BR24 Logo
BR24 Logo
Netzwelt

Nachrichten-App Buzzard: Raus aus der Filterblase | BR24

© Günter Herkel

Die beiden Macher von "Buzzard" Dario Nassal und Felix Friedrich haben sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: eine News-App zu schaffen, die die aus dem Ruder gelaufene Diskurskultur verändert

Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Nachrichten-App Buzzard: Raus aus der Filterblase

Buzzard hat ein ehrgeiziges Ziel: die aus dem Ruder gelaufene Diskurskultur zu verändern. Die Nachrichten-App will einen Überblick über aktuelle Debatten geben - ungeachtet ihrer politischen Richtung. Das Crowdfunding läuft.

Per Mail sharen
Teilen

An die Stelle aufgeregter Scheingefechte soll eine faktenbasierte Debatte treten, eine Plattform, auf der Qualitätsjournalismus in kuratierter Form präsentiert wird. Dabei sind die großen bekannten Medienhäuser wie Süddeutsche Zeitung, Die Zeit oder die FAZ. Buzzard zeigt aber auch, was in Blogs oder Nischen-Medien über gewisse Themen berichtet wird.

Die Vielfalt der Meinungen zeigen

Man könne bei Buzzard "aktuellen Themen im Überblick sehen, um sich so schnell und einfach ein vielfältiges Bild zu aktueller Politik zu verschaffen", erklärt Dario Nassal, einer der beiden Gründer des Startups.

Online-Medien, die über gesellschaftliche Probleme informieren, gibt es viele. Das Besondere an Buzzard: Es ist gedacht als Debatten-Portal, als Plattform, die die vielfältigen Perspektiven in den Medien abbildet und so einen Beitrag zum Aufbrechen der Filterblase liefert.

"Wir zeigen die besten inhaltlichen journalistischen Stücke – links und rechts, ökologisch, liberal." Felix Friedrich, Co-Gründer von Buzzard

In der aktuellen Medienlandschaft, so die Auffassung der Buzzard-Macher, mangelt es an konstruktivem Meinungsstreit. In den Talkshows würden die Schreihälse und Wichtigtuer den Ton angeben, die sozialen Medien seien überschwemmt von Haßreden. Felix Friedrich meint: "Wir wollen die an einen Tisch zurückholen, alle, die Lust darauf haben, miteinander zu diskutieren statt gegeneinander. Das ist das Ziel unserer Plattform."

Buzzard: Erfolgreich im zweiten Anlauf?

Bereits vor zwei Jahren hatten sich Friedrich und Nassal an einem Prototyp des Portals versucht. Und dabei reichlich Lehrgeld gezahlt. Zentraler Fehler, so gesteht Dario Nassal ein, sei der geringe Nutzwert der App im Alltag gewesen. Man habe nur ein einziges Thema pro Woche aufbereitet, das sei zu wenig gewesen. Die neue Edition soll nun täglich erscheinen und auch mehr Möglichkeiten der Interaktion bieten.

© Buzzard

So soll die neue Nachrichten-App Buzzard aussehen. Sie will ihren Nutzern "kuratierten Qualitätsjournalismus" bieten.

Obwohl sie in der Vergangenheit damit experimentiert haben, sind die Macher von Buzzard von der Arbeit mit einem Algorithmus nicht mehr überzeugt.

"Wir setzen ganz bewusst nicht mehr auf ein algorithmisches Modell, sondern auf die Auswahl durch Menschen, in Zukunft auch auf die Auswahl durch die Crowd." Dario Nassal, Gründer von Buzzard

Das Crowdfunding läuft

Geplant ist, im nächsten Jahr mit der News-App loszulegen. Wie viele Leute in der Redaktion arbeiten werden sein wird, hängt vor allem vom Erfolg der Anfang November begonnenen Crowdfunding-Kampagne ab. Noch bis zum 8. Dezember wollen die Macher von "Buzzard" mindestens 125.000 Euro Startkapital einsammeln.