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Telekom, Vodafone, O2 teilen Antennen: Nie wieder Funklöcher? | BR24

© dpa-Bildfunk/Soeren Stache

Die Netzbetreiber wollen jetzt kooperieren, zumindest an manchen Orten.

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    Telekom, Vodafone, O2 teilen Antennen: Nie wieder Funklöcher?

    Verschwinden endlich die Funklöcher im Handynetz? Telekom, Vodafone und O2 wollen das Netz mit mehr Zusammenarbeit verbessern. Zu viel sollte Otto-Normal-Verbraucher sich aber für den Alltag nicht erhoffen.

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    Von
    • Thomas Moßburger

    Während Geschäfte, Theater, Kinos und Restaurants geschlossen sind, feiert der gute, alte Spaziergang als Freitzeitbeschäftigung ein unverhofftes Comeback.

    Wer bei diesen Streifzügen zwischen Äckern und Wiesen oder im Wald bisher mit einer fehlender LTE-Verbindung zu kämofen hatte, der könnte bald Besserung am Besserung hoffen. Telekom, Vodafone und O2/Telefonica, also die drei LTE-Netzbetreiber in Deutschland, kooperieren nämlich nun, um so genannte "Graue Flecken" von den Netzversorgungskarten zu tilgen.

    Kooperation in wenig guten Lagen

    Graue Flecken sind Orte, wo ein oder zwei Netzbetreiber vertreten ist, andere nicht. Künftig dürfen die jeweils anderen, die nicht vertreten sind, die vorhandene Funkantenne mitnutzen. Dabei soll es sich laut Pressemitteilungen der Unternehmen wohl meist um Orte handeln, wo kaum jemand wohnt und fast nie jemand mit Auto oder Zug vorbeifährt. "Außerhalb von Wohngebieten und abseits größerer Verkehrswege" gebe es solche Grauen Flecken, an Orten, wo ein Ausbau "wirtschaftlich herausfordernd" ist, wie Telekom und Telefonica es formulieren. Das heißt: Bisher hatten nur Telekom-Kunden auf dem Waldweg im Spessart LTE-Netz, künftig etwa auch O2-Kunden, die bisher nicht surfen konnten.

    Neben Wanderern und Spaziergängern könnte das unter Umständen auch Landwirten, Bau- oder Waldarbeitern die Arbeit erleichtern, deren Arbeitsplätze wohl teils in solchen Grauen Flecken liegen. Wer sich bisher in der eigenen Wohnung, bei Freunden, im Landgasthof, im Zug oder auf der Autobahn über fehlendes Netz ärgerte, wird durch die Initiative jedoch wenig bis gar nicht gewinnen. Für den Ausbau an wichtigen Stellen ist weiterhin jeder Betreiber selbst verantwortlich.

    Netz hat durchaus noch Lücken

    Hierzu sei erwähnt, dass das deutsche LTE-Netz zwar durchaus noch Lücken hat, unabhängige Tests von Fachzeitschriften wie "Connect" und "Chip" jedoch diesbezüglich Verbesserung zeigen. Gerade O2 hat sein LTE-Netz zuletzt stark erweitert, das von Telekom und Vodafone schneidet ohnehin in solchen Tests seit Jahren recht gut ab.

    Das sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass viele Orte in Deutschland nicht mit schnellem mobilem Netz versorgt sind. So sind weiterhin fünf Prozent der Bahnstecken nicht mit LTE versorgt. Je nach Netzbetreiber ist auch auf zwischen drei bis knapp zehn Prozent der bayerischen Autobahn keine LTE-Verbindung verfügbar.

    Auch die Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz kritisierte erst im November 2020, dass die LTE-Verfügbarkeit in Ostbayern laut ihren Erkenntnissen weiter zu löchrig sei. Demnach arbeiten viele Handwerker auf Baustellen oder beim Kunden und müssen dort mobil größere Datenmengen austauschen können, auch abseits der Ballungszentren.

    Kooperation light bei Weißen Flecken

    Neben der Kooperation bei Grauen Flecken, gibt es zwischen Telekom, Vodafone und O2 bereits seit 2019 eine Zusammenarbeit zum Tilgen Weißer Flecken. Das sind Orte, die noch ganz ohne Netz sind, wo nicht einmal ein Anbieter vorhanden ist. Dort teilt man sich jedoch nur Infrastrukturen wie die Masten, eine Antenne muss jeder Betreiber selbst installieren.

    Auch bei Grauen Flecken gibt es bereits seit Längerem Kooperationspläne: Telekom und Vodafone schlossen, wie etwa der "Spiegel" schreibt, schon 2020 eine Vereinbarung, wie die jetzige. Doch damals schalteten sich Bundeskartellamt und Bundesnetzagentur ein, weil sie große Nachteilen für O2, aber auch für den Verbraucher befürchtete. Nun ist auch der dritte Netzbetreiber in Deutschland Teil der Kooperation.

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