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Mobilfunk zu Hause: Alternative zu langsamem Festnetz | BR24

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LTE könnte Abhilfe schaffen, wenn das Festnetz zu Hause zu langsam ist.

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Mobilfunk zu Hause: Alternative zu langsamem Festnetz

Es gibt noch immer Gegenden in Deutschland, in denen weder DSL noch Kabel verfügbar sind. Dort und auch in Ferienhäusern ist manchmal ein LTE-Zuhause-Tarif deshalb die bessere Alternative. Die Stiftung Warentest hat die Angebote verglichen.

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Wer sich den Breitbandatlas des Bundesverkehrsministeriums (Stand März 2020) anschaut, entdeckt auch in Bayern noch immer genug weiße Flecken, in denen kein schnelles Internet verfügbar ist. Wirklich flott, mit zuverlässigen 100 mbit/sec geht es ohnehin nur in und um Städte wie München, Nürnberg, Regensburg oder Ingolstadt. Woanders schlagen sich die KundInnen dagegen mit Geschwindigkeiten von bis zu 50 mbit/sec herum. Wobei das „bis zu“ der große Haken ist. Es ist keine garantierte Daten-Geschwindigkeit. Wenn an einem Knotenpunkt viele Haushalte, etwa eines Wohnblocks hängen, dann wird oft eine Videokonferenz schon zur Herausforderung.

Kein klarer Spitzenreiter unter Anbietern

Abhilfe könnte ein LTE-Zuhause-Tarif schaffen, den derzeit fünf Gesellschaften anbieten (Telekom, Congstar, O2, Vodafone und Ortel). Die Zeitschrift Finanztest, der Stiftung Warentest hat die verschiedenen Angebote durchgesehen. Ein klarer Spitzenreiter ist dabei nicht herausgekommen. Vielmehr muss man sich überlegen, wofür man ein solches Mobilfunk-Internet für zu Hause genau benötigt. Und wichtig ist, sich zu informieren, welches Mobilfunknetz (also Telekom, Vodafone oder O2) die beste Versorgung am Ort liefert. Nun die gute Nachricht: Das LTE-Zuhause lässt sich unkompliziert einrichten, auch ohne Techniker. Man muss nur den entsprechenden Router anstöpseln.

Der Daueranschluss für das Homeoffice

Wer nur zu Hause im Netz surft, hat die größte Auswahl, denn die meisten Tarife sind an einen festen Standort gebunden. Nimmt man die Empfangsgeräte etwa in eine andere Wohnung mit, die außerhalb der heimatlichen Funkzellen liegt, gibt es keine Verbindung. Für die Suche nach dem richtigen Angebot gilt es abschätzen, wie viel Datenvolumen man monatlich benötigt. Wer nur klassisch im Internet surfen und E-Mails schreiben möchte, für den bietet O2 einen Anschluss mit zehn Gigabyte für knapp zehn Euro im Monat. Sollen dagegen auch Filme gestreamt oder täglich mehrere Videokonferenzen geführt werden, braucht es womöglich ein Angebot ohne Datenlimit. Preis: 50 Euro aufwärts.

Der Anschluss für das flexible Arbeiten unterwegs

Unter den knapp 20 untersuchten Tarifen gibt es nur sechs Angebote, die sich auch unterwegs nutzen lassen, um etwa auch mal im Café zu arbeiten oder an einem fremden Schreibtisch. Lediglich Vodafone und Telekom bieten diese Möglichkeit. Die Preise bewegen sich je nach Datenvolumen zwischen 35 und 75 Euro.

Der Anschluss für das Ferienhaus

Da man im Urlaubsdomizil meist nur einen Teil des Jahres verbringt, lohnt ein dauerhafter Festnetzanschluss wegen der jeden Monat anfallenden Grundgebühr nicht. Das Problem ist, dass auch die meisten LTE-Zuhause-Tarife lange Vertragslaufzeiten haben. Aber es gibt ein paar Ausnahmen. Die größte Flexibilität bietet O2 mit einer Bindung von nur einer Woche. Das relativ geringe Datenvolumen lässt sich dabei bei Bedarf nachfüllen.

Der normale Mobilfunkanschluss

Die unkomplizierteste Variante: man nutzt sein Smartphone als WLAN-Hotspot, braucht kein zusätzliches Gerät und keinen zusätzlichen Vertrag. Außerdem gibt es keine räumliche Bindung, denn das Smartphone hat man ja ohnehin immer dabei. Vor allem bei einem Vertrag mit unbegrenztem Datenvolumen könnte das tatsächlich eine gute Lösung sein, zumindest für Singles oder wenn jedes Familienmitglied schon einen solchen Mobilfunkvertrag mit Datenflatrate hat.

Auch LTE-Zuhause ist keine Wunderwaffe

Grundsätzlich kämpft jeder Internetanbieter, egal ob Festnetz oder Mobilfunk mit dem gleichen Problem. Wenn sich viele NutzerInnen räumlich nahe kommen, wird es eng. Wohnt man also an einem Ort, an dem zig Menschen den gleichen Mobilfunknetztbetreiber nutzen und das zur gleichen Tageszeit, dann sind die Funkzellen schnell überlastet. Folge: Das Internet wird langsam. Insofern gibt es auch keine Garantie für genervte FestnetzkundInnen, dass die Variante Mobilfunk ein befriedigenderes Ergebnis liefert.

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