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5G kommt in Deutschland mit dem Start von O2 und 1&1 in Schwung

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Mobilfunk: 5G-Netze kommen in Deutschland in Schwung

O2 Telefonica ist mit 5G gestartet. Damit kann jetzt auch 1&1 Drillisch das neue superschnelle Netz anbieten, weil man die Masten von O2 mitnutzt. Telekom und Vodafone sind bei 5G dabei schon viel weiter. Allerdings gibt es noch Kinderkrankheiten.

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5G, das ist die fünfte Generation der Mobilfunknetze, nach LTE und UMTS. Das neue Netz verspricht in der Endstufe extrem hohe Datengeschwindigkeiten, die Festnetzkunden und -kundinnen vor Neid erblassen lassen. Denkbar sind mehrere Gigabit/Sekunde (1 Gbit/sec = 1000 Mbit/sec). Zum Vergleich: die meisten Festnetzkunden bekommen derzeit gerade mal 50 Mbit/sec ins Haus geliefert. Doch im Moment bleiben die Geschwindigkeiten teils noch weit hinter solchen Versprechen zurück. Und je nachdem, bei welchem der vier Netzbetreiber man Kunde ist, sind viele Gegenden noch völlig ohne 5G-Versorgung.

O2 und 1&1 starten die Aufholjagd

O2 Telefonica hat jetzt mit ziemlicher Verspätung gegenüber der Konkurrenz sein 5G-Netz in fünf Städten in Betrieb genommen. Kunden in Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt und München können nun die neue Technik nutzen, sofern sie einen der teureren Tarife gebucht haben, also ab etwa 40 Euro Monatsgebühr. Außer in München ist in Bayern 5G im Moment noch nirgends verfügbar. Es soll aber zügig vorangehen. Nürnberg könnte noch im Oktober dazukommen, wie ein Unternehmenssprecher verspricht. Der langfristige Plan: bis Ende 2021 will man 30 Prozent der deutschen Bevölkerung erreichen, bis 2022 sollen es 50 Prozent sein und im Jahr 2025 will O2 den 5G-Ausbau abschließen.

1&1 Drillisch ist bislang noch abhängig von O2. Der Anbieter hatte zwar bei der Versteigerung im letzten Jahr auch eigene Mobilfunkfrequenzen ergattert. Mit dem Aufbau eigener Masten wurde bislang aber noch nicht begonnen. Deshalb werden Netzkapazitäten von O2 zugekauft, so dass man der eigenen Kundschaft auch 5G offerieren kann – und zwar überall, wo der Partner eben aktiv ist. Versprochen werden dabei Geschwindigkeiten von bis zu 300 Mbit/sec, das Ganze ohne Aufpreis für bestehende Verträge.

Vodafone ist schon weiter

Vodafone hat schon seit gut einem Jahr ein eigenes 5G-Netz am Laufen. Und so verwundert es nicht, dass der Konzern sowohl bei der Geschwindigkeit als auch bei der Netzabdeckung weiter ist. Vodafone will dabei auch die Abdeckung im ländlichen Raum gezielt ausbauen, insbesondere um dort die eigenen Mängel beim Festnetz (DSL und Kabel) auszugleichen. Deshalb bietet das Unternehmen den 5G-Router Gigacube fürs Heimnetz an. 5G soll also das Festnetz ersetzen. Die Geschwindigkeiten bei Vodafone erreichen eigenen Angaben zufolge 500 mbit/sec teilweise auch mehr. Bis Ende 2020 will man insgesamt 10 Millionen Kunden mit dem neuen, superschnellen Internet versorgen können. In Bayern sind unter anderem München, Augsburg, Nürnberg, Landsberg am Lech und Garmisch Partenkirchen bereits mit dabei.

Telekom hat die Nase vorn … und seine Tarife schon erhöht

Die Telekom hat den 5G-Ausbau mit Abstand am weitesten vorangetrieben. Bislang können Unternehmensangaben zufolge über 40 Millionen Menschen die neue Technik nutzen, also etwa die Hälfte der Bevölkerung. Das gilt für Großstädte wie München, aber auch für viele kleinere Gemeinden in Bayern. Und auch die Antennen auf der Zugspitze funken zum Beispiel mit 5G. Bis zum Jahresende will die Telekom zwei Drittel der Bevölkerung mit 5G erreichen. Die Geschwindigkeiten liegen je nach Frequenz zwischen 200 und 1000 Mbit/Sec. Die Telekom verspricht ebenfalls, dass es 5G umsonst dazu gibt bei bestehenden Verträgen. Allerdings wurden die Monatsgebühren gerade erst angehoben. Wer seinen alten Tarif behalten möchte, kann das zwar tun, hat aber dann kein 5G – die neuen Tarife sind teilweise rund 10 Euro teurer.

Wo 5G funktioniert, macht es Spaß

Das Problem ist momentan vor allem, eine Funkzelle zu finden, die schon auf 5G läuft. Wer das schafft, dem beschert die neue Mobilfunkgeneration ein Aha-Erlebnis. Die Seiten bauen sich spürbar schneller auf, Downloads gehen problemlos durch, wie Experten der Computerzeitschrift ct beschreiben. Dafür gibt es drei Gründe. Zum einen sind die Geschwindigkeiten, mit denen die Daten übertragen werden eben deutlich höher als noch bei 4G bzw. LTE. Zum anderen reagieren 5G-Netze schneller, die sogenannten Latenzzeiten sind kürzer. Das bedeutet, wenn ich einen Befehl ans Netz abschicke, zum Beispiel eine Suchanfrage, löst der schneller Reaktionen aus. Und zuletzt geht Surfen mit 5G aus dem simplen Grund schneller, dass es hier bislang noch weniger Nutzer gibt, die das Netz mit ihren Anfragen und Downloads verstopfen können.

Zeigt Apple jetzt sein 5G-iPhone?

Fast alle großen Gerätehersteller haben bereits 5G-Smartphones im Angebot, die meisten sogar mehrere Modelle. Oft sind es bislang nur die teureren Handys, die die neue Technik beherrschen. Apple ist bislang noch außen vor. Doch das soll sich nun ändern. Der Konzern hat am 13.10. zur Präsentation geladen. Die Veranstaltung trägt den Titel "Hi, Speed", was viele als Hinweis auf die ersten 5G-iPhones interpretieren.

Nicht jedes Gerät passt zu jedem 5G-Netz

5G ist nicht gleich 5G. Für die superschnelle Datenübertragung werden verschiedene Frequenzen genutzt, zum Beispiel 700, 1800, 2100 oder 3600 MHz. Je niedriger die Funkfrequenz, desto besser breiten sich die Funkwellen aus und durchdringen auch beispielsweise Wände. Allerdings werden bei niedrigen Frequenzen Daten weniger schnell übermittelt, als bei hohen Frequenzen.

Manche Handys unterstützen nicht alle Frequenzen. Gerade Smartphones, die für den amerikanischen oder asiatischen Markt entwickelt worden sind, passen manchmal nicht zu europäischen Mobilfunknetzen. Deshalb ist es wichtig, sich vor dem Kauf zu vergewissern, auf welchen Frequenzbändern der eigene Netzbetreiber funkt. Experten bezeichnen das als Kinderkrankheiten, die bald vom Markt verschwinden werden.

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