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Wer ein altes Handy hat, wird auch weiterhin meist ein neues Handy kaufen müssen, wenn der Akku langsam schwach wird.

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    Neues Elektrogerätegesetz: Keine Wechselakku-Pflicht für Handys

    Der Bundestag hat das Elektrogerätegesetz geändert: Verbraucher werden nun etwa alte Technik besser los. Anders als von einigen Stellen gewünscht, werden jedoch keine wechselbaren Akkus für Handys und Co. vorgeschrieben.

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    Von
    • Thomas Moßburger

    In alten Elektrogeräten stecken oftmals kleine Schätze: Materialien und Rohstoffe, die man wiederverwenden oder wieder aufbereiten kann. Die Umwelt freut sich. Auch weil die gefährlichen Stoffe, die solche Geräte enthalten, sicher entsorgt werden. Doch damit das tatsächlich passiert, muss die Alt-Technik natürlich erstmal in das Recyclingsystem gelangen.

    Das gelingt in Deutschland bisher nicht gerade perfekt. Wie das Umweltministerium mitteilt, lagern unzählige Kleingeräte wie Handys oder kaputte Taschenlampen in Schubladen, andere Geräte würden im Restmüll entsorgt oder illegal vermarktet. Nur 43 Prozent der Altgeräte, die 2018 in Verkehr gebracht wurden, wurden gesammelt und konnten so direkt in einen Verwertungsprozess übergehen.

    Mehr Rückgabe-Möglichkeiten

    Das soll sich nun mit einer Änderung des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes bessern. Konkret müssen künftig auch Supermärkte und Discounter alte Geräte zurücknehmen und sammeln - wenn ihre Ladenfläche über 800 qm beträgt und sie mehrmals pro Jahr technisches Gerät anbieten. Die Läden, für die diese Bedingungen zutreffen, sollen dank einheitlicher Kennzeichnung als Sammelstellen erkennbar sein.

    In dem Fall können Verbraucher dort jederzeit kleine Geräte wie Handys oder Taschenlampen abgeben. Bis zu einer Kantenlänge von 25 Zentimeter soll das gelten, wie "Heise.de" präzisiert. Größere Geräte wie Fernseher, Waschmaschinen und Co. müssen die Händler zurücknehmen, wenn der Kunde sich dort ein neues Gerät kauft. Wer also einen neuen TV bei einem Discounter ersteht, kann seinen alten dort direkt loswerden.

    Für Online-Händler gilt künftig grundsätzlich, dass sie alte Geräte abholen und entsorgen müssen, wenn ein Kunde ein neues bei ihnen kauft. Zu diesen Rücknahmeregeln kommen allgemein neue Regelungen, wie gesammelte Altgeräte sicher gelagert werden.

    Keine Wechselakkus - vorerst

    Ein anderer diskutierter Vorschlag fehlt im Gesetz allerdings. Der Bundesrat hatte in einer Stellungnahme zu dem Gesetzesvorhaben leichter wechselbare Akkus ins Spiel gebracht. Etwa bei Handys. Dazu war dann etwa ein Verantwortlicher des Handy-Herstellers Samsung im Bundestag gehört worden, der vor klobigeren Handys warnte. Eine Einschätzung, die ein Experte gegenüber BR24 grundsätzlich bestätigte. Allerdings würde es laut ihm eher im Millimeter gehen, als um eine Rückkehr zu alten Handy-Knochen aus grauer Vorzeit.

    Nun fehlt diese Pflicht, die auch das Bundesumweltministerium grundsätzlich begrüßt hätte. Beschlossen wurde das Gesetz nun im Bundestag mit den Stimmen der Großen Koalition. Es muss nun den Bundesrat passieren und soll am 1. Januar 2022 in Kraft treten, mit einer anschließenden Übergangsfrist von sechs Monaten.

    Die Opposition stimmte geschlossen gegen das Gesetz. Grüne und Linke etwa, weil sie sich mehr zu Langlebigkeit und Reparierbarkeit von Geräten gewünscht hätten, wie "Heise" berichtet. Vom Tisch sind modularere Geräte, also auch wechselbare Akkus, allerdings wohl ohnehin nicht. In der EU werden immer wieder Stimmen aus Kommission und Parlament laut, die unter anderem austauschbare Akkus und ein Mindesthaltbarkeitsdatum für Elektronik fordern.

    Mit Material der dpa

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