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Tricks zum Benutzen von Threads in Deutschland

Metas Twitter-Konkurrent ist extrem erfolgreich und kommt nach wenigen Tagen auf über 100 Millionen User. Allerdings kann die App hierzulande wegen ungeklärter Details zum Datenschutz momentan noch nicht genutzt werden. Es gibt aber ein paar Tricks.

Über dieses Thema berichtet: BR24 im Radio am .

Soviel gleich vorweg: Wir haben die Installation von Threads mit einem Android-Smartphone versucht. Bei uns hat alles geklappt. Es kann aber genauso gut auch schiefgehen und deshalb ist dies ausdrücklich keine Empfehlung, es wirklich auszuprobieren. Die Pfade, denen man folgen muss, um an den neuen Dienst des Meta-Konzerns zu kommen, sind etwas verschlungen und vor allem bei Apple sind es nicht die offiziellen Wege. Trotzdem wollen wir über die Möglichkeit berichten, auch um die Risiken aufzuzeigen.

Threads lässt sich nicht auf dem Browser nutzen

Wer versucht, via Desktop-PC und Internet-Browser an Threads zu gelangen, wird enttäuscht. Der Dienst läuft (noch) nicht über einen normalen Internetzugang, wie man das vielleicht bei Twitter gewöhnt war. Auch auf dem Smartphone kann man Threads nicht etwa über Chrome, Firefox oder Edge erreichen. Was allerdings geht: einzelne Threads-Accounts via Browser verfolgen. So kann man zum Beispiel hier die beliebte Seite abrufen, mit der ein User den aktuellen Standort des Privatjets des Milliardärs Elon Musk regelmäßig trackt. Musk hatte diesen Account bei Twitter gesperrt, nun ist er also auf der neuen Plattform wieder online. Generell gilt: Wer den Namen eines Threads-Accounts kennt, muss den nur an "threads.net@" anhängen. Selbst schreiben, geht allerdings über den Browser eben derzeit nicht. Dafür braucht man die Threads-App.

Bei Android kommt man leicht an die App

Handys, die auf dem Google-Betriebssystem Android laufen, können sich die Threads-Software außerhalb der offiziellen Play-Stores herunterladen. Diese sogenannte apk-Datei bekommt man auf verschiedenen Seiten wie Softonic, Mirror oder Uptown. Um das Programm auf das Handy zu bekommen, muss man meist in den Einstellungen des Betriebssystems das Laden von Programmen aus externen Quellen zulassen. Damit geht man allerdings auch ein größeres Risiko ein, Schadsoftware aufs Handy zu laden. Zudem sind solche apk-Seiten oft mit Werbeanzeigen gespickt, die versuchen einen umzuleiten.

Für Threads braucht man Instagram

Wer es schafft, sich nicht im Werbedickicht zu verlieren und die Datei auf das Smartphone installiert hat, muss sich erst einmal anmelden. Das geht nur, wenn man bereits einen Instagram-Account hat. Die Verknüpfung zwischen den beiden Plattformen des Meta-Konzerns ist so gewollt. Die beiden Kanäle lassen sich auch nicht nachträglich entflechten. Und Vorsicht: Wer den Threads-Account wieder löscht, löscht auch den Instagram-Zugang.

Um bei der Themenauswahl nicht der Willkür der Meta-Algorithmen ausgeliefert zu sein, sollte man zudem nach der ersten Anmeldung bei Threads schnell mehreren anderen Accounts folgen, die einen interessieren. So kann man einigermaßen sicherstellen, dass möglichst solche Inhalte zu bekommen, die man auch wirklich sehen möchte.

Keine einfache Lösung für Apple-User

iOS-Nutzerinnen und -Nutzer haben es deutlich schwerer. Apple erlaubt es nicht, Software auf den Geräten zu installieren, die nicht vom hauseigenen App-Store kommt. Trotzdem gibt es eine Möglichkeit, die Threads-App zu installieren. Man muss dafür im App-Store das Land wechseln. In den USA oder Großbritannien etwa ist Threads ja bereits offiziell verfügbar. Dort braucht man auch eine reale Adresse, die man eingeben muss. Nachdem die App über den amerikanischen oder britischen App-Store heruntergeladen und installiert wurde, muss man sich einmalig über einen VPN-Dienst bei Threads anmelden.

Es ist ein umständlicher Weg, den wir nicht empfehlen können, da Apple dieses Umschalten in ein anderes Land nicht erlaubt. Man riskiert eine Sperrung des Apple-Accounts.

Threads versus Twitter

Die ersten Erfahrungen zeigen, dass Threads wirklich sehr ähnlich funktioniert wie Twitter. Man findet sich also leicht zurecht. Nachdem Elon Musk den Dienst übernommen hatte, änderte sich dort vieles. Zum Beispiel, dass es den blauen Haken für verifizierte Accounts nicht mehr für gute Inhalte gab, sondern gegen eine Monatsgebühr. Oder dass User, die bekannt für Hassbotschaften sind, plötzlich wieder bei Twitter zugelassen wurden. Von Threads erhoffen sich die vielen neuen User wohl einen gut moderierten und technisch stabil laufenden Dienst. Da der neue Twitter-Rivale in Mark Zuckerbergs Konzern fest eingebunden ist, muss man bei Threads allerdings Metas zweifelhaften Umgang mit dem Datenschutz schlucken.

Update: Seit Freitagmorgen (14.7.) berichten deutsche Nutzer, dass sie auf Threads zwar noch Posts lesen, aber keine Profile mehr aufrufen können. Auch auf Threads zu antworten oder selbst etwas posten, sei nicht mehr möglich. Gegenüber "Die Zeit" hat Meta die Blockade mittlerweile bestätigt.

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