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Soziale Revolution mit Blockchains? | BR24

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Blockchain

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    Soziale Revolution mit Blockchains?

    Mit Blockchains die Welt gerechter machen – das verspricht die IT-Technologie. Ohne Banken, Notare, Händler dazwischen könnten im Internet Güter ge- und verkauft werden. Viele Startups, die an der Blockchain-Revolution arbeiten, sitzen in Berlin.

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    Blockchain ist das Trend-Thema in der IT. Es ist die Technologie hinter Bitcoin. Die Blockchain ist nichts anderes als eine dezentrale Datenbank. Geht eine Information von A nach B, wird das nicht mehr nur an einer einzigen Stelle festgehalten, sondern tausendfach.

    Keine Mittelsmänner mehr

    Die neue Technologie ist angetreten mit dem Versprechen, die Welt von gierigen Bankern - und anderen Mittelsmännern - zu befreien. Blockchains sind eine Antwort auf die Finanzkrise von vor zehn Jahren, bei der US-Banken ihre faulen Immobilienkredite über die Börsen weiter verkauft hatten - an nichts ahnende Kunden weltweit. Über Blockchains, so die Idee, soll künftig jeder mit jedem direkt Handel treiben können. Völlig Transparent. Ohne weiter Banken, Notare oder Großkonzerne als Vermittler zu brauchen. Kann die neue, dezentrale Infrastruktur des Internets wirklich die Welt grundlegend verändern?

    Der Physiker und Gründer der Blockchain-Firma "Slock.it." ist einer von vielen, die derzeit daran arbeiten, die Abwicklung von Verträgen und Zahlungsströmen zu dezentralisieren. Denn das Netzwerk wird nur zwischen individuellen Nutzern aufgebaut.

    Notare und Banken würden überflüssig

    Banken, Notare, Anwälte und Zwischenhändler, die bei allen Abwicklungen Geld verdienen, würden bei der Dezentralisierung keine Rolle mehr spielen. Die Produkte wie zum Beispiel Immobilien, Kredite oder Dienstleistungen könnten dadurch preiswerter werden. Aber viele dieser Anwendungen sind – noch – Träume. Besonders in Berlin aber gibt es Start-Ups, die mit der Blockchain-Technolgie bereits in der Realität angekommen sind.

    Über Blockchain ein Auto ersteigern

    Lasha Antadze sieht so aus, wie die Stars des Silicon Valley angefangen haben: Holzfällerhemd und verwaschene Hose. Dabei ist der 28-Jährige, der mit seinem shelf-network auf der Fischerinsel in Berlin Mitte angesiedelt ist, ein alter Hase der Szene – und er verdient schon Geld mit seinem Startup. Antadze verbindet über seine Blockchain mehrere Auktionsplattformen in Ost- und Westeuropa, die gebrauchte Autos versteigern. Nutzer in der Ukraine oder Georgien können gleichzeitig auf den Wagen bieten, den eine deutsche Leasinggesellschaft verkaufen will.

    Mit Blockchain Korruption bekämpfen

    Computerprogramme legen transparent und sicher den Verlauf und das Ergebnis der Auktion fest. Dasselbe System, davon ist Antadze überzeugt, lässt sich auch auf politische Prozesse übertragen. Mithilfe der Bockchains möchte er Korruption oder Wahlfälschungen unmöglich machen. Regierungen können manipulieren, das dezentrale Netzwerk aber wäre neutral.

    Blockchain: revolutionäres Potential

    Mit einer Blockchain braucht man also keine Regierung oder andere zentrale Instanzen mehr, die festlegen, wer bei einer Parlamentswahl gewonnen hat. Das erledigt das dezentrale Netzwerk, das von niemandem manipuliert werden kann. Und darin liegt das eigentlich revolutionäre Potential der Blockchain: Der neue Weltcomputer, der gerade aufgebaut wird, ermöglicht endlich demokratische Abstimmungen, die fälschungssicher sind.

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    Sendung

    Die B5 Reportage

    Autoren
    • Susanne Betz
    • Jutta Schwengsbier
    Schlagwörter