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Technik-Vorhersage: Wenn der MWC 2020 stattgefunden hätte ... | BR24

© dpa/Emilio Morenatti

Arbeiter vor den Gebäuden, in denen auch 2020, der MWC stattfinden sollte, es aber wegen des Coronavirus nicht tat.

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    Technik-Vorhersage: Wenn der MWC 2020 stattgefunden hätte ...

    Letzte Woche hätte in Barcelona eigentlich die wichtigste Messe in der Mobilfunkbranche stattfinden sollen, der "Mobile World Congress" (MWC). Wegen des Coronavirus wurde die Veranstaltung abgesagt. Wir ergründen, was die Technik-Welt verpasst hat.

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    Der Streit rund um Huawei und die Frage, ob der chinesische Netzwerkausrüster in Europa beim Aufbau von 5G mitmachen soll oder nicht, verstellen etwas den Blick auf die wirklich interessanten Dinge in der Mobilfunkbranche.

    Mehr Zuverlässigkeit bei den Zügen mit 5G

    Zum Beispiel, was mit dem neuen superschnellen und superzuverlässigen Netz eigentlich alle möglich wird. Der finnische Huawei-Konkurrent Nokia etwa arbeitet derzeit an einem Projekt mit der Bahn, wie Unternehmenssprecher Bernhard Fuggert erklärt:

    "Ein Projekt mit der Deutschen Bahn und S-Bahn Hamburg. Momentan fahren Züge bei der Signalisierung noch mit 2G. Mit 5G bekommen wir eine höhere Zuverlässigkeit. Ein Teil der Demonstration wird auch sein, dass man einen Teil von Rangieroperationen führerlos durchführt." Bernhard Fuggert, Sprecher Deutsche Bahn

    5G also ein erster Schritt zu autonomen Zügen. Hätte der Mobile World Congress in Barcelona stattgefunden, wäre dort auch über solche und andere Zukunftsideen diskutiert worden.

    Wieder da, nur besser: Das Klapphandy

    Daneben geht es auf der weltgrößten Mobilfunkmesse traditionell immer auch um neue Endgeräte. Im Trend sind dieses Jahr Foldables, also klappbare Smartphones, wie sie die chinesische Firma Lenovo entwickelt hat. Georg Albrecht von Lenovo führt das Razr vor, ein Smartphone, das an den Erfolg des gleichnamigen Kultgerätes der Tochter Motorola vor 17 Jahren anknüpfen soll.

    "Das Razr war damals ein Handy, das man zusammengeklappt hat und viele Kunden haben das geschätzt, diesen Formfaktor. Jetzt haben wir hier ein Smartphone, das ich zusammenklappen kann. Der Bildschirm ist aus einer Folie gemacht. Jeder, der es schon mal in der Hand gehabt hat, ist begeistert." Georg Albrecht, Lenovo

    … ob diese Begeisterung ausreicht, um dafür knapp 1.500 Euro auszugeben, bleibt abzuwarten.

    Huawei baut eigenen App-Store auf

    Nicht Hosentaschen-klein, sondern im Gegenteil so groß wie ein Tablet wird das Gerät von Huawei beim Klappen. Das Mate XS soll 2.500 Euro kosten, wenn es demnächst in Deutschland auf den Markt kommt. Das erscheint viel, angesichts dessen, dass Huawei – wegen einer Anordnung der US-Regierung – keine Android-Apps von Google mehr bekommt und man also viele gewohnte Funktionen erst einmal, wenn überhaupt, dann nur auf Umwegen aufs Smartphone laden kann. Frank Bauderer, PR-Manager bei Huawei, erklärt, dass sein Unternehmen deshalb nun viel Geld in einen eigenen App-Store investieren will.

    "Wir haben ein Invest von 3 Milliarden Dollar für Entwickler, die wir damit unterstützen, ihre Apps bei uns zu integrieren. Die Entwickler müssen von ihren Einnahmen im ersten Jahr auch nichts abgeben. Wir bekommen nichts. Umfragen zeigen, dass die Verbraucher offen sind für ein neues System. Und dementsprechend versuchen wir da eine Alternative zu bieten." Frank Bauderer, PR-Manager von Huawei

    Huawei verhandelt mit TomTom

    Um zudem eine Alternative zum Karten- und Navigationsdienst Google-Maps bieten zu können, verhandelt Huawei derzeit mit dem niederländischen Anbieter TomTom, damit der seine App ebenfalls im chinesischen Appstore bereit stellt. Gut möglich also, dass die USA mit dem Huawei-Verbot den heimischen Unternehmen einen Bärendienst erwiesen haben.

    Der chinesische Erzrivale wird nun nämlich nichts unversucht lassen, eine echte Alternative zu Googles Android und Apples iOS mit den dazugehörigen App-Stores zu etablieren. Auch diese Entwicklung wäre wahrscheinlich eines der zentralen Themen auf dem MWC gewesen, wenn er stattgefunden hätte.

    Noch mehr über den Mobile World Congress, der niemals stattgefunden hat, und die neusten Trends im Bereich der Mobilfunktechnik erfahren Sie hier im Umbruch-Podcast. Oder Sie suchen in der Podcast-App Ihrer Wahl nach "Umbruch".

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