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Neue Nutzungsbedingungen: WhatsApp schickt Daten an Facebook | BR24

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WhatsApps neue AGBs

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    Neue Nutzungsbedingungen: WhatsApp schickt Daten an Facebook

    Die Nutzungsbedingungen von WhatsApp machen klar: Facebook behält es sich vor, Daten zwischen WhatsApp und Facebook auszutauschen. Aber: Für Nutzerinnen und Nutzer in der EU ändert sich im Kern wohl nichts.

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    Von
    • Gregor Schmalzried
    • Anna Bühler

    Wer beim neuen Update von WhatsApp auf "Akzeptieren" drückt, um die App weiter benutzen zu können, der stimmt damit auch den neuen Nutzungsbedingungen zu. Und die haben es in sich.

    "Als Teil der Facebook-Unternehmen erhält WhatsApp Informationen von anderen Facebook-Unternehmen und teilt auch Informationen mit anderen Facebook-Unternehmen." Nutzungsbedingungen WhatsApp

    Das bedeutet: WhatsApp kann Daten aus WhatsApp-Profilen mit Daten aus Facebook- oder Instagram-Profilen verknüpfen und so ein umfassendes Bild seiner Nutzer erstellen. WhatsApp schweigt sich darüber aus, welche Informationen damit genau gemeint sind. Technisch denkbar sind aber etwa Telefonnummern, Telefonnummern von Kontakten, Profilbilder und wann ein Kontakt online oder offline ist.

    Darf Facebook Daten austauschen?

    Dass Facebook möglicherweise Daten zwischen WhatsApp und dem Mutterkonzern Facebook austauscht, ist seit Jahren ein kontroverses Thema. Denn Datenschutz und Wettbewerbsrecht geraten durch Facebooks mögliches Monopol in Gefahr.

    Erst 2017 hatte die Europäische Union Facebook zu einer Strafe von 110 Millionen Euro verurteilt, weil Facebook zum möglichen Datenaustausch zwischen Facebook und WhatsApp falsche Angaben gemacht hatte. 2019 hatte das Bundeskartellamt erfolglos versucht, Facebook am Zusammenführen seiner verschiedenen Apps zu hindern.

    Facebook will eine Super-App

    Stattdessen marschiert Facebook in die genau entgegengesetzte Richtung und vernetzt seine Apps Facebook, Instagram, Messenger und WhatsApp immer enger miteinander. Seit letztem Jahr kann man zum Beispiel private Nachrichten zwischen Instagram und Messenger hin und her senden.

    Der Facebook-Konzern handelt jetzt auch deshalb, weil es bald dafür zu spät sein könnte. In den USA steht Facebook am Anfang eines möglicherweise jahrelangen Rechtsstreits, in dem Facebook dazu gezwungen werden könnte, die Käufe von Instagram und WhatsApp rückgängig zu machen. Und je enger die Apps jetzt miteinander verzahnt sind, desto schwieriger könnte es hinterher werden, sie wieder voneinander zu trennen.

    Keine Änderungen für die Europäische Union

    Laut WhatsApp wird sich durch die neuen Nutzungsbedinungen für Userinnen und User aus der Europäischen Union allerdings vorerst nichts ändern. Auf Nachfrage des SPIEGEL betonte ein Sprecher des Unternehmens, dass es keine Änderungen an den Praktiken der Datenweitergabe von WhatsApp in der europäischen Region (einschließlich Großbritannien) ergeben. WhatsApp werde keine WhatsApp-Nutzerdaten aus der europäischen Region mit Facebook teilen. Insofern ändert sich auch für Nutzerinnen und Nutzer aus Deutschland im Kern nichts.

    Wer allerdings ganz sicher gehen will: Den WhatsApp-Account löschen und auf eine Alternative ausweichen.

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