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Killer’s Security: Post-Patchday | BR24

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Achim Killer

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Killer’s Security: Post-Patchday

In den Online-Nachrichten berichtet Achim Killer darüber, dass es Internet-Konzernen zu heiß wird, an der Verbreitung von Verschwörungstheorien mitzuverdienen. Das BKA kann auch ohne Staatstrojaner mithören. Und Adobe repariert den pdf-Reader.

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Die Internet-Konzerne sperren Verschwörungstheoretiker aus. So hat Twitter 7.000 Accounts von QAnon-Anhängern gesperrt, die gegen die Nutzungsregeln verstoßen, also über gleich mehrere Zugänge Quatsch zwitschern oder Andere persönlich attackieren. Die QAnon-Leute mögen meistens Trump und verbreiten deshalb beispielsweise, dass demokratische US-Politiker sich mit Hormonen behandeln ließen, die aus dem Blut von Kindern gewonnen würden. In Deutschland wird der Pop-Sänger Xavier Naidoo von manchen so verstanden, als würde er QAnon-Theorien verbreiten, wobei es ja fraglich ist, ob dieser Mann überhaupt verstanden werden kann. Auch zu Corona hat sich QAnon ein paar bizarre Geschichten einfallen lassen. Andere auch. Und dagegen geht auch Google vor. Der Konzern, der größte Werbe-Konzern der Welt, stellt keine Banner mehr zu Artikeln, in denen Blödsinn über die Seuche steht, etwa dass Bill Gates das Virus erfunden habe. – So geht’s zu im Cyberspace.

Lauschen ohne Staatstrojaner

Und das BKA, das Bundeskriminalamt, liest mit. Das kann es zumindest – bei WhatsApp, obwohl WhatsApp verschlüsselt. Das haben Recherchen des Bayerischen Rundfunks und des Westdeutschen Rundfunks ergeben. Bei WhatsApp hat man ja – wie üblich – einen Account. Und auf den kann man auch über das Web, also mit einem Browser, zugreifen. Mit Chrome, Firefox und Opera funktioniert’s. „WhatsApp Web“ nennt sich die Funktion, die das BKA nutzt, um Chats von Verdächtigen abzuhören. Aber nur ungern, weil das recht aufwändig ist. Da müssen die Beamten nämlich erst einmal an das Handy des Verdächtigen ran, um den Zugang über das Web für sich freischalten zu können. Denn WhatsApp Web ist ja für den Handy-Besitzer gedacht und nicht für die Polizei. Bislang hat man immer geglaubt, für derartige Abhöraktionen braucht’s den Staatstrojaner, die Quellentelekommunikationsüberwachung, wie das offiziell heißt. Ist auch schwierig für die Polizei. Denn die muss den Staatstrojaner dann installieren. Und dafür muss eine Sicherheitslücke da sein, ein Bug. Bei WhatsApp ist’s kein Bug. Da ist’n Feature.

Notfall-Flicken

Patchday – ja, war schon letzte Woche. Da haben die einschlägigen Unternehmen wie jeden Monat Patches, Software-Flicken, ins Netz gestellt, um Sicherheitslöcher zu stopfen. Richtig interessant aber sind Patches, die nach dem Patchday kommen – so wie diese Woche von Adobe. Der Konzern hat teure Programme für Multimedia-Profis repariert – außer der Reihe, weil’s so gefährliche Sicherheitslöcher waren, die die Patches dichtmachen. Und dabei ist auch ein Flicken für den kostenlosen Adobe-Reader unter Android. Den hat fast jeder auf’m Handy, um PDFs lesen zu können. Sollte man mal nachschauen, ob’s eine aktuelle, also geflickte Version ist. 20.3 muss es sein oder höher – vom Adobe-Reader für Android. Dann ist er erst mal dicht.

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