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Netznotizen: Julia Klöckner und das Nestlé-Video | BR24

© dpa/pa

In der Kritik für das Video: Ministerin Julia Klöckner.

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Netznotizen: Julia Klöckner und das Nestlé-Video

Bundesagrar- und Ernährungsministerin Julia Klöckner stellt sich für den Twitter-Kanal des Ministerium vor die Kamera - mit dem Nestlé-Deutschland-Chef. Im Netz erntet sie dafür Kritik und Spott. Die Netznotizen von Tobias Dirr.

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Eine graue Wand. Ein Gemälde in Gelb und matschgrau. Im Vordergrund der Nestlé Deutschland-Chef Marc-Aurel Boersch im grauen Jackett und Bundesagrar- und Ernährungsministerin Julia Klöckner. Die beiden haben ein gemeinsames Video für den Twitterkanal des Ministeriums aufgenommen. Eines, das im Netz zu viel Kritik und Spott geführt hat.

"Deshalb freue ich mich, dass wir uns heute über die Philosophie von Nestlé unterhalten haben. Ich habe heute viel Neues erfahren und freue mich, dass wir Unterstützung haben für unsere Innovations- und Reduktionsstrategie: weniger Zucker, weniger Salz und weniger Fett." - Julia Klöckner, Bundesagrar- und Ernährungsministerin

Nestlé-Chef Marc-Aurel Boersch darf antworten:

"Wir unterstützen die Reformulierungsstrategie der Ministerin sehr, sehr gerne. Wir machen das ja auch schon seit ein paar Jahren und werden auch in der Zukunft Salz, Zucker und Fett reduzieren. Jetzt haben wir in den letzten Jahren ca 10 Prozent reduzieren können. In der Zukunft kommen sicherlich nochmal 5 Prozent dazu." - Marc-Aurel Boersch, Nestlé-Deutschland-Chef

Das Netz sieht eine PR-Kampagne

Was sich hinter der "Reduktions- und Innovationsstrategie“ der Bundesregierung verbirgt, ist eine freiwillige Vereinbarung mit den Lebensmittelherstellern. Für den Kampf gegen Übergewicht sollen viele Fertigprodukte so bis 2025 neue Rezepturen bekommen.

Den Lebensmittelkonzern Nestle allerdings als stilprägend im Bereich gesunder Ernährung zu präsentieren, geht einigen dann doch zu weit. Auf Twitter sprechen nicht wenige von einer PR-Kampagne für Nestlé. Und Rezo jener blauhaarige YouTuber, an dem sich die CDU die vergangenen Wochen so abgekämpft hat, merkt an:

Denn als YouTuber müsste er dem Leitfaden der Medienanstalten zufolge Beiträge, die etwa zu positiv sind, als Werbung kennzeichnen. Neben weiteren Künstlern halten auch Politiker wie etwa Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt oder SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach mit Kritik nicht zurück.

Wer sendet - empfängt auch

Auf all die Kritik im Netz reagiert die Ministerin verschnupft. Ihre Kritiker seien „Hatespeaker“ - also Personen, die bewusst Hass in Netz verbreiten. Klar ist: Wer die neuen sozialen Medien für seine eigenen Belange nutzt, der muss auch damit rechnen, dass Widerspruch kommt. Wer sendet, der empfängt auch gleichzeitig - so sind die Regeln.