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OLG München verbietet womöglich Amazons Dash Buttons | BR24

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Dash Button

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OLG München verbietet womöglich Amazons Dash Buttons

Dash Buttons: Viele finden sie praktisch, denn mit ihnen lassen sich per simplem Knopfdruck Waren nachbestellen. Verbraucherschützer sehen die Bestellknöpfe von Amazon kritisch. Nun muss das Oberlandesgericht in zweiter Instanz entscheiden.

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Fehlt Kaffee, Waschmittel oder Toilettenpapier, dann können Amazon-Kunden das im Handumdrehen nachbestellen, oder besser gesagt mit einem simplen Knopfdruck. Mit einem Dash Button kauft man jedoch angeblich die Katze im Sack.

"Unserer Meinung nach wird der Verbraucher nicht ausreichend darüber informiert, welche Ware er zu welchem Preis bestellt. Zwar kann er vorher den Dash Button einrichten mit einem speziellen Produkt, da wird ihm auch ein Preis genannt. Amazon behält sich aber vor, sowohl die Ware als auch den Preis zu ändern." Thomas Bradler, Verbraucherzentrale Nordrheinwestfalen

So kann zum Beispiel die Packung Kaffee oder Waschmittel nach ein paar Monaten teurer werden. Oder sie ist gerade nicht lieferbar, dann schickt Amazon womöglich die nächstgrößere Packung. Das kann der Kunde aber nicht erkennen, wenn er das Knöpfchen drückt.

Deshalb gab das Münchner Landgericht der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen Recht und erklärte die Bestellung per Knopfdruck für unzulässig. Die Richter störte zudem, dass auf den kleinen Geräten der Hinweis "zahlungspflichtig bestellen" oder eine ähnlich eindeutige Formulierung fehlt. Mit dem Dash Button werde der Bestellvorgang allein durch Drücken ausgelöst, ohne dass der Verbraucher weitere Erklärungen abgeben müsse, hieß es in der Urteilsbegründung.

Amazon will nicht klein beigeben

Der Handelskonzern will sich mit dem Urteil jedoch nicht abfinden. In einer Erklärung für BR24 begründet das Unternehmen, warum man in Revision gegangen ist:

"Innovation steht im Mittelpunkt unserer andauernden Mission, das Einkaufserlebnis für Amazon-Kunden auf der ganzen Welt zu verbessern. Dash Buttons sind ein Paradebeispiel dafür und bieten dem Kunden eine besonders komfortable Möglichkeit, Dinge des täglichen Bedarfs zu bestellen. Der Schutz der Kundenrechte ist uns sehr wichtig und wird durch den Dash Button gewährleistet. Wir sind davon überzeugt, dass der Dash Button und die dazugehörige App im Einklang mit der deutschen Gesetzgebung stehen und dass es dem Kunden erlaubt sein sollte, selbst eine informierte Entscheidung darüber zu treffen, wie er einkaufen will.“ Amazon

Dash Buttons als Kaufbeschleuniger für Amazon

Wer nur noch auf den Knopf drücken muss, wird über eine Bestellung nicht mehr groß nachdenken. Zudem wird auch kaum mehr mit Konkurrenzprodukten verglichen. Deshalb erstattet Amazon auch den Preis von 4,99 Euro für den Bestell-Knopf beim ersten Einkauf wieder. Da die Dash Buttons zudem nur an Prime Kunden ausgegeben werden, hofft man womöglich, auch so mehr Nutzer auf dieses Abo-Kontos zu locken.

WLan-Passwort wird an Amazon geschickt

Der Dash-Button selbst ist ein kleiner Computer, der bei Betätigung eine Amazon-Webadresse aufruft und die Bestellung auslöst. Das funktioniert über das WLan-Netz im Haus. Beim Einrichten speichert der Button Namen und Passwort des WLan-Zugangs.

Eingerichtet wird der High-Tech-Knopf mit dem Tablet oder dem Smartphone und der entsprechenden App. Dort wird gespeichert, welcher Artikel in welcher Menge auf Knopfdruck bestellt werden soll. Die Einstellungen lassen sich später zwar wieder ändern. Kritisiert wird allerdings, dass Amazon das WLan-Passwort des Kunden nicht nur im Dash Button speichert, sondern auch an die Server von Amazon schickt. Immerhin: Diese Einstellung lässt sich ändern: Häkchen zur Passwortspeicherung in der Amazon-App einfach wegklicken!