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Roboter-Möbel: Mikro-Wohnen in San Francisco | BR24

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Mikro-Wohnen in San Francisco mit Robotermöbeln

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Roboter-Möbel: Mikro-Wohnen in San Francisco

San Francisco ist die teuerste Stadt der USA. Vor allem Wohnen ist kostspielig. 3.000 Euro kann man schon mal für ein kleines Ein-Zimmer-Apartment bezahlen. Bumblebee Spaces will wohnen auf kleinem Raum erträglicher machen.

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Wir stehen in der Werkstatt von Bumblebee Spaces mitten im angesagten Mission District von San Francisco. Auf der einen Seite der 20 Meter breiten Werkhalle reihen sich 20 Schreibtische aneinander. Hier arbeiten Software-Entwickler und Designer. Die andere Hälfte ist zugleich Schreinerei und High-Techlabor.

Sankarshan Murthy ist der Chef und Mitgründer von Bumblebee Spaces: "Dieser Stadtteil wird gerne auch "Ground Zero" der Wohnungskrise genannt. Hier zu bauen, ist fast unmöglich. Durch den Zuzug vieler Tech-Unternehmen sind die Mieten gestiegen. Leute aus der Tech-Industrie sind in diesem Viertel nicht besonders beliebt."

Technologie ist gut...

16 festangestellte Mitarbeiter hat das kleine Start Up mittlerweile. Ganz absichtlich sei man in das Mission District gezogen, sagt der 39 jährige, gebürtige Inder: "Wir wollen zeigen, das Technologie auch etwas gutes bringen kann. Tech kann Probleme lösen und nicht nur Ungerechtigkeit erzeugen. Wir können kleine Räume so gestalten, dass es sich luxeriös anfühlt darin zu wohnen."

Wohnraum neu denken

Sankarshan und sein Start Up sind angetreten, um Wohnen auf kleinem Raum zu revolutionieren. Wir laufen durch die Test-Wohnung, die aus einem Zimmer besteht. Sie ist Küche, Wohnzimmer, Schlafzimmer und Büro zugleich. Stolz erklärt Sankarshan: "Hier kannst Du einen großen Bereich zum Umziehen sehen, dort drüben befindet sich eine großzügige Küche mit Koch-Insel. Ein komplett offener Raum. Du siehst hier keinen Schrank, keine Kommode, keinen Nachttisch. Und doch ist alles da, weil alles zu Dir runter kommt, wenn Du es brauchst."

© Marcus Schuler

Sankarshan Murthy ist der Chef und Mitgründer von Bumblebee Spaces in San Francisco

Leise surrend verwandelt sich innerhalb von fünf Sekunden das Schlafzimmer in ein Wohnzimmer. Das Bett wird an Gurten in die Höhe gezogen und kommt direkt unter der Zimmer-Decke zum stehen. Quader surren herunter. Darin befinden sich Bücher und Zeitschriften. Oder Kleider. In einem anderen liegen Brille, Tablett und Schreibsachen. Im Raum befinden sich Sensoren und Kameras. Sankarshan steht mitten im Zimmer, es riecht nach frischem, neuem Holz.

"Wir haben hier zwei Probleme gelöst: Das Platz- und Zeugs-Problem. Und doch handelt es sich um dasselbe Problem. Man braucht zuhause Platz um seine Sachen wegräumen zu können. Wir haben einen Platz geschaffen, wo die ganzen Sachen verschwinden."

Künstliche Intelligenz steckt in jedem Möbelstück

Bumbleespaces baut Möbel und stattet sie mit High Tech aus. Künstliche Intelligenz hilft die Übersicht, über sein Hab und Gut zu behalten. Marie Kondo war gestern. Das einzige, was man braucht, ist eine App. Über die steuert man seine komplette Wohnung.

Die ganze Wohnung sei durchsuchbar, beschreibt Sankarshan die KI-Fähigkeiten des Mini-Apartments. "Man sagt, wo ist mein rotes T-Shirt, das ich vergangenen Dienstag getragen habe. Und dann wird der Schrank mit dem Shirt runtergelassen. Oder man kann das System fragen, ob man noch genug Batterien zuhause hat. Das mächtige daran ist, unser System wird zu einem echten Assistenten, der immer alles im Haushalt im Überblick behält."

Keine Spinnerei

Sankarshan's Start Up ist keine Spinnerei. Das Unternehmen hat schon mehrere Millionen Dollar Risiko-Kapital eingesammelt. Kunden sind vor allem Unternehmen, die Wohnungen neu bauen, oder umbauen wollen. An End-Verbraucher will der ehemalige Tesla- und Apple-Entwickler die Möbel erst mal nicht verkaufen. Das ist erst für Ende nächsten Jahres geplant. Eine komplett ausgestattete Ein-Zimmer-Wohnung soll dann zwischen 6.000 und 10.000 Euro kosten.