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Online-Flut zu Weihnachten mit Verstand und Tricks steuern | BR24

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Da werden vor der WM Fernseher bestellt, danach gehen sie zurück. Gebrauchte Mountainbikes und getragene Abendkleider landen wieder beim Händler. 350 Millionen Online-Bestellungen schicken die Deutschen pro Jahr zurück. Oft in fragwürdigem Zustand.

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Online-Flut zu Weihnachten mit Verstand und Tricks steuern

Kurz vor Weihnachten hoffen Online-Händler auf dicke Geschäfte. Der Einkaufs-Boom im Internet ist ungebrochen. Die Nutzer lieben die Bequemlichkeit. Bequem ist auch, Artikel umsonst zurückzusenden. Aber die Umtausch-Flut wird zunehmend zum Problem.

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Bei Mode-Artikeln, die übers Internet gekauft werden, wird besonders gerne zurückgeschickt. Diese Rückläufer landen dann zum Beispiel bei Hermes Fulfilment in Hamburg, eines der größten Retouren-Auffanglager des Online-Handels in Europa. Rund 200.000 Artikel kommen dort pro Tag an. Die Retouren werden registriert, geprüft und hübsch gemacht, für den Wiederverkauf. Wie viele Päckchen insgesamt zurückgeschickt werden, wollen die Online-Händler nicht so genau sagen. Schätzungsweise sind es über eine Viertel Milliarde pro Jahr.

Zurückschicken versaut die Umweltbilanz im Online-Handel

Eigentlich wäre die Ökobilanz im Online-Handel gar nicht so schlecht. Man bestellt, muss nicht wegfahren, geliefert wird im Sammel-Transporter. Pro Päckchen errechnet DHL gerade mal 500 Gramm Emissionen. Ein modernes Mittelklassefahrzeug kommt damit nicht einmal 3,5 Kilometer weit. Sobald die bestellten Artikel aber wieder zurückgeschickt werden, ist die Bilanz im Eimer.

Gute Produktbeschreibungen und Daumenschrauben für weniger Umtausch

Vermeidung steht also im Fokus. Für Hilka Bergmann, die für das Kölner Forschungsinstitut EHI über 100 Online-Händler befragt hat, geht das vor allem über gute die Produktbeschreibung. Die virtuelle Umkleidekabine für Zuhause sei allerdings immer noch in der Entwicklung. Retourenforscher Björn Asdecker von der Uni Bamberg plädiert unterdessen für hartes Durchgreifen.

"Amazon macht das auch konsequent als Marktführer vor. Da werden Kundenkonten, die über längere Zeit exorbitant viel retournieren, auch geschlossen und nicht mehr beliefert werden." Björn Asdecker, Uni Bamberg

Deutsches Online-Shopping fällt krass zurück

Die Zuverlässigkeit deutscher Online-Shops hat unterdessen deutlich nachgelassen. Bei der Paketzustellung ist man im Ranking der UN-Organisation für Handel und Entwicklung (UNCTAD) aus den Top Ten geflogen. Deutschland fiel von Platz 9 auf Rang 16. Gemessen wurde etwa, wie schnell Ware geliefert werden konnte und wie gut der Liefertermin vorher bestimmbar ist. Spitzenreiter im Ranking waren die Niederlande. Nirgends auf der Welt laufe das Online-Shopping so reibungslos wie dort. Die Paketdienste tun sich schwer, den Boom zu bewältigen. Sie finden zu den teils unterdurchschnittlichen Konditionen kaum mehr Mitarbeiter.

Tricks für billigeres Shopping

Konsequenz: Steigende Lohnkosten bei DHL und Co. werden bald auch zu höheren Lieferkosten führen, die dann wiederum auch den Kunden treffen könnten. Dem Nutzer bleiben noch ein paar Kniffs, um sich gegen zu hohe Preise im Online-Handel zu wehren. Eine bekannte Regel: Wer regelmäßig seine Browserdaten samt Cache und Cookies löscht, spart bares Geld. Online-Shops ziehen nämlich persönliche Daten. Folge: Die Preise steigen bei Produkten, die man mehrmals angeschaut hat. Das lohnt sich vor allem bei teureren Bestellungen.

Nicht mit Smartphone oder Tablet bestellen

Manche Shops verlangen zudem mehr beim Shopping mit einem mobilen Endgerät. Die Logik: Wer mit Smartphone oder Tablet unterwegs einkauft, greift spontaner zu, ohne nochmal extra zu vergleichen. Und was darüber hinaus manchmal klappt: alles in den Warenkorb packen und anstatt die Bestellung abzuschließen, einfach den Browser schließen. Viele Shops senken dann die Preise auf diese Waren. Manche Läden schicken sogar günstigere Angebote für genau diese Artikel, wenn man bei ihnen einen Account hat.