Das Firmenlogo von OpenAI neben einem Schriftzug von GPT-4
Bildrechte: picture alliance / NurPhoto | Jakub Porzycki

OpenAI hat mit GPT-4 ein multimodales System veröffentlicht, das jetzt Bild und Text verarbeiten kann.

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Neue KI-Version: GPT-4 jetzt 40 Prozent faktentreuer

Das KI-Wettrennen geht weiter: Der Chatbot von OpenAI versteht nun komplexere Befehle, kann sogar auf Bilder reagieren und erfindet Fakten nicht mehr ganz so haltlos wie bisher. Doch wer es direkt ausprobieren will, muss dafür bezahlen.

GPT-4, die neue Generation des KI-Systems aus dem Hause OpenAI ist diese Woche erschienen. Mit einem Tweet am Dienstag kündigte CEO Sam Altman als bislang leistungsfähigstes Modell seiner Art an, bremste aber auch die Euphorie: "Es ist noch immer mangelbehaftet und beschränkt, es wirkt beim ersten Ausprobieren noch immer eindrucksvoller, als es später ist."

Das mehr oder weniger frei zugängliche ChatGPT basiert noch auf der Vorgängerversion GPT-3.5 und OpenAI betont, dass der Sprung zur neuen Version dem entstandenen Hype um KI und Chatbots womöglich nicht standhalten werde. Die entscheidenden Neuerungen in Version GPT-4 kämen demnach erst in speziellen Anwendungsfällen zur Geltung.

Besseres Textverständnis und Bildverarbeitung

Was hingegen sofort auffällt: GPT-4 ist jetzt “multimodal”, kann also Eingaben in Bild und Text gleichzeitig verarbeiten. Ein Beispiel dafür wäre ein Foto des eigenen Kühlschrankinhalts verbinden mit der Frage "Was kann ich mit diesen Zutaten kochen?" Eine Antwort darauf erfolgt weiterhin und wie gewohnt nur als Text.

Insgesamt soll GPT-4 sehr viel kreativer und leistungsfähiger darin sein, kreative Schreibaufgaben zu erfüllen: Gemeint sind Drehbücher, Songtexte oder auch das Imitieren des eigenen Schreibstils seiner jeweiligen Nutzer. Eingaben sowie Ergebnisse von bis zu 25.000 Zeichen pro Vorgang sind nun möglich.

Ein Chatbot kann ja nicht alles wissen

Um ganze 40 Prozent akkurater im Vergleich zum Vorläufer sei jetzt auch der Umgang mit Fakten. Doch nach wie vor weiß die KI nichts über das Weltgeschehen nach September 2021, denn dort endet der zugrundeliegende Trainingsdatensatz.

GPT-4 könne sich weitergehendes Wissen auch nicht selbst aneignen, schreibt OpenAI dazu. Auch gegen gesellschaftliche Vorurteile und sogenannte "Halluzinationen" sei das System noch nicht immun. Um immerhin 82 Prozent reagiert GPT-4 weniger wahrscheinlich auf "Anfragen für verbotene Inhalte": Etwa die Bauanleitung für einen Bombe oder die Entsorgung einer Leiche.

Microsoft, Duolingo und Island nutzen schon GPT-4

Zum praktischen Einsatz kam und kommt GPT-4 bereits: So legte Microsoft offen, dass ihr experimenteller Bing-Chatbot bereits die neue Version im Einsatz hatte; die Online-Sprachschule Duolingo verwendet die Technologie zum Konversationstraining und die Regierung Islands will damit die eigene Sprache erhalten.

Wer direkt selbst ausprobieren möchte, was GPT-4 leisten kann, benötigt entweder ein Abo für den Dienst ChatGPT+ (à 20 USD monatlich) oder kann sich auf einen Forschungszugang bewerben.

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