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re:publica: Wie soll Bildung digitalisiert werden? | BR24

© pa/dpa

Ein Kind lernt mit einem Tablet in der Schule.

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    re:publica: Wie soll Bildung digitalisiert werden?

    Menschen, Handys, Sensationen: In Berlin findet seit Dienstag die re:publica statt, Europas größte Digitalkonferenz. Diskutiert wird auch über Bildung. Eine Forderung: Schulen müssen unabhängig sein von Google, Apple, Microsoft & Co.

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    Zum ersten Mal eröffnete ein Bundespräsident die re:publica und traf offenbar gleich den richtigen Ton: Das Publikum der Re:Publica bedachte Frank-Walter Steinmeier mit lautem Applaus. Ein Satz des Staatsoberhauptes hinterließ dabei besonders viel Eindruck:

    Konzerne kommen ins Kinderzimmer

    Die Demokratie hat es in der Tat schwer in einem Netz, das mittlerweile vor allem von kommerziellen Interessen bestimmt ist. Auf der re:publica steht man den großen Tech-Konzernen traditionell eher misstrauisch gegenüber. Das gilt auch und besonders für den Bereich der Bildung. Längst buhlen die großen Konzerne um einen Platz im Klassenzimmer, denn sie wissen: Wenn sich Kinder erst einmal an ein Produkt gewöhnt haben, stehen die Chancen gut, dass sie im Erwachsenenalter zu treuen Kunden werden.

    5 Milliarden Euro - nicht nur für Tablets

    In diesem Zusammenhang wurde auf der Re:Publica diskutiert, was eigentlich genau mit den fünf Milliarden Euro passieren soll, die im Rahmen des Digitalpaktes für die Digitalisierung der Schulen ausgegeben werden sollen. Klar scheint: Es reicht nicht, den Eltern und Schülern einfach Tablets in die Hand zu drücken. Vielmehr müssen Lehrer im Umgang mit den Geräten geschult werden, es braucht Lehrkonzepte und Materialien.

    Zu viel Technik, zu wenig Transparenz

    "Die Debatte verläuft zu technikzentriert", findet etwa Dominik Theis von der Wikimedia-Stiftung. Er befürchtet, dass die Schulen sich abhängig machen von bestimmten kommerziellen Anbietern. Stattdessen solle man auf Open Source setzten und zwar nicht nur bei den Betriebssystemen. Auch bei den Lehrmaterialien solle Offenheit und Transparenz gefördert werden.

    Eine Lehrerstunde für Open Source-Systeme

    "Open Educational Ressources" - so werden Lehrmaterialien genannt, die frei kopierbar sind und von jedem verändert werden können. Der Koalitionsvertrag sieht eigentlich vor, dass Open Educational Ressources gestärkt werden sollen, in der Praxis allerdings ist bislang wenig passiert, kritisiert Theis. Dabei gäbe es durchaus Möglichkeiten, freie Lehrmaterialien zu fördern. Schon heute erstellen Lehrer eigene Arbeitsblätter, die sie teilen und weitergeben.

    Das soll in Zukunft eher die Regel als die Ausnahmen sein. Aktivisten wie Theis fordern beispielsweise, dass Lehrern eine Stunde in der Woche die Möglichkeit gegeben werden soll, sich mit offenen Lehrmaterialien und Open Source-Systemen zu beschäftigen.