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Auch Booster-Impfungen kann man in die Corona-Warn-App eintragen

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    Booster, Test-Anspruch und mehr: Neues zur Corona-Warn-App

    Wie trägt man die Booster-Impfung ein? Habe ich bei einer Warnmeldung Anspruch auf einen kostenlosen PCR-Test? Und bringt die App überhaupt etwas? Wir beantworten die wichtigsten Fragen zur Corona-Warn-App.

    Von
    Thomas MoßburgerThomas Moßburger
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    Mit steigender Inzidenz kommen auch sie wieder: die roten Warnmeldungen in der Corona-Warn-App. Denn mehr Infizierte, das bedeutet auch, dass die Chance steigt, sich anzustecken. Doch wie sollten Gewarnte damit umgehen?

    Habe ich bei der Meldung "Erhöhtes Risiko" Anspruch auf einen Corona-Test?

    Die App rät bei einer roten Meldung dazu, sich erst einmal zu isolieren, die AHA-Regeln einzuhalten und den Hausarzt, Kassenärztlichen Bereitschaftsdienst oder Gesundheitsamt um Rat zu fragen. Dort scheint über das weitere Vorgehen jedoch nicht immer Einigkeit zu bestehen. So berichtet etwa "Netzpolitik.org" davon, dass Ärzte und Hotlines geimpfte Anrufer teils abwimmeln und erklären, ein PCR-Test sei bei Geimpften trotz Risiko-Kontakts kostenpflichtig.

    Doch das ist offenbar nicht richtig. Auf BR24-Anfrage erklärte das Bundesgesundheitsministerium, dass es bei einer "Erhöhtes Risiko"-Meldung einen Test-Anspruch gebe, der nicht zwischen Geimpften und Ungeimpften unterscheide. Das heißt: Sowohl Ungeimpfte als auch Geimpfte haben grundsätzlich Anspruch auf einen PCR-Test, wenn eine Begegnung mit erhöhtem Risiko in ihrer Warn-App angezeigt wird. Für Ungeimpfte gilt allerdings: Sie müssen bei einer roten Warnung in Quarantäne und in der Folge auch Tests machen. Geimpfte müssen nicht grundsätzlich in Quarantäne, sollten aber - vor allem bei Symptomen - auch mit einem Arzt sprechen. Ob und mit welchem Test getestet wird, entscheiden dann letztlich laut Ministerium der Arzt oder das Gesundheitsamt.

    Die Frage, warum diese Informationen zum Test-Anspruch nicht in der erwünschten Klarheit in der App kommuniziert wird, ließ das Ministerium unbeantwortet. Es verwies jedoch auf andere Kommunikationskanäle, auf denen diese Information kommuniziert werde.

    Wie kann ich die Booster-Impfung in die App eintragen?

    Wer mit Johnson & Johnson nur einmal geimpft wurde oder wessen zweite Impfung mit einem anderen Impfstoff länger als sechs Monate her ist, sollte beziehungsweise kann sich derzeit um eine Booster-Impfung bemühen. Doch wie trägt man solche Zusatzimpfungen in die entsprechenden Apps, also die Corona-Warn- oder die CovPass-App, ein?

    Einen rechtlich gesehen vollständigen Impfstatus hat man als doppelt Geimpfter ja eigentlich ohnehin schon. Dennoch erhält man auch bei Auffrischungen einen QR-Code. Wichtig ist hier: Trägt man den Booster ein, ist dieser - wie die früheren Impfungen - erst zwei Wochen nach dem Piks offiziell gültig. Deswegen ist es sinnvoll, in den zwei Wochen nach dem Booster weiterhin das "alte" Impfzertifikat vorzuzeigen. Man kann mehrere Zertifikate parallel in die App laden und dann das auswählen, das man zeigen will.

    Zudem sollten Sie darauf achten, ob Ihnen das richtige Zertifikat für die Auffrischung ausgestellt wurde. Bei Booster für Johnson & Johnson sollte auf dem QR-Code-Zettel 2/2 stehen, bei einem Drittimpfungs-Booster 3/3 und bei Genesenen-Impfungen 1/1. Nur dann kann das System diese Sonderfälle richtig eintragen.

    Neues Handy, Impf-QR-Code weg?

    Da bei so manchem die Impfung schon eine Weile zurückliegt, dürfte auch diese Problematik größer werden: Jemand kauft ein neues Smartphone, findet aber den QR-Code von der Impfung oder gar den Papier-Impfpass nicht mehr.

    Grundsätzlich können die Ärzte oder Stellen, die geimpft haben, eine Corona-Impfung nochmals bestätigen. Wer seinen gelben Impfpass verloren hat, sollte ohnehin unbedingt mit seinem Hausarzt in Kontakt treten und versuchen, so viele Impfungen wie möglich nachzuvollziehen. Im Zweifel muss sogar nachgeimpft werden. Also vorher gründlich suchen.

    Wer den gelben Impfpass noch hat und nur einen neuen QR-Code braucht, kann beim Impfarzt fragen oder aber mit Personalausweis und dem gelben Pass in eine Apotheke gehen und sich dort einen QR-Code erstellen lassen.

    Funktioniert die Corona-Warn-App eigentlich?

    Oft als Flop totgesagt, tut die App laut einer Auswertung durchaus, was sie soll. Die Daten für diesen Befund stammen von App-Usern, die dafür freiwillig Nutzerdaten bereitgestellt haben. Sie zeigen laut "Heise", dass die App zum Beispiel das Risiko einer Infektion tatsächlich gut einschätzen kann.

    Wer eine Risikobegegnung mit erhöhtem Risiko angezeigt bekommen hat, war im Anschluss tatsächlich klar häufiger Corona-positiv als jemand, der eine Begegnung mit niedrigem Risiko angezeigt bekommen hat. Wie effektiv die App als gesamtgesellschaftliches Mittel gegen die Pandemie ist, hängt jedoch nicht zuletzt davon ab, wie viele das Werkzeug nutzen, um anonym andere Mitmenschen zu warnen.

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