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Fast alle Rechenzentren des Bundes sind nicht energieeffizient

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    Nur ein Rechenzentrum des Bundes ist umweltfreundlich

    Nur eines von 177 Rechenzentren des Bundes ist energieeffizient und darf den Blauen Engel tragen. Außerdem betreibt die Bundesregierung weit mehr solcher Rechenbetriebe als gewollt.

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    Von
    • Anna Bühler

    Wir alle nutzen sie - meistens ohne uns groß darüber bewusst zu sein: Rechenzentren. Sie arbeiten, wenn wir online Geld überweisen, Serien streamen oder Bilder auf dem Smartphone verschicken.

    Die Bundesregierung betreibt für öffentliche Aufgaben derzeit 177 Rechenzentren. Und nur ein einziges davon trägt den Blauen Engel für energieeffiziente Rechenzentrumsbetriebe. Das hat jetzt eine Antwort der Bundesregierung auf die Anfrage der Linksfraktion gezeigt.

    Ein Umweltzeichen für energieeffiziente Rechenzentren

    Deutschland ist der größte Rechenzentrumsstandort in Europa, sogar der drittgrößte der Welt. Allerdings gibt es in den Rechenzentren noch viel Potenzial, energiesparender und somit umweltfreundlicher zu haushalten - beispielsweise indem man den Energieverbrauch oder die Klimatisierung in den Gebäuden optimiert. Rechenzentren, die Auflagen zur Nachhaltigkeit erfüllen, können in Deutschland mit dem Blauen Engel ausgezeichnet werden - einem Umweltzeichen, das zum Beispiel honoriert, dass erneuerbare Energien genutzt werden oder Server ideal ausgelastet sind.

    Wie viele Rechenzentren der Bundesregierung in Deutschland dieses Umweltzeichen tragen, wollte die Bundestagsabgeordnete Anke Domscheit-Berg wissen. Und: Wie viele Rechenzentren überhaupt noch von den Bundesministerien betrieben werden. Am 2. Dezember hat sie dazu eine Anfrage an die Regierung geschickt.

    Die Antwort: Die Behörden und Einrichtungen der unmittelbaren Bundesverwaltung betreiben 177 Rechenzentren, wovon sich fünf in Auflösung befinden. Von den 177 Betrieben ist nur einer mit dem Blauen Engel ausgezeichnet: Das des Bundesamts für Schifffahrt und Hydrographie.

    Zukunft unklar

    Das Ziel, die Anzahl der eigens betriebenen Rechenzentren zu reduzieren und in den verbleibenden Zentren nachhaltiger zu arbeiten, hat die Bundesregierung damit verfehlt.

    "Die Bundesregierung offenbart bei ihrer IT-Infrastruktur gleich zweifaches Versagen: sowohl beim Umbau der IT-Infrastruktur auf Nachhaltigkeit, als auch bei der seit vier Jahren laufenden IT-Konsolidierung." Anke Domscheit-Berg

    Das Bundesfinanzministerium, das für Fragen rund um die Informationstechnik des Bundes zuständig ist, hat dem SPIEGEL bereits auf Nachfrage erklärt, dass weiter an dem Ziel gearbeitet werde, "so viele IT-Lösungen wie sinnvoll möglich in den zentralen Rechenzentren des Informationstechnikzentrums Bund zu konsolidieren". Das Zeitziel hierfür konnte allerdings nicht erreicht werden.

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