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Aus Datenschutz-Sicht nicht zu empfehlen: Der Messenger Telegram

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    Messenger-Dienst: Ein Datenschutz-Alptraum namens Telegram

    Sicher, anonym, hip: Der Messenger-Dienst Telegram gilt als datenschutzfreundliche Underdog-Alternative zu WhatsApp & Co. Zu Unrecht, sagen Experten.

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    Von
    • Christian Schiffer

    „WhatsApp wird niemals ein sicherer Messenger sein“, das schrieb Pavel Durov im April 2019 und teilte kräftig aus gegen die Konkurrenz des Facebook-Konzerns. Der russische Unternehmer ist Gründer von VKontakte, einer Art russischem Facebook und von Telegram, einem Messenger-Dienst, der gerade viel Zulauf hat, aber zugleich auch als Fake News-Schleuder gilt. Durov selbst sieht sich als Vorkämpfer für Meinungsfreiheit und verließ Russland vor einigen Jahren, als die Repressalien gegen ihn und seine Unternehmen zunahmen.

    Sein Versprechen: Telegram ist sicher und datenschutzfreundlich und der Beginn einer neuen Ära im Internet, in der die Freiheit und die Privatsphäre der Nutzer geachtet werden. Den Kampf gegen WhatsApp wird von Durov gerne als eine Auseinandersetzung zwischen Gut und Böse inszeniert. Hier der übermächtige Goliath WhatsApp, dort der sympathische David Telegram.

    Nutzer machen sich "komplett nackig"

    Dass die Wahrheit etwas komplizierter sein dürfte, das legt unter anderem eine aktuelle Untersuchung von Heise.de nahe, einer Seite, die sich unter anderem auf Security- und Tech-Themen spezialisiert hat. Der Telegram-Messenger sei ein regelrechter „Datenschutz-Alptraum“, Nutzer würden sich quasi „komplett nackig“ machen. So werden die Nachrichten zentral auf einem Server gespeichert, die Nachrichten sind standartmäßig zudem auch nicht Ende-zu-Ende verschlüsselt, anders als etwa bei WhatsApp. Zwar kann man die Verschlüsselung aktivieren, allerdings ist diese Funktion gut versteckt und die Verschlüsselung unter Experten umstritten. Das Fazit: Telegram ist weder datenschutzfreundlich, noch sicher.

    Es gibt viele Alternativen zu WhatsApp und Telegram

    Wer aus diesen Gründen Telegram nicht benutzen möchte und zugleich um WhatsApp einen Bogen machen möchte, das ja bekanntlich zum Facebook-Konzern gehört, der hat trotzdem genügend Alternativen. Dienste wie Signal oder Threema gelten beispielsweise als datenschutzfreundlich und sicher. Zudem gibt es mittlerweile auch eine Reihe von freien Messengern, welche auf dem Open Source-Protokoll „Jabber“ basieren.