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Trojaner schalten Fernseh-Sender ab | BR24

© dpa/pa

Die USA, ein großes Land mit verschiedenen Klimazonen. Ganz schlecht, wenn da wegen eines Trojaners die Wettervorhersage ausfallen muss.

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    Trojaner schalten Fernseh-Sender ab

    Gründonnerstag gab's kein Wetter - zumindest im US-Fernsehen. Beim Weather Channel hatten Trojaner das Unternehmensnetz infiziert. Die ansonsten rund um die Uhr gesendeten Live-Berichte fielen aus. Immer häufiger legt Erpresser-Software Firmen lahm.

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    Cybercrime boomt. Das liegt an einer kriminellen Inovation: Ransomware, Erpresser-Software oder Kryptotrojaner. Sie verspricht sofortiges Bargeld für Kleingangster im Cyberspace. Es müssen nicht mehr wie früher erbeutete Daten umständlich auf Schwarzmärkten im Netz verkauft werden. Stattdessen verschlüsselt der Trojaner Dateien auf den Rechnern seiner Opfer. Wenn eines bezahlt, geht das Lösegeld unmittelbar in Form von Bitcoins in das Wallet der Erpresser ein.

    Einfall ins Unternehmensnetz

    Die infizierten Computer sind derweil erst einmal außer Betrieb. Wenn Ransomware in Unternehmensnetze eindringt und Hunderte PCs befällt, kann das denn auch große Unternehmen und Organisationen lahmlegen, wie jetzt The Weather Channel im US-Bundesstaat Georgia. Anderthalb Stunden fielen die Live-Berichte aus. Dann hatten die IT-Verantwortlichen die verschlüsselten Dateien durch unversehrte Sicherungskopien ersetzt.

    Kliniken im Fadenkreuz der Schädlinge

    Nicht immer gehen Trojaner-Attacken so glimpflich aus. Dramatisch war zum Beispiel der berüchtigte Angriff durch Wannacry im Jahr 2017. Das digitale Ungeziefer befiel die Rechnernetze von Renault und Nissan. Besonders betroffen war der britische National Health Service. In Kliniken in Großbritannien fielen Operationen aus, bei der Bahn in Deutschland die Anzeigetafeln an den Bahnsteigen.

    Der Trojaner von Fürstenfeldbruck

    Seit ein paar Monaten kursiert der Trojaner Emotet. Er hat unter anderem letzten November das Klinikum Fürstenfeldbruck lahmgelegt. Emotet verbreitet sich meist in Form eines Makros, eines Programms, das in einem Microsoft-Word-Dokument steckt. Daneben hat sich eine ekelige Artenvielfalt des digitalen Ungeziefers entwickelt: Es gibt spaßige, die statt Lösegeld verlangen, dass man einen bestimmten Youtube-Kanal abonniert. Besonders fiese Trojaner dagegen verleihen ihrer Lösegeldforderung Nachdruck, indem in regelmäßigen Abständen Dateien unwiederbringlich löschen. Wiederum andere sind vom schlechten Gewissen ihrer Programmierer gezeichnet und bringen den Krypto-Key zum Entschlüsseln der in Geiselhaft genommenen Dateien gleich mit.

    Backup!

    IT-Sicherheitsfirmen und –Initiativen haben Entschlüsselungswerkzeuge ins Netz gestellt. Allerdings funktionieren die nur bei schlampig programmierten Trojanern. Die meisten Angreifer jedoch gehen nicht nur bösartig, sondern auch sorgfältig vor. Bei Mails sollte man wegen der grassierenden Krypto-Pest äußerst vorsichtig sein. Eingebettete Links können zu verseuchten Sides führen. Makros in Office-Dateien darf man nur die Ausführung erlauben, wenn man sicher weiß, von wem die betreffende Datei stammt. Und unabdingbar ist es, regelmäßig Sicherungskopien seiner Dateien zu ziehen. Denn Ransomware versagt bei Nutzern, die nicht erpressbar sind.