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re:publica: Steinmeier nimmt soziale Medien in die Pflicht | BR24

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Unter großem Andrang ist in Berlin die Digitalmesse "re:publica" eröffnet worden. Bundespräsident Steinmeier forderte in seiner Rede, die sozialen Medien müssten mehr Verantwortung für die Demokratie übernehmen.

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re:publica: Steinmeier nimmt soziale Medien in die Pflicht

Unter großem Andrang wurde in Berlin Europas größte Digitalmesse "re:publica" eröffnet. Bundespräsident Steinmeier forderte in seiner Rede, die sozialen Medien müssten mehr Verantwortung für die Demokratie übernehmen.

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In Berlin hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die "re:publica 2019" eröffnet. Zu Beginn des Branchentreffens - inzwischen eines der größten der digitalen Welt - war der Andrang groß. Die Eröffnungsrede Steinmeiers wurde sogar per Livestream ins Freie übertragen, da nicht alle Besucher in der Halle Platz fanden.

Steinmeier fordert mehr Verantwortung von Facebook und Co.

Der Bundespräsident forderte die sozialen Medien zu Beginn der Digitalmesse auf, ihrer Verantwortung für Demokratie und Debattenkultur gerecht zu werden. Vernunft und Hetze dürften in Newsfeeds nicht unterschiedslos nacheinander auftauchen. "Demagogen" hätten es ansonsten zu einfach, so Steinmeier. Er sprach sich insbesondere für "glasklare Herkunftssiegel für Informationen" im Zusammenhang mit politischer Werbung aus. Wer Werbung über soziale Medien verbreite, müsse notfalls per Gesetz dazu gezwungen werden, etwa Geldgeber offenzulegen.

"Wer mit einer Plattform einen politischen Diskursraum schafft, der trägt Verantwortung für die Demokratie - ob er es will oder nicht." Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier

Demokratische Regulierung statt Gewinnmaximierung

Steinmeier kritisierte, "nach vielen Worten und Ankündigungen, nach Gesprächsrunden und fotogenen Politikerterminen ist es an der Zeit, dass Facebook, Twitter, YouTube & Co. ihre Verantwortung für die Demokratie endlich wahrnehmen".

Ein Geschäftsmodell, das allein auf die Steigerung von Werbeeinnahmen ziele, werde die Debattenqualität nicht maximieren. "Deshalb braucht es demokratische Regulierung."

Motto: "tl;dr - too long; didn't read"

Es ist bereits das 13. Mal, dass die re:publica stattfindet. In diesem Jahr steht sie unter dem Motto "tl;dr - too long; didn't read". Die Veranstalter widmen sie nach eigenen Aussagen heuer dem Kleingedruckten. "Den Fußnoten. Der Kraft der Recherche."

Das Treffen ist inzwischen eine der größten Konferenzen zum Thema digitale Welt. Neben Wissenschaftern, Politikern und Unternehmern nehmen regelmäßig auch Hacker, Blogger, Aktivisten und Künstler teil. Außerdem sind Vertreter von Nichtregierungsorganisationen, Medien und Marketingexperten dabei.

2018 waren knapp 20.000 Teilnehmer aus insgesamt 80 Ländern vor Ort.