BR24 Logo
BR24 Logo
Netzwelt

Microsoft-Support endet: Warnung vor der "Zeitbombe" Windows 7 | BR24

© dpa/Report

Microsoft-Support endet Warnung vor der "Zeitbombe" Windows 7

15
Per Mail sharen
Teilen

    Microsoft-Support endet: Warnung vor der "Zeitbombe" Windows 7

    Ein knappes Drittel aller PC-Anwender nutzt nach Expertenschätzung noch immer Windows 7 - obwohl morgen der Support ausläuft. Cyberangriffe werden dann wahrscheinlicher.

    15
    Per Mail sharen
    Teilen

    Die Ankündigung auf der Microsoft-Webseite ist eindeutig: "Nach dem 14. Januar 2020 werden PCs unter Windows 7 keine Sicherheitsupdates mehr erhalten." Das Unternehmen rät dazu, ein "modernes Betriebssystem" wie Windows 10 zu nutzen, um seine Daten zu schützen.

    Viele Menschen haben diesen Rat aber offenbar bisher ignoriert. Nach Berechnungen des Sicherheitssoftware-Unternehmens ESET nutzen noch immer 30 Prozent aller PC-Anwender Windows 7. Die Sicherheitsexperten warnen vor einer "tickenden Zeitbombe für Privatanwender und Unternehmen".

    Außerdem unterstützt Microsoft künftig auch nicht mehr die Server-Betriebssysteme Microsoft Server 2008 und 2008 R2. "Wer weiterhin die drei Dinosaurier im Einsatz hat, muss mit gravierenden Folgen für die Sicherheit seiner Daten beziehungsweise seines Unternehmens rechnen", sagte ESET-Sicherheitsexperte Thomas Uhlemann. "Entfallen die regelmäßigen Sicherheit-Patches, werden bekanntgewordene Sicherheitslücken nicht mehr geschlossen."

    Verstoß gegen die DSGVO

    Privatanwender haben keine Möglichkeit mehr, Sicherheitsupdates für Windows 7 zu erhalten. Dagegen können Unternehmen und Organisationen bei Microsoft eine Gnadenfrist erkaufen und weiterhin Updates erwerben - kostenpflichtig versteht sich.

    Unternehmen und Behörden gehen beim weiteren Einsatz von Windows-7-Rechnern nicht nur ein höheres Risiko ein, weil dies Cyberangriffe erleichtert. Sie verstoßen nach ESET-Einschätzungen auch gegen die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Die EU-Richtlinie verlangt, bei der Verarbeitung sowie Nutzung personenbezogener Daten den "Stand der Technik" einzuhalten.

    Einführung vor mehr als zehn Jahren

    Obwohl Windows 7 als technisch ausgereift gilt, wurden in jüngster Zeit vermehrt Sicherheitslücken entdeckt. Im vergangenen Jahr erreichte die Anzahl mit 250 offiziell registrierten Problemen und Sicherheitslücken einen Höchststand.

    Windows 7 kam im Oktober 2009 auf den Markt und wurde etwa fünf Jahre lang von PC-Herstellern verwendet. Der Nachfolger Windows 8 überzeugte viele Nutzer nicht. Daher blieben vor allem viele Unternehmen Windows 7 treu.