Notbook auf dessen Bildschirm "Homeoffice" steht
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Früher die Ausnahme, heute vielerorts die Regel: Arbeiten im Homeoffice.

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    So sparen Sie Strom im Homeoffice

    So sparen Sie Strom im Homeoffice

    Laptop, Bildschirm, Schreibtischlampe: Wer von zu Hause arbeitet, der verbraucht fast zwingend mehr Strom. Aber der Verbrauch lässt sich drosseln – sofern man einige Tipps beherzigt.

    Seitdem die Corona-Pandemie über uns hereingebrochen ist, ist Homeoffice vielerorts nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel. Laut einer Untersuchung des Ifo-Instituts arbeiteten zeitweise fast 28 Prozent der Beschäftigten von zu Hause aus. Zu Hause arbeiten, das heißt aber auch zwangsweise, dass man zu Hause mehr Strom benötigt. "Es ist wichtig, sich zu überlegen, was dabei am meisten Energie verbraucht", sagt Christoph Schmidt, der als Technik-Redakteur bei dem Tech-Magazin "Chip" arbeitet. Das Notebook und das Handy seien hierbei keine großen Stromfresser, denn die seien von Haus aus sehr energiesparend designet.

    "Oft verbraucht ein Monitor, den man an das Notebook anschließt, genauso viel Strom wie das Notebook selbst", sagt Schmidt. Hier lägen dann echte Einsparmöglichkeiten, etwa wenn man den Monitor in den Pause ausschaltet. In der Energie-Einstellungen von Windows herumzufuhrwerken brächte hingegen kaum etwas.

    Eher auf das Drumherum schauen

    Aber nicht nur Notebooks sind ziemlich energieeffizient, ähnliches gilt mittlerweile auch für den Desktop-PC. Auch hier hat man es in den seltensten Fällen mit echten Stromfressern zu tun, zumindest dann, wenn es sich um ein halbwegs neues Gerät handelt. Allerdings können Videokonferenzen mit mehreren offenen Fenstern den Prozessor schnell zum Schwitzen bringen und damit einige Wattstunden mehr verbrauchen. Trotzdem: Wer im Homeoffice wirklich Strom sparen möchte, der sollte nicht auf seine PCs schauen, sondern eher auf das Drumherum. "Wenn ich in meinem Arbeitszimmer eine alte Glühbirne an der Decke und in meiner Schreibtischlampe habe, dann kann es sein, dass beide zusammen schon 100 Watt Energie verbrauchen – oder sogar mehr. Das Notebook mit dem Monitor zusammen verbraucht dagegen vielleicht 30 oder 40 Watt", so Christoph Schmidt vom Chip-Magazin.

    Viele Nutzer würden sich viele Gedanken machen, wie sie mit dem Notebook Strom sparen könnten, dabei wäre es sehr viele einfacher und effizienter, einfach die Glühbirnen gegen LED-Leuchten auszutauschen. LED-Leuchte verbrauchen nur etwa ein Zehntel der Energie einer Glühbirne.

    Streamen: Ja kleiner der Bildschirm, umso umweltschonender

    Wer übrigens seinen Rechner mit einem Lan-Kabel verbindet, anstatt auf WLan zu setzten, der spart nun minimale Energie ein. Auch das Aufladen von Handys ist vernachlässigbar. Auf der Stromrechnung macht sich ohnehin weniger die Arbeit bemerkbar als vielmehr die Freizeit: Gaming-Rechner fressen viel Strom, mehr als beispielsweise Spielekonsolen. Spielekonsolen wiederum fressen vor allem dann vergleichsweise viel Strom, wenn man sie zum Streamen von Filmen nutzt, anstatt einfach die entsprechenden Apps auf dem Fernseher zu verwenden. Überhaupt das Filmstreaming: Auf der eigenen Stromrechnung fällt das Streamen nicht allzu sehr ins Gewicht. In den Rechenzentren müssen aber trotzdem viele Bytes verschoben werden, was einiges ans CO2 verbraucht. Wer also nicht nur dem Geldbeutel etwas Gutes tun möchte, sondern auch dem Planeten, der sollte vor allem darauf achten, wie er streamt.

    "Beim Streaming hängt der Stromverbrauch vor allem vom Endgerät ab", sagt dazu Maria Köhn vom Umweltbundesamt. Je kleiner der Bildschirm auf dem man seine Serie schaue, umso geringer der Energiebedarf. Wer ein Video auf einem Handy streame verbrauche etwa 4 Gramm Co2 pro Stunde. Auf einem 40 Zoll-Fernseher würden bereits etwa 60 Gramm anfallen. "Man tut der Umwelt etwas Gutes, wenn man einen möglichst kleinen Monitor zum Streamen nutzt", lautet das Fazit von Maria Köhn.

    Das Homeoffice tut dem Planeten gut

    Bei allen Überlegungen zum Energieverbrauch in der digitalen Welt darf man zudem nicht die sogenannte "graue Energie" unterschätzen, spricht: die Energie, die notwendig ist, um Laptops und Handys überhaupt erst einmal herzustellen. Wer Geräte repariert oder sie gebraucht kauft, sorgt für einen geringeren CO2-Abdruck. Und eines darf man zum Schluss auch nicht vergessen: Die Digitalisierung macht den Alltag effizienter. Von zu Hause zu arbeiten ist allemal umweltschonender als mit dem Auto in die Arbeit zu fahren.

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