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Google sperrt Android-Updates für Huawei | BR24

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Wegen Spionage-Vorwürfen hat die US-Regierung den Handel mit Huawei verboten - nun will Google offenbar seine Geschäfte mit dem chinesischen Konzern aussetzen. Android-Updates wird es für Huawei-Geräte vorerst nicht mehr geben.

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Google sperrt Android-Updates für Huawei

Wegen Spionage-Vorwürfen hat die US-Regierung den Handel mit Huawei verboten - nun will Google offenbar seine Geschäfte mit dem chinesischen Konzern aussetzen. Android-Updates wird es für Huawei-Geräte vorerst nicht mehr geben.

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Nach den jüngsten Maßnahmen der US-Regierung gegen Huawei hat der US-Branchenriese Google angekündigt, seine Geschäftsbeziehungen zu dem chinesischen Netzwerkausrüster auszusetzen. Google beuge sich dem Dekret von US-Präsident Donald Trump und untersuche, wie genau sich dies auf die Geschäftsbeziehungen auswirken werde, teilte der Konzern mit.

Google rüstet mit seinem Betriebssystem Android die große Mehrheit aller Smartphones weltweit aus. Wenn das US-Unternehmen nun nicht mehr mit Huawei kooperiert, hat dies weitreichende Folgen, weil eine stetige Zusammenarbeit nötig ist, damit das Android-System mit den jeweiligen Smartphones kompatibel ist.

Ein Google-Sprecher erklärte, Besitzer aktueller Huawei-Smartphones könnten weiter die von Google bereitgestellten App-Updates verwenden und herunterladen. Anders sieht es bei den Updates für das Smartphone Betriebssystem Android aus. Darauf hat das chinesische Unternehmen ab sofort keinen Zugriff mehr.

Außerdem erhält das Unternehmen weder Zugang zum beliebten Gmail-Dienst von Google noch zu dessem App-Store oder zur Videoplattform YouTube. Huawei gab auf Anfrage zunächst keine Stellungnahme zu der Google-Ankündigung ab.

Google muss offenbar den Technologietransfer mit Huawei stoppen, bei dem es nicht um allgemein zugängliche sogenannte Open-Source-Programme geht. Auf Huawei-Geräten könnte demnach künftig nur noch die Open-Source-Version laufen. Huawei gab auf Anfrage keine Stellungnahme zu der Google-Ankündigung ab.

US-Regierung schließt Huawei aus

US-Präsident Trump hatte am Mittwoch Unternehmen seines Landes per Dekret die Nutzung von Telekommunikationstechnik untersagt, die als Risiko für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten eingestuft wird. Dazu rief er einen nationalen Notstand in der Telekommunikation aus. Huawei gilt als Hauptziel dieser Maßnahme.

Das US-Handelsministerium hatte Huawei und 68 seiner Tochtergesellschaften daraufhin auf eine schwarze Liste gesetzt. Der chinesische Konzern kann künftig keine Technologieprodukte mehr von US-Unternehmen kaufen.

Das Unternehmen kritisierte die "unangemessenen Beschränkungen". Das Handelsministerium in Peking warnte vor einer Verschlechterung der bilateralen Handelsbeziehungen. Huawei ist einer der weltweit größten Telekommunikations- und Netzwerkausrüster. Die Technik des Konzerns spielt auch beim Aufbau von 5G-Mobilfunknetzen eine wichtige Rolle, die wiederum einer Reihe von Schlüsseltechnologien wie vernetzten Fabriken oder autonomen Fahrzeugen den Weg bereiten sollen.

Einfallstor für chinesische Spionage

Die USA befürchten allerdings, dass Huawei-Technik ein Einfallstor für chinesische Spionage und Sabotage sein könnte. Vor allem auf Betreiben der USA stuften zuletzt mehrere Länder das Unternehmen als potenzielle Gefahr für die Cybersicherheit ein. Auch in Deutschland wird über eine mögliche Beteiligung des chinesischen Unternehmens am Ausbau des 5G-Netze kontrovers diskutiert.

Huawei selbst verweist immer wieder auf seine Unabhängigkeit vom chinesischen Staat. Das Vorgehen gegen Huawei findet vor dem Hintergrund des Handelskonflikts zwischen China und den USA statt.

Infineon setzt seine Chiplieferungen an Huawei aus

Einem Bericht der japanischen Wirtschaftszeitung "Nikkei" zufolge setzt der Halbleiterkonzern Infineon seine Chiplieferungen an Huawei aus. Demnach reagierte das Unternehmen aus Neubiberg bei München auf die Entscheidung des US-Handelsministeriums, Huawei auf die schwarze Liste zu setzen. Insidern zufolge ist das eine Vorsichtsmaßnahme. Infineon werde die rechtliche Lage in dieser Woche bewerten.

Zwar betreffen die Einschränkungen für Lieferungen an Huawei im Grundsatz nur Unternehmen aus den USA. Doch sei in vielen Chips Technik aus den USA verbaut, so dass sie Juristen zufolge auch dafür gälten, heißt es in dem Bericht. Infineon wollte sich zunächst nicht dazu äußern.

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  • tagesschau.de
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