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Silver Snipers mischen Gamerszene auf | BR24

© Lenovo/Silver Snipers

Das E-Sport-Team der "Silver Snipers". Ihr Fachgebiet: Counterstrike.

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Silver Snipers mischen Gamerszene auf

Warum den professionellen E-Sport den Jungen überlassen? Ein schwedisches Counterstrike-Team trägt den Titel "Weltmeister" - Senioren-Weltmeister.

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In Schweden kommt ganz viel zusammen: Die Menschen hier sind technikaffin und sie spielen gerne. Spielen am Handy oder am Computer ist nicht als "dämliches Daddeln" stigmatisiert, sondern wird als Sport gesehen und praktiziert. E-Sport ist längst offizielles Unterrichtsfach an Schulen. Also kein reines Freizeitvergnügen.

Wanja Godänge ist 64 Jahre alt und Teil des ältesten Gamer-Teams in Schweden. Fünf Senioren, die 2017 von einem chinesischen Computerhersteller angeheuert worden sind, damals noch in leicht anderer Besetzung.

Erst ein PR-Gag, dann Weltmeister

Ursprünglich eher als PR-Gag mit dem Hintergedanken, ein bis dahin überhaupt nicht vorhandenes, älteres Publikum für E-Sport zu begeistern. Das hat funktioniert. Die fünf sind in kurzer Zeit unter dem Mannschaftsnamen "Silver Snipers" - zu deutsch etwa "graue Scharfschützen" - zur festen Marke geworden und haben gerade erst, beim "DreamHack"-Turnier im südschwedischen Jönköping, die Premiere des E-Sport-Weltcups für Senioren gewonnen. Übrigens in einem packenden Finale gegen die finnischen "Grey Gunners", die vom selben Unternehmen gesponsert werden. Weltmeisterin Wanja, Gamer-Name "Knitting Knight" - der strickende Ritter - fühlt sich in ihrer Star-Rolle pudelwohl:

"Unser größter Vorteil ist, dass die Jüngeren uns unterschätzen. Sie haben nicht kapiert, dass wir diejenigen waren, die die Computerwelt aufgebaut haben. Wir waren von Anfang an dabei und haben schon vorm PC gesessen, als es noch nicht mal Mäuse gab." - Wanja "Knitting Knight" Godänge, Silver Snipers

Die fünf fühlen sich fit und das haben sie vor allem Tommy "Potti" Ingemarsson zu verdanken, ihrem ersten Trainer. Der Mann ist eine absolute Szene-Größe: zehnmaliger Counterstrike-Weltmeister. Und er glaubte von Anfang an an seine Silver Snipers.

"Sie sind wunderbar! Wollen alles lernen und kommen mit Zetteln voller Fragen: Wie funktioniert eine Tastatur? Wie bewege ich mich am besten auf dem Spielfeld? Toll, wie die sich da rein hängen!" - Tommy "Potti" Ingemarsson, Counterstrike-Weltmeister

"Wir schlagen uns dann doch ganz gut"

Inzwischen haben die Fünf einen neuen Coach, selbst eine E-Sport-Legende: Fredrik Andersson. Wenn er sich nicht um "seine Senioren" kümmert, arbeitet er als E-Sport-Kommentator für das öffentliche schwedische Fernsehen. Er setzt Pottis Arbeit fort und sorgt dafür, dass die Silver Snipers motiviert bleiben, auch wenn es mal nicht so läuft. Oder wenn ihnen dann doch klar wird, dass sie als Ältere den Jungen gegenüber zumindest einen Nachteil haben.

"Nach Alter und Reaktionsvermögen sollten wir eigentlich keine Chance haben. Aber ich denke, wir schlagen uns dann doch ganz gut." - Öivind "Windy" Toverud (76 Jahre), Silver Snipers

Das meinen auch die anderen grauen Scharfschützen. Neben "Knitting Knight" und "Windy" sind das Abbe "BirDie" Drakborg, 76 Jahre alt, Inger "Trigger Finger" Grotteblad, 67 Jahre alt. Und der Jüngste: Baltasar Aguirre, 65 Jahre alt, Gamername "El_Nino". Frei übersetzt: Der Kleine. Der ist laut Statistik aber so eine Art Top-Gun der Truppe. "Die anderen sind aber auch nicht schlecht", sagt Wanja. Und das ist eine typisch schwedische Untertreibung. Denn für ihre Fans - und für ihr Alter - sind die Silver Snipers wirklich absolute Spitze.