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Mehr nackte Haut bei Instagram und Facebook? | BR24

© Fay Fox

Aktion des Fotografen und Künstlers Spencer Tunick vor der Facebook-Zentrale in New York.

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    Mehr nackte Haut bei Instagram und Facebook?

    Fotos von Hintern: nein. Brustwarzen von Frauen: nein, von Männern aber schon. Klare Regeln für das, was auf Instagram und Facebook gezeigt werden darf. Eine Kunstaktion vor der Facebook-Zentrale in New York fordert mehr Freiheiten. Tut sich da was?

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    Fotos von Brustwarzen von Männern, ausgedruckt und aufgeklebt, um weibliche Brustwarzen zu überdecken. Das klingt skurril, ist aber Teil einer Aktion des Fotografen und Künstlers Spencer Tunick und der NGO "National Coalition Against Censorship" (NCAC) vor der Facebook-Zentrale in New York. Sie kritisieren mit der Aktion den status quo bezüglich der Darstellung von Nacktheit, festgelegt in den Community-Standards der sozialen Netzwerke, und damit auch die Ungleichbehandlung der Geschlechter und fehlende Kunstfreiheit. Im Gegensatz zu männlichen Brustwarzen dürfen die von Frauen nämlich nicht gezeigt werden.

    In den Gemeinschaftsrichtlinien von Instagram heißt es im Moment:

    "Aus verschiedenen Gründen ist die Darstellung von Nacktheit auf Instagram jedoch nicht zulässig. Das gilt auch für Fotos, Videos und einige digital erstellte Inhalte, auf denen Geschlechtsverkehr, Genitalien und Nahaufnahmen nackter Gesäße zu sehen sind. Dazu zählen auch Fotos, auf denen Brustwarzen von Frauen zu sehen sind." - Gemeinschaftsrichtlinien Instagram

    In den Gemeinschaftsstandards von Facebook steht:

    "Unsere Richtlinien zur Nacktheit sind mit der Zeit nuancierter geworden. Uns ist bewusst, dass Nacktheit aus vielen Gründen geteilt werden kann, u. a. als eine Form von Protest, zur Steigerung des Bewusstseins für eine bestimmte Sache oder aus Bildungs- oder medizinischen Gründen. Ist eine solche Absicht klar zu erkennen, erlauben wir unter Umständen solche Inhalte. So schränken wir zum Beispiel die Darstellung weiblicher Brüste ein, wenn die Brustwarzen zu sehen sind, lassen aber Bilder zu, die etwa Protestaktionen oder stillende Frauen darstellen, oder Fotos von Narbenbildungen nach Brustamputationen. Außerdem sind Fotos von Gemälden, Skulpturen und anderen Kunstformen gestattet, die nackte Personen oder Figuren zeigen." - Gemeinschaftsstandards Facebook

    Bewegt sich Facebook?

    Mit der Protestaktion in New York fordern Tunick und die "National Coalition Against Censorship" (NCAC), dass Facebook und Instagram hier einen enspannteren Umgang mit Nacktheit entwickelt und einen Weg wie Youtube einschlägt. Youtube erlaubt zumindest dokumentarische und künstlerische Abbildung von Nacktheit, wenn diese nicht aus dem entsprechenden Kontext gerissen wird.

    Möglicherweise tut sich aber auch bei Facebook und Instagram etwas. Die Richtlinien würden immer wieder überprüft und angepasst, so die Plattform. Auf Anfrage des BR sagt eine Facebook-Sprecherin zu der Protest-Aktion:

    "Wir waren im Vorfeld der Demonstration bereits in Kontakt mit der "National Coalition Against Censorship" (NCAC). Den Dialog mit der NCAC und anderen betroffenen Gruppen würden wir gerne vertiefen." - Facebook

    Auch die NCAC äußerte sich auf Anfrage positiv zu den Gesprächen mit Facebook:

    "Facebook hat Bereitschaft und Interesse gezeigt, gemeinsam die Community-Standards zu verbessern, was Künstler und künstlerische Freiheit angeht. Wir würden mit ihnen gerne zusammenarbeiten und sicherstellen, dass unsere Kampagne konkrete Ergebnisse liefert, die Künstlern helfen." - Nora Pelizzari, NCAC

    Der Instagram-Hashtag der NCAC-Kampagne #wethenipple war am Montag kurzzeitig geblockt - aus Versehen, sagt Instagram. Mittlerweile ist der Hashtag mit den dazugehörigen Beiträgen (etwa Fotos der Aktion in New York) aber wieder freigeschalten.