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Mit Big Data und Handy-Tracking gegen Corona? | BR24

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Mit Big Date und Tracking gegen Corona? In manchen Ländern sind solche Methoden bereits im Einsatz.

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    Mit Big Data und Handy-Tracking gegen Corona?

    Die Telekom überlässt dem Robert Koch-Institut Handydaten, um die Corona-Pandemie einzudämmen. Auch andere Länder setzten im Kampf gegen Corona auf Tracking. Aber wie sieht es mit dem Datenschutz aus?

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    „Wenn ich ein Café betreten möchte, dann muss ich vorher eine App öffnen, die mir dann sagt 'Clear to go!'“, erzählt der ARD-Korrespondent in Shanghai Steffen Wurzel im WDR-Podcast Cosmotech. Vorher hat er die App mit Informationen gefüttert: Hat er Shanghai verlassen? Hat er Kontakt zu Infizierten gehabt? Die App gleicht dann seine Angaben mit Daten aus dem Handy ab, etwa GPS-Daten oder Daten aus Funkzellen. Erst wenn klar ist, dass Wurzel kein Corona-Gefährder ist, gibt die App grünes Licht.

    Israel setzt auf Big Data und drastische Maßnahmen

    Nicht nur China setzt im Kampf gegen Corona auf Bewegungsdaten und Tracking. In Israel bekommt man beispielsweise eine SMS, sollte man sich länger als zehn Minuten in der Nähe einer infizierten Person aufgehalten haben. Dann heißt es: ab in die Quarantäne!

    Österreich: Datenschützer haben Bedenken

    In Österreich stellt der Mobilfunk-Dienst A1 der Regierung anonymisierte Bewegungsprofile zur Verfügung. So soll beispielsweise kontrolliert werden, ob die dort verhängte Ausgangssperre eingehalten wird. Der Mobilfunk-Betreiber betont, dass die Maßnahme vereinbar sei mit der DSGVO. Allerdings melden Datenschützer hierbei Zweifel an.

    Auch in Deutschland soll Big Data dabei helfen, das Virus einzudämmen. Am Mittwoch erklärte der Präsident des Robert Koch-Instituts Robert Lothar H. Wieler, dass 25 Menschen im Institut an einer App arbeiten würden. "Wir halten das für ein sinnhaftes Konzept", so Wieler. Die technischen und datenschutzrechtlichen Hürden ließen sich überwinden, so der RKI-Präsident.

    App zur Kontaktnachverfolgung

    Über eine solche App würde die Kontaktnachverfolgung immens erleichtert werden, glaubt er. Heute müssen Gesundheitsämter Infizierte langwierig befragen, um weitere Risiko-Patienten zu identifizieren.

    "Es ist technisch möglich und es ist auch datenschutzrechtlich möglich." Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts

    Eine App, die auf Standortdaten zugreifen kann, könnte diesen Prozess erheblich beschleunigen, so das RKI. Datenschützer wiederum bezweifeln, dass die gewonnenen Daten überhaupt genau genug sind, um die Corona-Kontakte nachverfolgen zu können.

    Telekom: Fünf Gigabyte Daten für das Robert Koch-Institut

    Heute hat die Deutsche Telekom fünf Gigabyte an Daten an das Robert Koch-Institut übermittelt. Das Unternehmen betont, dass es sich um anonymisierte Messdaten handelte, die dazu eingesetzt werden sollen, die Verbreitung des Corona-Virus zu erforschen. Rückschlüsse auf einzelne Nutzer sollen mit Hilfe der Daten nicht möglich sein. Und dennoch: Bald könnte eine Diskussion darüber beginnen, wie viel Datenschutz sich eine Gesellschaft in Zeiten von Corona leisten kann und leisten muss.