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Starcraft, Counter Strike & Co.: Wettkampfmäßige Computerspiele | BR24

© Riot esports

E-Sport ist inzwischen ein Massenphänomen. Bei Live-Wettkämpfen füllen Zuschauer riesige Hallen und zum Teil sogar Fußballstadien.

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Starcraft, Counter Strike & Co.: Wettkampfmäßige Computerspiele

Nicht alle Computerspiele eignen sich für E-Sport. Eine Voraussetzung ist, dass alle mit gleichen Chancen an den Start gehen - also etwa auf gleiche Ausrüstung zugreifen können. Wir stellen die etablierten Spiele vor.

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Es gibt Tausende Computerspiele, aber nur eine Handvoll hat sich international als E-Sport-Spiel etabliert. In erster Linie liegt das am Spielsystem. Klassische Heldengeschichten wie etwa Rollenspiele sind oft nur für Einzelspieler oder als kooperatives Spiel gedacht.

Und selbst wenn ein sogenannter PvP-Modus (Player versus Player, Spieler gegen Spieler) integriert ist, hängt der Ausgang des Wettkampfs häufig davon ab, wie viel Zeit der jeweilige Spieler schon in das Sammeln von Ausrüstung investiert hat.

Voraussetzung: Gleiche Chancen für alle

E-Sport-Spiele setzen hingegen voraus, dass die Gegner stets mit den gleichen Chancen an den Start gehen - also etwa auf gleiche Ausrüstung oder Spielfiguren zugreifen können. Außerdem spielt das sogenannten "Balancing" eine wichtige Rolle, so dass keine Spielfigur oder Fraktion zu stark ist und allen anderen per se überlegen. International etabliert haben sich vor allem diese Spiele:

Starcraft II

"Starcraft II" ist ein Echtzeitstrategie-Spiel ("RTS" für "Real Time Strategy"), in dem meist ein Spieler gegen einen anderen antritt. Die Spieler können dabei aus drei unterschiedlichen Fraktionen wählen: die menschlichen Terraner, die außerirdischen Protoss und die insektenähnlichen Zerg.

Ziel des Spiels ist es, eine eigene Basis aufzubauen, eine Armee auszubilden und damit den Gegner zu vernichten. Um Basisbau und Armee zu finanzieren, müssen auf der ganzen Karte Ressourcen gesammelt werden.

Gesteuert werden die Einheiten dabei aus der Vogelperspektive. "Starcraft II" fordert von den Spielern vor allem gutes Multitasking (Basisbau, Produktion von Kampfeinheiten sowie das Steuern der eigenen Armee passieren gleichzeitig), schnelle Reaktionszeiten und die Fähigkeit, die eigene Strategie innerhalb kürzester Zeit dem Verhalten des Gegners anzupassen. Dem gleichen Spielprinzip folgt das Fantasy-Echtzeitstrategie-Spiel "Warcraft III".

© Blizzard Entertainment

Bei "Starcraft II" schicken die Spieler gewaltige Armeen in die Schlacht.

League of Legends

"League of Legends" ist eine sogenannte Multiplayer Online Battle Arena (MOBA). Dabei treten für gewöhnlich zwei Mannschaften aus je fünf Spielern gegeneinander an. Auch dieses Spiel wird aus der Vogelperspektive gesteuert.

Im Gegensatz zu den Echtzeitstrategie-Spielen steuert jeder Spieler allerdings nur eine einzelne Figur. Aktuell stehen rund 150 sogenannte Champions zur Auswahl, die alle unterschiedliche Fähigkeiten aufweisen.

Erleidet ein Champion zu viel Schaden, stirbt er

Während ein Schwertkämpfer etwa besonders viel Schaden einstecken kann, teilt eine Bogenschützin kräftig aus und eine Magierin heilt die verbündeten Champions. Erleidet ein Champion zu viel Schaden, stirbt er und erscheint erst nach einer Wartezeit wieder in der eigenen Basis (der sogenannte "Respawn"). Dann kann der Spieler wieder in das Geschehen eingreifen.

