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Netztest: Mobilfunkanbieter werden besser und liefern jetzt 5G | BR24

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Mobilfunknetzbetreiber haben alle nachgebessert. Trotzdem bleiben ein paar Schwachstellen.

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Netztest: Mobilfunkanbieter werden besser und liefern jetzt 5G

Kommunikation läuft inzwischen fast nur noch über das Handy. Umso wichtiger, dass die Mobilfunknetze zuverlässig funktionieren. Die Zeitschrift "Connect" hat untersucht, wie gut Telekom, Vodafone und O2 liefern.

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Von
  • Christian Sachsinger

Im Internet surfen, Nachrichten verschicken, Videotelefonate und Streaming, all das verlangt nach schnellen Datenverbindungen. Und die Mobilfunkkonzerne unternehmen derzeit offenbar große Anstrengungen, um ihre Netze leistungsfähiger zu machen.

Das ist allerdings auch ihre Pflicht, denn der Ausbau bei LTE (4G) vor allem in ländlicheren Regionen, war Voraussetzung dafür, dass die Netzbetreiber eine Lizenz für den neuen 5G-Standard ersteigern konnten. Wer beim Ausbau nicht nachlegt, riskiert Strafen. Anfang des Jahres hatte die Bundesnetzagentur noch teils erhebliche Mängel in der Netzabdeckung festgestellt und Druck gemacht.

Um zu sehen, wie weit die Konzerne nun nachgebessert haben, durchreisten die Connect-Tester knapp zwei Wochen lang das Land mit dem Auto und liefen zudem zu Fuß die deutschen Städte ab – insbesondere dort wo viel los ist, also in Bahnhofshallen, Flughafenterminals, Cafés, Museen und in öffentlichen Verkehrsmitteln. Außerdem wurde die Mobilfunkabdeckung auf Fernverkehrsstrecken der Bahn unter die Lupe genommen.

Telekom bleibt Favorit aber O2 holt kräftig auf

Als Sieger aus dem Connect-Netztest ist erneut die Deutsche Telekom hervorgegangen, das war bereits in den vergangenen Jahren so. Überraschend ist jedoch, wie sehr Telefónica/O2 aufholen konnte. Die Münchner haben zum Beispiel in Großstädten dem Test zufolge stark nachgelegt und etwa bei den Walktests (zu Fuß) Vodafone überholt.

In Kleinstädten und auf den Verbindungsstraßen konnten Telefónica und Vodafone ebenfalls nachbessern und in ländlichen Regionen den Vorsprung der Telekom reduzieren. Allerdings zeigt der Test auch, dass alle drei Anbieter in Kleinstädten und auf den Verkehrswegen noch Defizite haben.

Ärgernis Bahn-Fahren bleibt bestehen

In Zügen kann keiner der drei Anbieter wirklich glänzen. Den vergleichsweise besten Wert liefert hier zwar wieder die Telekom, doch das Abrufen von YouTube-Videos klappte auch hier nur in 90 Prozent aller Fälle - Zuverlässigkeit ist etwas Anderes. So genervt mancher Bahnkunde mit Laptop sein mag, es gibt Hoffnung. Immerhin konnten sich alle drei Netzbetreiber bei den Bahntests im Vergleich zum vergangenen Jahr verbessern. Das Problem ist also bekannt und die Netzgesellschaften arbeiten offensichtlich daran.

5G kommt langsam aber sicher in Schwung

Erstmals hat Connect in diesem Jahr auch den neuen, superschnellen Mobilfunkstandard 5G genau untersucht. Eines der interessantesten Ergebnisse: Auf fast einem Drittel der untersuchten Fläche gab es bereits 5G-Empfang. Allerdings wurden dabei in den meisten Fällen noch keine wirklich berauschenden Geschwindigkeiten erreicht. Die Masten funken bisher vor allem in den nicht so schnellen Frequenzen (z.B. 2,1 GHz).

Der Unterschied zum alten 4G-Netz dürfte vielen Nutzern und Nutzerinnen deshalb kaum auffallen. Nur manchmal konnten die Tester wirklich hohe Geschwindigkeiten von gut einem Gbit/s messen – das ist etwa das zehn- bis 20-Fache dessen, was ein gängiger Festnetzanschluss zu Hause derzeit liefert.

Die Deutsche Telekom liegt beim 5G-Ausbau ganz klar vorne. Telefónica/O2 steht noch ziemlich am Anfang. Mit einem 5G-Handy kommt man hier also noch nicht weit; übrigens auch nicht, wenn man einen Vertrag bei 1&1 Drillisch abschließt, denn der Neuling unter den deutschen Netzbetreibern, verfügt bislang noch kaum über eigene Funkmasten und schickt die Daten seiner Kunden bei 5G über die O2-Netze.

Bestnoten für alle Netzbetreiber

Telekom, Vodafone und Telefónica/O2 bekommen von Connect alle die Bewertung "sehr gut", wobei das Schlusslicht Telefónica näher an den Sieger Telekom heranrückt. Die Reihenfolge bestätigt übrigens auch der kürzlich veröffentlichte Konkurrenztest des Magazins Chip. Hier gibt es für die Münchner die Note "2 mit Sternchen".

Für Kunden und Kundinnen bedeutet das konkret: wer sich meist in Großstädten aufhält, kann ohne Qualitätseinbußen O2 nutzen und dabei von den oft günstigeren Tarifen profitieren. Wer allerdings viel in ländlicheren Regionen unterwegs ist, sollte sich wohl eher für einen Tarif von Vodafone oder Telekom entscheiden. Und wer glaubt, unbedingt schon 5G zu brauchen, für den bleibt im Prinzip nur die Telekom.

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