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Netznotizen: Fortnite - Abhängen in der Gaming-Welt | BR24

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Der Spiele-Hit schlechthin: Fortnite.

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    Netznotizen: Fortnite - Abhängen in der Gaming-Welt

    Sie fragen sich, warum Fußballspieler so seltsam tanzen, wo Ihre Kinder eigentlich die ganze Zeit stecken und warum sogar Netflix zittert? Das Videospiel Fortnite ist mehr als ein Spiel - es dominiert den Unterhaltungsmarkt.

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    Falls Sie sich auch schon gefragt haben, warum ihre Kinder plötzlich so komisch tanzen oder Fußballer beim Torjubel neuerdings so rumzappeln. Sie können beruhigt sein. Ihren Kindern und den Fußballprofis geht es gut: Sie bewegen sich in diesen Momenten nur in einem Paralleluniversum namens Fortnite. Fortnite ist ein Videospiel. Aber nicht einfach irgendeines. Es ist das derzeit wohl erfolgreichste auf dem ohnehin ziemlich erfolgreichen Computerspielemarkt. Mehr als 140 Millionen Menschen haben das Spiel inzwischen runtergeladen. Den Entwicklern von Epic Games soll es im vergangenen Jahr rund 2,4 Milliarden Dollar Umsatz eingebracht haben.

    Fortnite reicht weit in den analogen Alltag hinein

    Die Grundidee von Fortnite ist relativ simpel: 100 Spieler werden über einer virtuellen Insel abgeworfen. Dort finden sie ein ganzes Potpourri an Waffen und anderer Hilfsmittel, um sich gegenseitig aus dem Weg zu räumen. Wer am Ende übrig bleibt, hat gewonnen. Gespielt wird online alleine oder in der Gruppe. Während des Spiels, kann man mit seinen Mitspielern chatten oder schreiben. Und genau dies mag einer der Gründe sein, warum das Spiel so beliebt ist. Der Kosmos von Fortnite reicht weit in den analogen Alltag hinein. Er ist das, was früher vielleicht der Bolzplatz war. Hier trifft man sich zum spielen, abhängen und reden. Fortnite ist der Ort, der nicht zuhause ist, nicht Arbeitsort oder Schule - ein - soziologisch gesprochen - „Dritter Ort“.

    Computerspiel im Staffel-Format

    Die Welt in der man sich in diesem "Dritten Ort“ bewegt, ist ziemlich bunt, Blut gibt es nicht. Wer erschossen wird, verschwindet einfach. Die Figuren tragen extravagante Kostüme, haben ausgefallene Hilfsmittel, die sich die Spieler gerne echtes Geld kosten lassen. Das Spiel folgt nicht mehr der Logik eines klassischen Computerspiels, sondern eher der einer Lieblingsserie. In regelmäßigen Abständen verändert sich die Spielewelt, es kommen neue Ereignisse, Gegenstände oder eben Tänze hinzu. Wartet der Serienliebhaber sehnsüchtig auf die neue Staffel seiner Lieblingsserie, so fiebert der Fortnite-Fan auf die neuesten Spielerweiterung hin - was ca. alle drei Monate der Fall ist.

    Die Fortnite-Tänze kennt Jeder

    Apropos Tänze. Dass selbst Kinder, die das Spiel eigentlich noch nicht spielen dürfen, die Fortnite-Siegestänze kennen, hat einen einfachen Grund: Rund um das Spiel hat sich eine ganzer Unterhaltungszweig etabliert. Die Videos zum Mittanzen werden auf YouTube millionenfach geklickt. Auf Streamingplattformen schauen Tausende Menschen einzelnen Spielern zu, wie sie sich durch Fortnite - aber auch anderen Spiele - bewegen und dabei ihre Aktionen kommentieren.

    Netflix: Fortnite ist größter Konkurrent

    Videospiele wie Fortnite bieten heute rund um die Uhr Programm. Sie sind kein zusätzliches Entertainment, sondern fordern die gesamte Aufmerksamkeit für sich alleine. Das hat auch ein anderer monströser Zeitfresser erkannt: Netflix. Dessen Chef Reed Hastings verkündete unlängst. Man konkurriere längst mit Fortnite und sei dabei zu verlieren. Denn beide Produkte kämpfen um die gleiche Ressource: Bildschirmzeit. Und wie alle Ressourcen auf dieser Welt, ist diese knapp und damit endlich.