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Wer ein nicht verifiziertes Video teilen will, bekommt bei TikTok nun diese Warntafel zu sehen.

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    Warnhinweise: TikTok schränkt Teilen-Funktion ein

    Soziale Medien erleichtern das schnelle Verbreiten von Fake News und Halbwahrheiten deutlich. Ein Klick, schon ist die Falschinformation geteilt. TikTok will genau das nun erschweren. Wer zweifelhafte Inhalte teilen will, wird künftig gewarnt.

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    Von
    • Thomas Moßburger

    Richtig/falsch, Wahrheit/Lüge - wäre die Unterscheidung bei Informationen so schwarz und weiß, hätten Medien, vor allem auch soziale, es deutlich leichter. Tatsächlich liegen dazwischen zahlreiche Grautöne von irreführenden Behauptungen oder Videos, die in falsche Zusammenhänge gebracht werden. Und genau daher kostet das Überprüfen Zeit.

    Dem will nun die Video-Plattform TikTok mit einer neuen Funktion Rechnung tragen. Nicht verifizierte Videos werden mit einem Hinweis versehen und wer nicht verifizierte Inhalte teilen will, erhält in der App künftig eine Warnmeldung. Der User wird darauf hingewiesen, dass es sich um eine nicht-verifiziertes Video handelt und gefragt, ob er es wirklich teilen möchte. Das kann er im Anschluss übrigens trotzdem tun.

    Darüber hinaus wird die Verbreitung solcher Videos in der App bereits eingeschränkt. Sie erscheinen teilweise nicht mehr im sogenannten "Für-Dich-Feed", der grob mit dem Newsfeed von Facebook vergleichbar ist.

    Auf irreführende Informationen aufmerksam machen

    Aber was heißt "nicht verifiziert?" Wenn TikTok zweifelhafte Inhalte erkennt, etwa in dem ein User das Video meldet, kommen Faktenchecker zum Einsatz, unter anderem von der Deutschen Presse-Agentur. Klar erkennbare Lügen werden von TikTok laut eigener Aussage gelöscht. Doch nicht immer der Fall so klar: Viele Behauptungen lassen sich nicht klar und vor allem sofort als Falschinformation entlarven.

    Ein Beispiel: In einem deutschen Wald bricht ein großes Feuer aus, Menschen posten bei TikTok Videos davon. Mancher nutzt nun aber Videos anderer Brände und spielt die Situation damit herunter oder übertreibt - etwa um Aufmerksamkeit zu generieren. Ähnliches war bei den Buschbränden in Australien auf Instagram zu beobachten. So etwas wäre auch in Zusammenhang mit Corona möglich: Jemand veröffentlicht ein Video, das Politiker bei einer Feier ohne Masken zeigt und behauptet, dies sei aktuell.

    Oftmals ist nicht klar und vor allem nicht schnell erkennbar, ob das Video echt ist oder nicht, ob es aktuell ist oder nicht - auch für die Faktenchecker. Lässt sich nicht zweifelsfrei klarstellen, ob ein Video den aktuellen Waldbrand oder maskenlose Politiker zu Corona-Zeiten zeigt, wäre es, mindestens temporär, wohl ein nicht verifiziertes Video.

    Der User würde dann einen kleine grauen Hinweis im Video sehen und vor dem Teilen noch einmal darauf hingewiesen, dass er hier gerade etwas teilt, das zumindest irreführend sein könnte. Dann kann er darüber nachdenken, ob er ein solches Video wirklich teilen will. Laut TikTok zeigten Tests, dass User mit dem Hinweis versehene Videos durchaus seltener teilen.

    TikTok ist mehr als Tanz-Videos

    Bei vielen Videos wird der TikTok-User diese Funktion aber wohl nicht zu Gesicht bekommen. Tanz-, Tier- oder Sketch-Videos müssen (und können) in aller Regel nicht verifiziert oder falsifiziert werden und wohl auch selten wegen Falschinformationen gemeldet. Neben diesen Unterhaltungs-Videos werden bei TikTok mittlerweile jedoch auch allerhand an Information und Nachrichten geteilt. Auch BR24 berichtet dort für junge Menschen über Bayern und die Welt.

    Daneben gibt es jedoch auch zahlreiche weniger professionelle, glaubwürdige oder gar böswillige oder manipulative Kanäle, die auf TikTok "Informationen" verbreiten. Beispielsweise Corona-Leugner und Impfgegner, aber auch schlicht Accounts, die mit Sensationalismus Likes und Views generieren wollen.

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