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Stromfresser Internet: Ein Engel für mehr Klimaschutz? | BR24

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Julian Wenzel vom 36. Chaos Communication Congress

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Stromfresser Internet: Ein Engel für mehr Klimaschutz?

Je mehr digitale Infrastruktur es gibt, desto mehr belastet der Stromverbrauch das Klima. Wie kann das Internet also klimafreundlicher werden? Ein neues Umweltzeichen soll helfen - und das ist nicht die einzige Idee.

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Computersysteme verbrauchen immer mehr Strom - und tragen deshalb zum Klimawandel bei. Zwar verursachen digitale Dienste heute noch einen sehr kleinen Teil der Treibhausgase, aber das könnte sich schon sehr bald ändern. Wie kann man also dafür sorgen, dass der CO2-Ausstoß durch das Internet nicht außer Kontrolle gerät?

Ein Blauer Engel für Software

Auf dem Chaos Communication Congress in Leipzig wurde vor einigen Tagen ein Konzept vorgestellt, das für umweltfreundliche Software-Standards sorgen soll: Ab diesem Jahr wird ein Blaue Engel für Computer-Programme eingeführt. Das Zeichen wird jetzt schon für verschiedene umweltfreundliche Produkte verwendet – jetzt soll es auch für Software gelten.

Den Blauen Engel soll nur Software bekommen, die besonders effizient arbeitet und durch Updates nicht unnötig überladen wird. Denn Computer, auf denen effiziente Software arbeitet, brauchen weniger Strom und haben außerdem eine längere Lebensdauer.

Allerdings soll das Zeichen nur auf PC-Programme anwendbar sein, ausgeschlossen sind allerdings Betriebssysteme. Auch für Smartphone-Apps wird es keinen Blauen Engel geben. Außerdem ist fraglich, inwiefern der Software-Markt sich von einem solchen Zeichen tatsächlich beeindrucken lässt. Die meisten Programme für Alltagsanwender stammen schließlich von einigen wenigen Herstellern wie Adobe und Microsoft, ein Ausweichen ist da oft kaum möglich.

Grüne fordern politische Maßnahmen

Ein weiterer Ansatz wird deshalb in der Politik verfolgt: Ein Antrag der Grünenfraktion im Bundestag möchte den Energieverbrauch durch digitale Technologie eindämmen. Grünen-Politiker Dieter Janecek sagte, man müsse "die Digitalisierung konsequent in den Dienst der Nachhaltigkeit stellen".

So fordern die Grünen etwa, Rechenzentren mit erneuerbaren Energien zu betreiben. Google, Apple und Microsoft tun dies bereits, während Amazon noch hinterherhinkt. Auch sollen überflüssige und ungewollte Datenströme unterbrochen werden – etwa das automatische Laden von Videos auf YouTube (Autoplay).

Welche Websites sind umweltfreundlich?

Im Moment liegt die Frage, ob eine Website oder Plattform umweltfreundlich betrieben wird, noch allein bei deren Betreiber. Viele Seiten laufen heute schon mit effizienter Software und umweltfreundlicher Energieversorgung. Welche hier dazugehören, zeigt der "Website Carbon Calculator". Dieses Tool liest verschiedene Faktoren über eine Seite aus und zeigt anschließend an, wie umweltfreundlich sie ist.