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PayPal gibt Panne bei Google Pay zu | BR24

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Immer mehr NutzerInnen haben eine Bezahl-App auf ihren Smartphones. Die sind aber offenbar nicht immer ganz sicher, wie sich bei der Kompination von Google Pay und PayPal zeigt.

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PayPal gibt Panne bei Google Pay zu

Wer Googles Bezahldienst mit seinem PayPal-Konto verknüpft hat, sollte seinen Zahlungsverlauf dringend kontrollieren. Derzeit häufen sich Berichte über unautorisierte Abbuchungen aus den USA. PayPal will die Panne inzwischen behoben haben.

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In den deutschen Nutzerforen von Google und PayPal häufen sich die Beschwerden über unerklärliche Abbuchungen. Es gibt zig Blogeinträge zu diesem Thema. Die Beträge variieren dabei sehr stark, teilweise wurden sogar vierstellige Euro-Summen abgebucht. Sehr häufig wird über Zahlungen an die US-Einkaufskette Target berichtet. Die Empfänger beziehungsweise Abbucher nennen sich zum Beispiel Target T-1150 oder Target T-1401. Die Ziffer scheint jeweils für einen bestimmten Markt zu stehen. Es gibt aber offenbar auch völlig kryptische Empfängernamen wie „RQYAFRHGDAN“.

PayPal gibt Problem zu und verspricht alles zurückzuzahlen

Der Bezahldienst hat eine Mitteilung herausgegeben, in der er den Zwischenfall zugibt. Man habe sich unverzüglich der Behebung dieses Problems angenommen, heißt es. Außerdem sei nur eine sehr geringe Anzahl von PayPal-Kunden, die Google Pay nutzen, betroffen gewesen. Insgesamt versucht man in der Mitteilung, die Auswirkungen als möglichst gering darzustellen.

„Das Problem wurde inzwischen behoben. Es wurden keine persönlichen Daten oder Finanzinformationen von PayPal-Kunden gestohlen. Auch hatten Dritte zu keinem Zeitpunkt Zugriff auf PayPal-Konten. Gemäß unserer Nutzungsrichtlinie werden wir betroffenen Kunden sämtliche nicht autorisierte Zahlungen zurückerstatten.“ Mitteilung PayPal

PayPal gibt nur spärlich Auskunft

Weshalb es zu den dubiosen Abbuchungen kommen konnte, erklärt PayPal in der Mitteilung nicht. Einige NutzerInnen hatten berichtet, trotz aktivierter Zwei-Faktor-Authentifizierung betroffen zu sein. Andere beteuerten, noch nie in einem entsprechenden Laden beziehungsweise Ort in den USA gewesen zu sein, wohin das Geld geflossen sein soll. Das würde ausschließen, dass Daten der PayPal-App in einem der angegebenen Läden über Funk vom Smartphone der Betroffenen ausgelesen wurden.

Betroffene werden nicht beraten

PayPal will die Kunden zwar entschädigen, gibt aber ansonsten bislang keine Ratschläge, wie man im Zusammenhang mit Google Pay weiter vorgehen soll. Auch wohin sich Betroffene wenden sollen, teilt das Unternehmen nicht mit. Nutzer-Berichten zufolge bringt es wenig, sich bei Google zu melden, da das Unternehmen die Abbuchungen gar nicht einsehen kann. Die richtige Anlaufstelle ist alleine PayPal. Wie man mit dem dortigen Support Kontakt aufnimmt, ist in diesem Blogeintrag beschrieben.

Angeblich reagiert PayPal auf die Beschwerden tatsächlich kulant und storniert beziehungsweise erstattet die abgebuchten Geldbeträge. PayPal beteuert zwar, dass das Problem nun behoben ist, solange das Unternehmen aber nicht erklärt, um welche Lücke es sich handelte, könnte es vorerst dennoch ratsam sein, die Verknüpfung des Google-Pay-Kontos mit PayPal aufzuheben und in jedem Fall, die Zugangsdaten bei beiden Diensten zu ändern. Außerdem sollte man einen Screenshot von den unautorisierten Transaktionen im Google-Konto machen, um die Abbuchungen im Zweifelsfall besser dokumentieren und nachweisen zu können.