Ziel: Zerstörung der gegnerischen Basis

Ziel des Spiels ist es, die gegnerische Basis, die von starken Abwehranlagen geschützt wird, zu zerstören. "League of Legends" erfordert von den Spielern schnelle Reaktionszeiten bei der Steuerung des eigenen Champions sowie gutes Teamplay und strategisches Denken, um einzelne Gegner mit einer Überzahl zu überraschen, oder die Eigenheiten der Karte für die eigene Mannschaft auszunutzen.

"DOTA 2" folgt dem gleichen Spielprinzip und ist der Nachfolger der beliebten "Warcraft-III"-Modifikation "Defense of the Ancients"). "Smite" ist ebenfalls ein MOBA, wird allerdings aus der Third-Person-Ansicht gesteuert, dabei schwebt die Kamera quasi immer hinter der Spielfigur. Bis 2018 wurde auch im MOBA "Heroes of the Storm" eine Weltmeisterschaft ausgetragen.

Dann stellte der Entwickler allerdings urplötzlich die Unterstützung für professionelles Spielen ein. Viele "Heroes of the Storm"-Profis und Trainer standen damals plötzlich vor dem Nichts.

© Youtube/LoL Esports VODs and Highlights

Bei Spiel "League of Legends" geht es darum, die Basis des Gegners zu zerstören.

Counter Strike: Global Offensive

"Counter-Strike: Global Offensive" ist ein sogenannter Taktik-Shooter, bei dem die Spielfigur aus der Ich-Perspektive gesteuert wird. Bei Wettkämpfen treten stets zwei Teams aus je fünf Spielern gegeneinander an. Ein Team spielt eine Gruppe von Terroristen, das andere Team übernimmt die Rolle einer Anti-Terror-Einheit.

Zwei Modi: "Bombenentschärfung" und "Geiselbefreiung"

Es existieren zwei Spielmodi: Im Modus "Bombenentschärfung" müssen die Terroristen versuchen, eine Bombe auf dem Spielfeld zu platzieren. Das andere Team muss dies verhindern, beziehungsweise eine bereits aktivierte Bombe entschärfen.

Im Modus "Geiselbefreiung" muss die Anti-Terror-Einheit Geiseln befreien, während die andere Mannschaft versucht, dies zu verhindern. Wird eine Spielfigur vom gegnerischen Team getötet, kann der Spieler erst in der nächsten Runde wieder einsteigen.

Spieler brauchen gute Koordination und strategisches Geschick

Bei offiziellen Wettkämpfen wird stets eine gerade Anzahl an Matches gespielt, wobei nach der Hälfte der Runden die Seiten gewechselt werden. "Counter-Strike: Global Offensive" ist der moderne Nachfolger des ersten "Counter-Strike" (ursprünglich eine Modifikation des Shooters "Half-Life") und erfordert neben einer sehr guten Hand-Auge-Koordination vor allem strategisches Vorgehen mit der eigenen Mannschaft.

© Hidden Path Entertainment

Bei "Counter Strike" müssen sich die Spieler untereinander abstimmen.

Overwatch

"Overwatch" ist ein Ego-Shooter, in dem für gewöhnlich Teams aus je sechs Spielern in unterschiedlichen Spielmodi gegeneinander antreten. Ähnlich wie in MOBAs wählt dabei jeder Spieler einen von derzeit rund 30 sogenannten Helden, der unterschiedliche Fähigkeiten mit ins Spiel bringt.

Vier Spielarten: "Angriff", "Eskorte", "Kontrolle" und "Hybrid"

Es existieren vier Spielarten: Im Modus "Angriff" muss ein Team insgesamt zwei Punkt auf der Karte einnehmen, wobei der zweite erst freigeschaltet wird, wenn der erste erobert wurde. Bei "Eskorte" muss das angreifende Team eine Fracht über verschiedene Checkpoints bis zu einem Ziel begleiten, während die Verteidiger dies verhindern müssen.

Bei "Kontrolle" versuchen beide Teams, die Vorherrschaft über mehrere Kontrollpunkte auf der Karte zu erlangen. Es gewinnt das Team, welches als erstes zwei Kontrollpunkte eine bestimmte Zeit in seinem Besitz hatte. Der "Hybrid"-Spielmodus ist eine Mischung aus "Angriff" und "Eskorte". Das attackierende Team muss zunächst einen Punkt einnehmen und anschließend eine Fracht bis ins Ziel begleiten.

