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"Privateste Fragen": Kritik an Zugriff auf Smarthome-Geräte | BR24

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Bundesdatenschutzbeauftragter zu Smarthome-Geräten

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"Privateste Fragen": Kritik an Zugriff auf Smarthome-Geräte

Die Innenminister wollen für die Strafverfolgung auf die Daten von Smarthome-Geräten wie Alexa zugreifen. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber warnt im Interview mit der Bayern 2 radioWelt davor.

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Kelber betont, es gebe ganz eindeutig Grundrechte, die auch für Beschuldigte gelten. Der SPD-Politiker erinnert daran, dass die Geräte "privateste Fragen" aufzeichnen und Bürger sich damit quasi selbst belasten müssten.

"Das Gefühl der Unbeobachtetheit, die auch einen demokratischen Staat ausmacht, ist weg." Ulrich Kelber

Daten sollen bei Strafverfolgung genutzt werden

Die Innenminister von Bund und Ländern beraten ab heute auf ihrer Konferenz in Kiel über das Thema. Sie möchten zulassen, dass die Daten smarter Geräte bei der Verfolgung von Terroristen und Straftätern genutzt werden dürfen.

Datenschutzbeauftragter wurde nicht informiert

Kelber machte klar, dass sich in vielen Fällen herausstelle, dass aus einem Beschuldigten eben kein Täter wird. Der Datenschutzbeauftragte beklagte, dass er nicht über das Vorhaben informiert wurde und betont, dass sein Team gern das Innenministerium beraten, wie auch solche Fragestellungen datenschutz- und grundrechtskonform stattfinden könnten. Er habe große Bedenken, dass "jede Woche eine neue Idee, die in Grundrechte eingreift, präsentiert wird."

Zu viele Daten und zu lange gespeichert

Mit Blick auf die Gefahren von Smarthome-Geräten betonte Kelber, dass der Verbraucher zwar einige Möglichkeiten habe, aber man aus Datenschutzpannen und "aus dem grundsätzlichen Ansatz dieser Unternehmen" weiß, dass "viel zu viele" Daten abgegriffen und lange gespeichert werden.

"Ich persönlich nutze Geräte dieser Firmen nicht, solange ich mir nicht sicher sein kann, dass das, was meine Daten sind, auch bei mir verbleibt und kein Dritter kennt." Ulrich Kelber