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Twit.tv - Net- und Podcasts für Millionen | BR24

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Leo Laporte ist mit Leib und Seele Tech-Journalist. Vor fast 15 Jahren hat er etwas gewagt, wofür er anfangs ausgelacht wurde: einen TV-Sender zu gründen, der sich nur mit Tech und Gadgets beschäftigt.

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Twit.tv - Net- und Podcasts für Millionen

Leo Laporte ist mit Leib und Seele Tech-Journalist. Vor fast 15 Jahren hat er etwas gewagt, wofür er anfangs ausgelacht wurde: einen TV-Sender zu gründen, der sich nur mit Tech und Gadgets beschäftigt.

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Vor knapp 15 Jahren hat der Radiojournalist Leo Laporte die klassischen Medien verlassen. 2005 war das. Seine damaligen Kollegen, die bei Radio und Fernsehen arbeiteten, haben ihn ausgelacht, weil er sich mit Nischen-Podcasts selbständig machen wollte. Die Zeitungskrise bahnte sich damals gerade an. Seiner Idee, hätten sie kaum eine Chance gegeben, erzählt Laporte. "Diese Einstellung hat sich aber längst geändert. Heute schauen sich die Networks unsere Produktionsstudios an." Ehemalige Kollegen holten sich Rat bei ihm und wollten wissen, "wie das mit dem Podcasten genau geht".

Twit.tv in Petaluma

Die TwitTV Studios befinden sich in einem einstöckigen Bürokomplex im Industriegebiet von Petaluma. Die alte Western-Stadt liegt gut 60 Kilometer nördlich von San Francisco und dem Silicon Valley. Heute wisse jeder, dass YouTube-Stars richtige Stars seien und dass man mit Video- und Audio-Streaming, mit dem Podcasten, richtig Geld verdienen könne. La Poprte sagt: "Natürlich gibt es noch ein paar rückständige Rundfunkleute, die uns für Amateure halten, aber die Zahl wird kleiner, sie sterben aus."

© ARD / Marcus Schuler

Leo Laporte ist mit Leib und Seele Tech-Journalist. Vor fast 15 Jahren hat er etwas gewagt, wofür er anfangs ausgelacht wurde: einen TV-Sender zu gründen, der sich nur mit Tech und Gadgets beschäftigt.

Immer online

Bei Twit wird rund um die Uhr gesendet. Im Netz als Dauer-Videostream. Thema: Technologie. 20 Sendungen entstehen pro Woche. Es geht um Sicherheit, die PC-Betriebssysteme von Apple und Microsoft, um neue Gadgets, Fotografie oder Computer-Hardware. Keine leichte Kost. Zielgruppe: Tech-Enthusiasten - oder anders ausgedrückt: Geeks.

"Unser Publikum ist sehr treu, und die Werbeindustrie mag das. Wir betreiben aber keine Marktforschung mit unseren Nutzern. Wir wissen aber, dass sie überdurchschnittlich gebildet sind und über ein hohes Einkommen verfügen", sagt der 62-Jährige.

Audio-Podcasts werden von Millionen gehört

Den Video-Stream schauen im Schnitt um die 1.000 bis 2.000 Zuschauer. Richtig Geld verdienen Laporte und sein gut 20-köpfiges Team aber mit den Audio-Podcasts.

Diese würden um die fünf Millionen Mal im Monat heruntergeladen und von rund fünf Millionen Menschen gehört. "Unsere beste Sendung kommt auf eine Viertel-Million Downloads. Die kleineren Shows schaffen zwischen 30.000 und 50.000 Downloads pro Folge." Für Werbespots verlangt der Sender zwischen 50 und 90 Dollar pro tausend Zuschauer oder Hörer.

© Twit.tv

Twit.tv sendet im Netz als Audio- und Videostream. Die Podcasts werden von rund fünf Millionen Menschen gehört.

Schlanke Produktion…

Der gesamte Produktionsbetrieb von TwitTV ist darauf ausgelegt, alle Sendungen auf so vielen Plattformen wie möglich auszuspielen. Dabei kommt im Video-Bereich semi-professionelles Equipment zum Einsatz. 40 Videokameras stehen in den beiden Studios, Stückpreis um die 600 Dollar. Kamera-Leute gibt es nicht, alles ist automatisiert. Das Ergebnis ist auf YouTube, Spotify, UStream und einigen anderen Plattformen zu finden - zum Hören oder zum Anschauen.

Laporte erzählt: "Wir wollen überall sein. Ich finde es toll, wenn Spotify für mehrere Hundert Millionen Dollar Podcast-Unternehmen aufkauft. Das bedeutet, sie wollen in diesen Markt." Der einzige Nachteil sei: Heute mache jeder einen Podcast, 2.000 neue Podcasts würden jede Woche gestartet. Zum Glück überlebe nur ein Zehntel der Podcasts, sagt Laporte.

Schwarze Zahlen

Neun Millionen Dollar Umsatz macht sein kleines Medien-Imperium im Jahr. Und schon längst schreibt es schwarze Zahlen. Um die zwei Millionen Dollar Gewinn wirft TwitTv ab.

© Leo Laporte

Gründer und Hauptmoderator von twit.tv ist der Radiojournalist Leo Laporte. Er hat bereits in den 80er-Jahren mit "Tech-Journalismus" angefangen.