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Probleme der Corona-Warn-App: Die wichtigsten Fragen & Antworten | BR24

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Die Kinderkankheiten der Corona-Warn-App sind ärgerlich, aber auch kein Grund zur Panik

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    Probleme der Corona-Warn-App: Die wichtigsten Fragen & Antworten

    Funktioniert sie oder funktioniert sie nicht? Seit einigen Tagen wird über Fehler in der Corona-Warn-App diskutiert. Wir erklären, worum es geht und warum Sie das Programm trotzdem nicht von Ihrem Handy werfen sollten.

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    "Die Corona-Warn-App hat ein Kommunikationsproblem", so lautet die Überschrift eines Kommentars, der auf dem bekannten Blog Netzpolitik.org erschienen ist. Und in der Tat kann man den Verantwortlichen vorwerfen, dass über die Probleme der App zu spät und zögerlich informiert wurde. Denn auf iPhones und einer größeren Zahl an Android-Geräten funktionierte die Aktualisierung im Hintergrund nicht. Die anonymisierten Kontaktschlüssel wurden erst ausgetauscht, sobald die App geöffnet wurde.

    Sind die Probleme der Corona-Warn-App ein "Super-GAU"?

    Nein. Bei den Problemen handelt es sich eher um Kinderkrankheiten. Allerdings verlassen sich die User darauf, dass die Corona-Warn-App im Hintergrund ihre Arbeit verrichtet und haben eigentlich keinen Grund, das Programm zu öffnen. Insofern ist es gut, dass die Probleme nun diskutiert und behoben wurden. Ein Anlass zur Panik besteht aber nicht.

    Wer hat Schuld?

    Die Probleme haben weniger mit der App an sich zu tun, sondern mit den Betriebssystemen der Handys. Kurz gesagt: Eine funktionierende Corona-App zu entwickeln ist auch deswegen so schwierig, weil es nicht reicht, eine funktionierende Corona-App zu entwickeln. Die App muss auf unterschiedlichsten Geräten laufen und ob alles reibungslos klappt, hängt nicht nur den Entwicklern der App selbst ab. Was man den Entwicklern möglicherweise vorwerfen könnte ist, dass die App nicht ausreichend getestet wurde und die Probleme nicht ausreichend kommuniziert wurden, denn diese waren schon länger bekannt. Unter denselben Kinderkrankheiten leidet übrigens nicht nur die deutsche Corona-Warn-App, sondern auch vergleichbare Programme im Ausland, die teilweise schon länger genutzt werden.

    Soll ich die App deinstallieren?

    Nein. Diese Kinderkrankheiten sind kein Grund dafür, die App zu deinstallieren. Die App ist ohnehin nur als ergänzendes Werkzeug gedacht, das dazu dienen soll, Ansteckungsketten nachzuverfolgen und zu unterbrechen. Obwohl die App noch nicht so funktioniert, wie sie sollte, trägt sie schon heute dazu bei, Corona einzudämmen. Wenn die App diese Aufgabe in Zukunft noch besser erfüllen kann, dann umso besser.

    Was soll ich jetzt tun?

    Mittlerweile wurden Updates bereitgestellt, die die Probleme beheben sollen.

    Für Nutzer von Android-Handys gilt:

    Die Version 1.1.1 sollte installiert sein. Welche Version installiert ist, sehen Sie in der App, wenn Sie oben rechts auf die drei Punkte drücken. Sie müssen dann „App-Informationen“ auswählen. Ganz unten finden Sie die Versionsnummer. Sollte die App nicht automatisch geupdated worden sein, können Sie im Playstore den Vorgang manuell anstoßen in dem Sie die App aufrufen und auf "aktualisieren" drücken.

    Sofern die Version 1.1.1. installiert ist, müssen Sie in den Einstellungen der App die „Priorisierte Hintergrundaktivität“ anstellen

    Für iPhone-Nutzer gilt:

    Die Version 1.1.2. sollte installiert sein. Sinnvoll ist es auch, sofern möglich, die neueste iOS-Version zu nutzen (iOS 13.6).

    Für alle gilt:

    Die Entwickler raten trotzdem dazu, die App regelmäßig zu öffnen, und zwar nach jeweils 24 Stunden. Genauer: Nach 24 Stunden und mindestens einer Minute. Wie wichtig diese Vorgehensweise für das Funktionieren der App wirklich ist, das ist nicht ganz klar. Klar ist hingegen, dass die App laufend weiterentwickelt wird und die Macher im Austausch mit den Gerätehrstellern, sowie Apple und Google stehen. Gut möglich also, dass die App bald endlich so läuft, wie sie sollte. Detaillierte Antworten zum Umgang mit den Problemen, finden Sie auch auf der Seite der App.

    Was müsste darüber hinaus dringend verbessert werden?

    Nicht nur die Abstimmung mit bestimmten Geräten und Betriebssystemen muss verbessert werden, Optimierungsbedarf gibt es auch an anderen Stellen. Kritisiert werden zum Beispiel unnötig komplizierte Formulierungen ("Priorisierte Hintergundaktivität") und dass wichtige Informationen schwer aufzufinden seien, etwa die Telefonnummer, die man wählen soll, sofern man positiv auf Covid 19 getestet wurde. Auch bei der Zusammenarbeit zwischen den Laboren und der Corona-App hapert es offenbar immer noch.

    Wie geht es mit der App weiter?

    Neben den Kinderkrankheiten wird daran gearbeitet, dass die App mit anderen europäischen Anti-Corona-Apps kommuniziert. Noch ist allerdings nicht klar, wann es soweit ist.

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