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Symbolbild Religion

Ein weiß gekleideter Mann liegt in einem Sarg - angeblich ist er seit zwei Tagen tot. So erzählt es jedenfalls Pastor Alph Lukau von der "Alleluia Ministries International", einer Freikirche mit Sitz im südafrikanischen Sandton, in seinem Facebook-Video. Seit Sonntag geht das Video viral: Über 17.000 Mal wurde es seitdem geteilt und eine Million Mal aufgerufen. Das gesamte Video dauert drei Stunden - ab 1:58h beginnt die vermeintliche Wiederauferstehung.

"Rise up" - der angebliche Tote setzt sich auf

"Jesus, Jesus", ruft der Pastor und die Menge wiederholt den Ruf. Dann spricht er den Mann an. "Elliott, Elliott", ruft er ihm zu. "Rise up" - "steh auf". Der Mann, der vorher den wohl weltweit ersten atmenden Toten gegeben hat, setzt sich im Sarg auf. Die Menge jubelt. Und auch die Facebook-Kommentare sind voll des Lobes und sehen darin einen Gottesbeweis: "Glory to God" ist dort zu lesen oder: "Mein Gott, du bist großartig."

Lazarus, die Zweite

Ganz anders dagegen die Netzgemeinde auf Twitter und Youtube. Unter #ResurrectionChallenge und #LazarusPart2 (Jesus hatte - der Bibel nach - Lazarus zum Leben erweckt) mokieren sich User über die schlechten Schauspielkünste des angeblich Toten. Vielleicht könne dieser Kerl ja auch Nelson Mandela zurückbringen, schreibt etwa Chief Erican auf Twitter. Und ein Youtube-Video, das die Fake-Auferstehung entlarven will, kommentiert User Themba Themba folgendermaßen: Der Tote könne nicht tot gewesen sein, schließlich habe er ein Handy mit in den Sarg genommen. Andere User persiflieren den angeblich Toten.

Weißer Anzug, weiße Schuhe - das Starter-Pack für den Fall der Fälle

Oder sie bieten - um für den Fall der Fälle gewappnet zu sein - ein sogenanntes #Resurrection-Starter Pack an, bestehend aus weißem Anzug, weißen Anzugschuhen und weißen Handschuhen.

Nationale Debatte über Fake-Pastoren

Indessen ist in Südafrika laut BBC eine nationale Debatte über Fake-Pastoren entbrannt. Etablierte Kirchen und Religionsgemeinschaften sehen das Video weitgehend kritisch. Außerdem würden sich einige Beerdigungsinstitute, die im Video gezeigt werden, dagegen wehren, für das Video instrumentalisiert worden zu sein.

Erweckungserlebnisse in Freikirchen verbreitet

Erweckungserlebnisse und Wunderglauben sind in Freikirchen allerdings nicht selten. Die sogenannte Glossolalie, also Zungenrede, etwa ist in manchen Pfingstkirchen verbreitet. Wundersam soll es aber auch mit der katholischen Resl von Konnersreuth zugegangen sein. Jahrelang soll sich die in der nördlichen Oberpfalz beheimatete Therese Neumann ausschließlich von der täglichen Kommunion ernährt haben. Außerdem soll sie Wundmale Jesu empfangen und Visionen gehabt haben.