Zurück zur Startseite
Netzwelt
Zurück zur Startseite
Netzwelt

Projekt Silica - Microsoft speichert Daten auf Glas | BR24

© BR

Neue Speichertechnologie

1
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Projekt Silica - Microsoft speichert Daten auf Glas

Gemeinsam mit dem Warner Brothers Filmstudio ist es Microsoft gelungen, den Superman-Film aus dem Jahr 1978 auf eine kleine Glasscheibe zu speichern. Die Entwicklung könnte die Art, wie wir Daten speichern, nachhaltig verändern.

1
Per Mail sharen
Teilen

Für große Filmunternehmen ist die Archivierung von alten Kinoklassikern aufwendig. Spezielle Kühlräume mit konstanter Temperatur sind ebenso notwendig, wie eine ständig gereinigte, staubfreie Luft. Deshalb ist die neue Speichertechnologie, die Microsoft derzeit ausprobiert, gerade für Filmstudios so interessant. Der Technologiekonzern hat es geschafft, den Superman-Film aus dem Jahr 1978 auf einer 7,5 Zentimeter großen Glasscheibe zu speichern, die 2 Millimeter dünn ist.

Daten auf Glas lassen sich nur schwer beschädigen

Das Besondere an den auf der Scheibe aus Quarz gespeicherten Daten ist nämlich: Sie sind fast nicht kaputt zu bekommen.

"Wir haben die Glasplatte gekocht, gebacken, gerüttelt, versucht, sie zu zerkratzen - und trotzdem ist der Superman Film abrufbar geblieben. Das ist die Grenze dessen, was im Speicherbereich derzeit möglich ist." Microsoft-Chef Satya Nadella

Microsoft hat für die Speicherung der Daten einen sogenannten Femtosekundenlaser benutzt. Die Filmdaten werden als winzige dreidimensionale Gitter in verschiedenen Tiefen in das Glas geritzt. Sie nennt man Voxel. Das ist das 3D-Äquivalent zum Pixel, aus denen ein flaches Bild besteht.

"Faszinierend an der neuen Technologie ist, dass man die encodierten Daten in mehrdimensionalen Schichten im Glas speichert. Will man sie wieder auslesen, muss man Algorithmen nutzen. Wir haben ein komplettes Kaltspeicher-System entwickelt. Das wichtigste ist aber die Haltbarkeit des Glases." Microsoft-Chef Satya Nadella

Neue Technik hilft auch Energie sparen

Die neue Speichertechnologie hat neben ihrer extremen Haltbarkeit noch einen weiteren Vorteil: Die Aufbewahrung verursacht so gut wie keine Kosten, denn das Glas ist auch hitzebeständig. Eine aufwendige Kühlung, sowie ein ständiger Abgleich großer Datenmengen, um sie vor Verlust zu schützen, ist damit nicht mehr nötig. Das könnte künftig helfen, in großen Rechenzentren Strom zu sparen. Bislang ist der Glasspeicher nur für Firmenkunden gedacht. Das könnte sich aber noch ändern. PrivatnutzerInnen wären dafür sicher offen, denn auch bei ihnen wachsen die Datenberge.

"Wie bei allen diesen Technologien ist das am Anfang recht schwierig. Das war bei der CD und anderen Technologien auch nicht anders. Sie ist noch nicht für den Massenmarkt gedacht, sondern in der Entwicklungsphase. Im Laufe der Jahre wird das viel einfacher und in ein paar Jahren hat vielleicht jeder eine Maschine zuhause, auf der man seine gesamten Daten auf Glas abspeichern kann." Frederic Lardinois, Techcrunch.com