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Netzkonferenz Bits & Pretzels: Was brauchen Startups? | BR24

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Hubert Aiwanger, Dorothee Bär und Judith Gerlach: Daumen hoch für deutsche Startups?

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    Netzkonferenz Bits & Pretzels: Was brauchen Startups?

    Innovative Trinkflaschen, Big Data-Analysen und hippes Knabberzeug fürs Büro: Auf der Startup-Konferenz "Bits & Pretzels" präsentierten sich Gründer mit ihren Ideen. Doch was brauchen Startups, um zu gedeihen?

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    "Air Up" heißt das Münchner Startup, das der Softdrink-Branche vielleicht irgendwann gefährlich werden könnte. Denn "Air Up" hat eine Getränketechnologie entwickelt, die Wasser Geschmack verleiht, ohne das dem Wasser etwas beigemengt wird, etwa Zucker. Stattdessen wird das Wasser über den Geruch aromatisiert.

    Über eine Aromakapsel im Deckel gelangt das Aroma in die Nase und trickst das Gehirn aus. Das Wasser schmeckt dann nach Pfirsich, Limette oder Apfel. Für die Weihnachtsgeschäft möchte das Unternehmen außerdem die Geschmacks-, bzw. Geruchsrichtung Eierlikör anbieten. "Air Up" konnte bereits prominente Investoren an Bord holen, aber der Weg zur Firmengründung war gespickt mit bürokratischen Hindernissen. "In Estland kann ich eine GmbH in einer App gründen. In Deutschland ist es sehr kompliziert", sagt Fabian Schlang, der Gründer von "Air Up".

    In München wird anders gegründet als in Berlin

    Hohe bürokratische Hürden werden immer wieder genannt, wenn die Sprache auf die sinkende Zahl an Gründungen kommt. Trotzdem gibt es sie, deutsche Startups, die den Durchbruch geschafft haben. Dazu gehört das Online-Kaufhaus Zalando, aber auch der Busbetreiber Flixbus.

    Vor allem Berlin gilt als startup-begeisterte Stadt, aber auch München. Doch es gibt Unterschiede: Die Mehrzahl der Gründungen in München konzentriert sich auf Produkte und Dienstleistungen für Unternehmen, während sich die Szene in Berlin auf Produkte für den Konsumenten spezialisiert – und deswegen mehr Aufmerksamkeit erfährt. "Ein 'Startup Deutschland' gibt es nicht, überall gibt es unterschiedliche Schwerpunkte", sagt auch Benedikt Köhler, Gründer des Unternehmens Data Lion, das sich auf Data Science und Daten-Analysen spezialisiert hat.

    Kümmert sich die Politik genug um Startups?

    Neben dem Abbau von bürokratischen Hürden wünschen sich viele Startup-Entwickler auch bessere Vernetzungsmöglichkeiten und mehr Unterstützung von der Politik. "Das Thema stand bei der Politik nicht immer an erster Stelle", sagt Max Festge. Er gründete bereits 2012 Bitebox, ein Startup, das ernährungsbewusste Firmen mit gesunden Snacks versorgt.

    In der Vergangenheit habe man oft den Eindruck gehabt, die Politik kümmere sich vor allem um die großen Unternehmen. Vielleicht ändert sich das in Zukunft: Die Bits & Pretzels ist mittlerweile zur größten Startup-Konferenz Europas angewachsen und konnte dieses Jahr sogar den ehemaligen US-Präsident Barack Obama in die Riemer Messehallen locken. Vielleicht macht ein solches Ereignis ja auch Eindruck auf die hiesige Politik.