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Start-up-Messe: Von Pinkelstreifen und Schaukel-Matratzen | BR24

© Marcus Schuler

Heute geht in San Francisco die Start-up-Messe "Disrupt" zu Ende. 700 Start-ups haben sich dort präsentiert

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    Start-up-Messe: Von Pinkelstreifen und Schaukel-Matratzen

    Heute geht in San Francisco die Start-up-Messe TechCrunch Disrupt zu Ende. 700 Start-ups aus aller Welt haben sich dort die vergangenen drei Tage mit ihren Geschäftsideen präsentiert. Einzig aus Deutschland war die Beteiligung schwach.

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    Die Geschäftsidee des Start-ups "Avalow" darf man getrost als "Low-Tech" beschreiben. Sprich: Das junge Unternehmen aus dem nord-kalifornischen Santa Rosa kommt ganz ohne den Einsatz von digitaler Technologie aus. Es bietet Blumenbeete an. Fast denkt man, es handle sich um einen Scherz.

    Mit-Gründer Donovan Amato erzählt stolz, dass man Blumenbeet, Erde und Samen nach Hause geliefert bekommt. "Wenn die Pflanzen nicht wachsen, kann man aber via App die Gründer um Rat fragen", erklärt Amato. Dann würde man ein "Coaching" bekommen.

    Schaukel-Matratze für Babys

    Hannah Sissala verschaukelt im wahrsten Sinne des Wortes die Nutzer ihres Produkts. Hannah kommt aus Finnland und sie hat eine Matratze für Neugeborene entwickelt. LullaMe heißt das Start-up der 36-jährigen, zweifachen Mutter: "Jeder weiß, dass ungeborene Babys in der Gebärmutter schlafen, wenn die schwangere Frau zu Fuß unterwegs ist. Die Matratze ahmt diese Bewegung nach", erklärt Sissala die Funktion der Baby-Matratze. Die Neugeborenen würden damit schneller einschlafen und könnten länger schlafen.

    © LullaMe

    LullaMe-Gründerin Hanna Sissala aus Finnland

    Auf die Idee für die Matratze sei sie gekommen, kurz nachdem sie ihr erstes Kind geboren hatte, erzählt die junge Frau. "Ich habe oft stundenlang das Bett meines Kindes geschaukelt. Ich war immer total müde. Und dann hab ich mich nach entsprechenden Produkten umgesehen." Doch fündig sei sie nicht geworden. Deshalb habe sie angefangen, eine eigene Lösung zu entwickeln. Die "Schaukel-Matratze", die per Smartphone App gesteuert wird, hat aber auch ihren Preis: 565 Euro.

    Massage-BH für stillende Mütter

    Auch Imalac, ein Start-up aus Florida, will das Leben vor allem für stillende Mütter leichter machen. Noreen Sablostky und ihre Tochter Rachel haben einen BH für stillende Mütter entwickelt, der die weibliche Brust massiert. Das verbessere die Effizienz für Mütter, die die Milch abpumpen, erklärt Noreen Sablostky ihre Entwicklung. "Vor allem für Frauen, die schon nach kurzer Zeit wieder arbeiten gehen, ist das bislang ein großes Problem". Kommenden Monat kommt der BH auf den Markt. Inklusive App und Steuergerät kostet der High-Tech-BH knapp 300 Euro.

    Pinkel-Test für zu Hause

    Das britische Start-up "Test Card" hat sich nichts anderes vorgenommen, als die Analyse von menschlichem Urin zu revolutionieren. Laut Gründer Luke Heron muss man einfach auf einen Teststreifen urinieren und diesen dann innerhalb einer Smartphone-App abfotografieren. "Die App sagt einem dann, ob man schwanger ist, sich eine Geschlechtskrankheit eingefangen hat oder an einer Blasenentzündung leidet", so Heron.

    Der Stick soll im nächsten Jahr auch in Deutschland auf den Markt kommen und 12 Euro kosten.

    © eyeson

    Die Gründer des österreichischen Start-Ups "eyeson"

    Schwache Beteiligung aus Deutschland

    700 Start-ups aus aller Welt waren nach San Francisco gekommen, aus Deutschland war nur ein einziges Unternehmen dabei. Ganz anders haben sich unser österreichischen Nachbarn engagiert. Sechs Start-ups aus der Alpenrepublik haben in den vergangenen Tagen in San Francisco ihre Ideen vorgestellt. Peter Mayer zum Beispiel von der Video-Kommunikationsplattform Eyesone. Das Unternehmen stellt eine Software her, mit der sich unkompliziert Videokonferenzen führen lassen.

    "Unser Dienst unterscheidet sich von Zoom und anderen Diensten dadurch, dass man unser Angebot ganz einfach im Browser verwenden kann, man muss nichts installieren".

    Mayer und sein Team sind aus 60 Start-ups in Österreich ausgewählt worden. Sechs junge Unternehmen durften dann nach San Francisco reisen. Vor Beginn der Messe haben die Gründer einen Crash-Kurs in Sachen "Präsentation" erhalten, erzählt Mayer.

    Auf die Frage, weshalb die deutsche Beteiligung an dieser diesjährigen Disrupt so schwach war, schüttelt der Österreicher ratlos den Kopf.