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Smartpuppe im "Tatort" - Hacker im Kinderzimmer | BR24

© picture alliance/ZUMA Press

Die Puppe "My Friend Cayla" wurde 2017 in Deutschland verboten

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    Smartpuppe im "Tatort" - Hacker im Kinderzimmer

    Moderne Spielzeuge enthalten immer öfter eine WLAN- oder Bluetooth-Verbindung. Das Problem: Die Systeme sind nicht immer vor Hackern geschützt. Ein Horror-Szenario zeichnete die 80. Folge des Münchner Tatorts: "Wir kriegen euch alle".

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    Eine Puppe und ein Blutbad - die neueste Folge des Münchner Tatorts zeigte, wie gefährlich smarte Technik sein kann. Denn eigentlich würden Eltern Fremde nie im Leben ins Zimmer ihrer Kinder lassen. Doch die neuen Technologien machen es möglich.

    Das wurde auch der Bundesnetzagentur klar. Im Februar 2017 unternahm die einen auf den ersten Blick eigenartigen Schritt: Sie zog eine Spielzeugpuppe aus dem Verkehr. "My Friend Cayla" sieht aus wie viele moderne Puppen, sie kann aber nicht nur sprechen, sondern auch zuhören: Über ein Mikrofon im Inneren agiert Cayla als eine Art modernes Babyphon - verbindet sich aber über Bluetooth mit einer App und per WLAN mit dem Internet. Diese Verbindungen sind aber nicht ausreichend gesichert - für die Bundesnetzagentur ist die Puppe ein Verstoß gegen das Gesetz. Denn die gesammelten Daten können nicht nur bei den Eltern landen, sondern auch vom Hersteller der Puppe oder sogar von Dritten abgezweigt werden.

    "My Friend Cayla" ist aber nicht das einzige Spielzeug, das mit moderner Technologie ausgestattet ist. Die Digitalisierung hat sich heute bis ins Kinderzimmer vorgearbeitet. Die Auswahl ist groß: Manche Spielzeuge können auf einfache Fragen antworten - ähnlich einer kindgerechten Variante von Amazon Alexa. Aber vor allem ermöglichen sie Kommunikation zwischen dem Spielzeug und den Eltern.

    Wenn Spielzeug zum Sicherheitsrisiko wird

    Allerdings ist diese Verbindung nicht immer sicher. Eine Untersuchung der Stiftung Warentest zeigte vor einem Jahr, dass einige WLAN- oder Bluetooth-fähige Spielzeuge von Hackern gekapert werden konnten. So wäre auch ein Fremder in der Lage, sich in das System zu hacken und mit dem Kind zu sprechen, ohne dass die Eltern etwas davon mitbekommen.

    Und selbst wenn sich niemand direkt in das Spielzeug einhackt, auch beim Hersteller sind die verwendeten Daten oft nicht gut aufgehoben. Die Smart-Toy-Firma VTech wurde im August in den USA zu einer Strafe verurteilt, weil Unbekannte die gesammelten Daten von über sechs Millionen Kindern heruntergeladen hatten - darunter auch Namen, Adressdaten und Fotos. Die Datenbank war nicht ausreichend geschützt gewesen.

    Smartpuppen sind auf dem Vormarsch

    Der Fall von "My Friend Cayla" war bisher der einzige, der in Deutschland zu großen rechtlichen Konsequenzen geführt hat - wegen der schlechten Sicherheitsvorkehrungen. In anderen Ländern bleibt sie erlaubt. Zudem werden immer mehr digital aufgepimpte Puppen und Plüschtiere verkauft - die Sicherheitsbedenken werden bleiben.

    Die aktuelle Tatort-Folge "Wir kriegen euch alle" in der ARD Mediathek.