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Die Corona-Warn-App funktioniert. Bei manchen Anroid-Handys gibt es ein durch das Betriebssystem verursachtes Aktualisierungsproblem.

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    Corona-Warn-App: Probleme nur bei manchen Android-Handys

    Die Warnfunktion der Corona-Warn-App sei wochenlang kaputt gewesen, berichtet die "Bild"-Zeitung. Das stimmt so nicht. Betroffen waren nur Benutzer von bestimmten Android-Smartphones. Die Grundfunktion der App hat immer funktioniert.

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    Von
    • Bernd Oswald

    Die deutsche Corona-App konnte einem Bericht der "Bild"-Zeitung zufolge Besitzer bestimmter Smartphones der Hersteller Samsung und Huawei fünf Wochen lang nicht über den Kontakt mit einem Corona-Infizierten benachrichtigen. Bei manchen Smartphones mit dem Android-Betriebssystem habe sich die Hintergrund-Aktualisierung automatisch ausgeschaltet, solange die App nicht geöffnet wurde, um Akku-Strom zu sparen.

    Kontaktüberprüfung hat immer funktioniert

    Es stimmt, dass die Hintergrund-Aktualisierung der App bei bestimmten Android-Smartphones eine Zeit lang nicht funktioniert hat. Die betroffenen Geräte aktualisierten die Informationen der App über positiv getestete Personen dann nicht automatisch im Hintergrund, sondern nur, wenn die Nutzer die App öffneten.

    Nicht zutreffend ist hingegen die Darstellung der Bild-Zeitung, die Warnfunktion der Corona-Warn-App sei "fünf Wochen lang kaputt" gewesen. Die grundlegende Funktion der App, die Kontaktüberprüfung, war zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt.

    "Das eine ist, dass ich mit meinem Smartphone unterwegs bin und IDs austausche, mit wem ich dabei Kontakt hatte, ohne dass dabei persönliche Daten übertragen werden, diese Kontaktüberprüfung funktioniert einwandfrei - bei allen Handys", sagte Jürgen Kuri, stellvertretender Chefredakteur bei c't/Heise Online, dem Bayerischen Rundfunk.

    In einem zweiten Schritt muss die Corona-Warnapp überprüfen, ob eine dieser IDs zu einem Menschen gehört, der mit Corona infiziert ist. Dazu nimmt die App einmal am Tag Kontakt mit dem Server auf, auf dem die IDs von Infizierten gespeichert sind.

    Bei Huawei-Handys funktionieren manche Apps nicht im Hintergrund

    Dieser Kontakt zu den Servern funktioniert bei manchen Smartphones nur, wenn die App im Vordergrund ist. Manche Smartphone-Hersteller, darunter Huawei und Samsung, verhindern, dass Apps dauerhaft im Hintergrund laufen, um Akku-Leistung zu sparen.

    "Huawei ist berüchtigt dafür, dass ihr Batteriemanagement so strikt ist, dass viele Apps im Hintergund nicht mehr funktionieren." Jürgen Kuri, stellvertretender Chefredakteur von Heise Online.

    Das könne man dadurch verhindern, indem im Hintergrund laufende Apps wie die Corona-Warnapp in den Vordergrund holt. Im Android-Betriebssystem gibt es die Möglichkeit, Apps gezielt vom Batteriemanagement auszunehmen.

    Das Problem mit der Hintergrund-Aktualisierung ist auch den Entwicklern der Corona-Warn-App bekannt. So schreibt SAP auf seiner FAQ-Seite zur App, dass das Problem "in der Regel auf einzelne Energiesparmodi bzw. Akkueinstellungen verschiedener Hersteller zurückzuführen. Diese halten sich nicht vollständig an die Android-Spezifikation und sparen oft zu aggressiv Energie."

    Hintergrund-Aktualisierung lässt sich dauerhaft aktivieren

    Android-Nutzer sollten darauf achten, die aktuelle Version der App zu installieren. In der am Mittwoch erschienenen Version 1.1.1 ist das Problem bereits behoben. Nutzer müssen in den Einstellungen den Punkt "Priorisierte Hintergrundaktivität" anwählen: Dort lässt sich die App über einen "Schieberegler" dauerhaft scharf schalten.

    Solche technischen Details sind aber möglicherweise nicht jedem Smartphone-Nutzer bewusst. Das sei auch "teilweise ein Kommunikationsfehler", sagte Kuri dem BR.

    Anzahl der Betroffenen lässt sich kaum ermitteln

    Wie viele Nutzer insgesamt betroffen sind, lässt sich Kuri zufolge nur schwer abschätzen. Manche Nutzer von Samsung- und Huawei-Smartphones würden das Problem kennen und hätten das App-Management darauf eingestellt. "Außerdem gibt es viele Handys, die selbst lernen, dass Anwendungen, die viel benutzt werden, nicht ins Batteriemangement laufen sollen", so Kuri. Aber man wisse nicht, wie viele Leute täglich in der App nachgeschaut hätten.

    Bislang wurde die Corona-Warn-App nach Angaben des Robert-Koch-Instituts 16,2 Millionen Mal heruntergeladen.

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