Briefwahl". Folgt man diesem Link, gelangt man auf eine Seite von Twitter, auf der Trumps Behauptung als "unbegründet" zurückgewiesen wird. Des weiteren ist dort zu lesen: "Experten sagen, dass die Briefwahl nur sehr selten mit Wahlbetrug in Verbindung steht."

Verlinkt sind Berichte von "CNN", der "Washington Post" und anderen Medien. Twitter teilte mit, Trumps Tweet über die Briefwahlen "enthalte potenziell irreführende Informationen über Wahlprozesse.“

Twitter hat Aussagen von Trump schon mal "markiert"

Es ist nicht das erste Mal, dass Twitter einen Tweet von Trump generell markiert hat - im März hatte der Kurznachrichtendienst ein Video als "manipuliert" gekennzeichnet, das Trump geteilt hatte. Kurz zuvor hatte Twitter angekündigt, dass es stärker gegen Deepfakes und manipulierte Inhalte vorgehen will.

Twitter hatte bereits vergangenes Jahr angekündigt, dass es Tweets von Politikern, die gegen die Plattform-Regeln verstoßen, etwas bremsen will. Entsprechende Tweets sollen nicht mehr retweetet oder geliked werden und auch nicht mehr in der Timeline auftauchen.

Regeln nochmal verändert

Vor zwei Wochen hat Twitter seine Regeln zudem nochmal verschärft - auf Grund der Corona-Krise. "Irreführende" und "umstrittene" Botschaften zu Corona sollten demnach entsprechend gekennzeichnet werden. Da fällt der Tweet von Trump zwar inhaltlich nicht darunter, ein Sprecher von Twitter sagte aber, dass die Markierung den neuen Regeln gegen "irreführende Informationen" entspricht.

Trump droht Twitter mit Konsequenzen

Trump reagierte wütend auf die Maßnahme. Er warf Twitter vor, sich in den Wahlkampf um die Präsidentschaft einzumischen und drohte Konsequenzen, allerdings ohne konkret zu werden.

"Twitter unterdrückt die freie Meinungsäußerung und ich, als Präsident, werde es nicht zulassen, dass das passiert!" Donald Trump auf Twitter

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