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Sommerurlaub: Funktioniert die Corona-Warn-App auch im Ausland? | BR24

© pa/dpa/Clara Margais

Spanien, Palma de Mallorca, 21.6.2020: Menschen genießen die Sonne am Strand von El Arenal.

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    Sommerurlaub: Funktioniert die Corona-Warn-App auch im Ausland?

    Frühstücksbuffet, Strandbar, Flughafen – das Smartphone ist auch im Urlaub meist dabei, außer vielleicht beim Baden. Aber ansonsten könnte man die Corona-Warn-App ja einfach immer mit auf Reisen nehmen. Nur, funktioniert sie dort auch?

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    "Ich jedenfalls würde ohne diese App nicht in den Urlaub fahren", sagt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Anfang Juli, als er Fragen der Bürger zur Corona-Warn-App beantwortet.

    Diese Aussage ist generell keine schlechte Idee. Auch wenn man im Urlaub vielleicht ein bisschen Smartphone-Abstinenz üben möchte, kann man das Gerät ja trotzdem bei sich haben, um auch weiterhin dazu beizutragen, Infektionsketten zu unterbrechen, sie nachvollziehen zu können und Mitmenschen zu schützen.

    Was aber, wenn es ins Ausland geht? Schließlich ist die Corona-Warn-App für Deutschland entwickelt worden. Trotzdem: Auch dort funktioniert die App!

    Mallorca muss kein Ischgl werden

    Vielleicht ist sie nicht nötig, wenn man gerade allein beim Klettern oder Mountainbiken unterwegs ist. Fürs Frühstücksbuffet im Hotel, die Strandbar, das Museum oder den Flughafen kann die aktive Corona-Warn-App sinnvoll sein. Gerade an Orten, wo sich in den Menschenmassen potenzielle App-Nutzer wie beispielsweise andere deutsche Touristen tummeln. Trifft man also etwa auf Mallorca andere Deutsche, die die App installiert und aktiviert haben, funktioniert sie dort genauso wie in Deutschland.

    Nutzer der App müssen nichts weiter tun

    Das Robert-Koch-Institut (RKI) und Corona-Warn-App-Entwickler SAP bestätigen auf BR-Anfrage, dass die Nutzer der App nichts weiter tun müssen, damit die App auch im Urlaub funktioniert. Die Regionen-Einstellungen müssen nicht geändert werden und auch im Ausland bekommt man gegebenenfalls Warnungen angezeigt.

    Das RKI weist jedoch darauf hin, dass die daran angeschlossenen Funktionen wie Benachrichtigungen über ein Testergebnis via QR-Code auf die Anforderungen des deutschen Gesundheitssystems abgestimmt sind. Es werden Laborergebnisse eines Tests also nur aus deutschen Laboren angezeigt. Ergebnisse, zum Beispiel aus einem spanischen Labor, können nicht eingebunden werden.

    Warnungen funktionieren ganz regulär

    Heißt auch: Hat sich ein anderer deutscher Tourist nach dem Urlaub sofort in Deutschland testen lassen und meldet der App ein positives Ergebnis, dann erhält man auch im Urlaub die entsprechende Warnung – sofern man kritischen Kontakt mit der Person hatte. Dann kann man sich im Anschluss direkt selbst testen lassen und Kontakte meiden.

    Auch Nutzer aus anderen europäischen Ländern können übrigens die deutsche Corona-Warn-App mittlerweile in ihrem App-Store herunterladen, auch in ihrer Sprache. Das kann sinnvoll sein, wenn die Person sich länger in Deutschland aufhält oder man viel im Grenzgebiet unterwegs ist.

    Bald sollen unterschiedliche Apps miteinander reden können

    Zwei Dinge funktionieren allerdings nicht: Zum einen kann immer nur eine App aktiv sein, die auf die entsprechende Systemschnittstelle von Apple oder Google zugreift. Das heißt, man sollte im Einzelfall entscheiden, ob etwa die Schweizer App oder die deutsche Corona-Warn-App gerade sinnvoller ist.

    Zum anderen können die in unterschiedlichen Ländern entwickelten Warn-Apps noch nicht miteinander kommunizieren. Diese "Interoperabilität" will die EU-Kommission aber bis Ende des Sommers herstellen, sodass entsprechende Warnungen auch grenzüberschreitend zwischen den verschiedenen nationalen Corona-Warn-Apps ausgetauscht werden können.

    Dies ist aber rechtlich wie auch technisch eine besondere Herausforderung, da sich die Apps teilweise erheblich voneinander unterscheiden, was Anwendungsarchitekturen und technologische Standards angeht. Die französische App basiert zum Beispiel auf einem zentralen Ansatz, also der Nutzung zentraler Server, und nicht wie in Deutschland, einem dezentralen Ansatz (Datenverarbeitung nur auf den Smartphones), der aus Datenschutzgründen gewählt wurde.

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