Bei Wettkämpfen kommen alle Spielmodi zum Einsatz

In E-Sport-Wettkämpfen kommen alle Spielmodi in einer festgelegten Reihenfolge zum Einsatz. Neben der Absprache, welche Helden eingesetzt werden, sind im Spiel Teamplay und eine gute Hand-Auge-Koordination gefragt.

Spiele der "Call of Duty" und "Battlefield"-Reihen folgen ähnlichen Prinzipien, wobei die Spieler dabei keine festgelegten Helden auswählen, sondern ihre Spielfigur mit unterschiedlichen Waffen und Fertigkeiten ausrüsten oder aus vorgefertigten Klassen wählen. In Battlefield können die Spieler auch die Kontrolle über militärische Fahrzeuge wie Jeeps, Panzer und Hubschrauber übernehmen. Auch der Ego-Shooter "Halo" setzt auf vergleichbare Spielmodi.

© Blizzard Entertainment

Bei "Overwatch" geht es häufig darum, die Kontrolle über einen bestimmten Punkt auf dem Spielfeld zu erlangen.

FIFA

Die Fußballsimulation "FIFA" ist wohl der bekannteste und populärste Vertreter der wettkampforientierten Sportspiele. Dabei schlüpfen die Spieler in die Rolle von Fußballstars wie Manuel Neuer oder Lionel Messi und steuern ihre Spieler über den Rasen.

Ähnlich funktioniert die Basketballsimulation "NBA2K". Beim Autorennen "Gran Turismo" geht es wie in der realen Welt ebenfalls darum, als erster über die Ziellinie zu kommen.

Eine Mischform der anderen Sportspiele stellt "Rocket League" dar. Im Prinzip ist es ein Fußballspiel mit Autos - wobei es das Spiel mit der Physik nicht so genau nimmt und die Autos an der Bande entlang fahren, durch die Luft fliegen und am Boden Flick-Flacks schlagen können.

Schaden wie bei anderen Rennspielen erleiden die Flitzer auch durch harte Crashs nicht. Bei Sportspielen sind vor allem räumliches Denken und schnelle Reaktionen gefragt.

© EA Sports

Das Sportspiel "FIFA" folgt den gleichen Regeln wie realer Fußball.

Hearthstone: Heroes of Warcraft

"Hearthstone: Heroes of Warcraft" ist ein elektronisches Sammelkartenspiel und erfüllt daher nur bedingt die Voraussetzungen für ein echtes E-Sport-Spiel, schließlich stehen Spielern am Anfang nur wenige Karten zur Verfügung.

Weitere Karten müssen sich die Spieler entweder durch viele Spiele erspielen oder mit Echtgeld kaufen – und es gehört auch eine Portion Glück dazu, besonders seltene Karten zu bekommen.

Wer als erster keine Lebenspunkte mehr hat, hat verloren

Das Spielprinzip ähnelt anderen Sammelkartenspielen wie etwa "Magic", bei dem stets zwei Spieler gegeneinander antreten. Die Spieler stellen sich aus den inzwischen mehr als 1.000 verschiedenen Karten ein sogenanntes Deck aus 30 Karten zusammen. Darin können Figurenkarten, die sogenannten Diener, Waffen und Zaubersprüche enthalten sein. Damit können sie die Diener des anderen Spielers oder den Spieler direkt angreifen.

Der Spieler, der als erster keine Lebenspunkte mehr hat (bei Spieler starten mit je 30 Punkten), hat verloren. Bei "Hearthstone" kommt es vor allem auf eine kreative Planung des eigenen Decks sowie die richtige Strategie während des Spiels an.

© BR-Studio Franken

League of Legends, Dota 2, Counter Strike und Overwatch sind die wichtigsten E-Sport-Titel, sagt Leon Janßen, der das E-Sport-Team der Uni Bayreuth leitet. Hinzu kommen Battle-Royale-Spiele. Bei Starcraft sinken hingegen die Zuschauerzahlen.