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Medientage München: Innovationen in der Audiobranche | BR24

© picture alliance/Kirill Kallinikov/Sputnik/dpa

Innovationen in der Audiobranche

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    Medientage München: Innovationen in der Audiobranche

    Die Menschen hören immer noch sehr viel Radio und in Corona-Zeiten wurden es noch mehr. Wegen der Einschränkungen im Alltag haben deutlich mehr Menschen auf Audioangebote zugegriffen als zuvor. Podcasts boomen, Smartspeaker werden immer besser.

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    Von
    • Jonathan Schulenburg

    Podcasts sind das Thema der Stunde. Das Corona-Update des NDR mit Christian Drosten überstrahlt alle Konkurrenten. 70 Millionen Downloads konnte der Podcasts bisher verzeichnen. Für den NDR ein Riesenerfolg, so Katja Marx, die Hörfunkdirektorin des NDR: "Das ist eine sehr schöne Zahl. Ich glaube nicht, dass irgendjemand vor dieser Pandemie uns hätte sagen können, dass ausgerechnet ein Podcast das Medium dieser Pandemie wird."

    Jeder Dritte hört Podcasts

    Nach neuen Studien hört jeder Dritte in Deutschland Podcasts. Nur in der Häufigkeit gibt es Unterschiede. Die 30- bis 49-Jährigen sind die intensivsten Hörer. Die Experten auf den Medientagen sind sich einig: Podcasts verändern den Audiomarkt. Neue Erzählformen entstehen, neue kreative Ideen entfalten sich. Der Podcast-Boom geht weiter.

    Aber auch das klassische Radio muss sich nicht verstecken, meint Marianne Bullwinkel vom europäischen Audiovermarkter RMS: "Ich würde sagen, dass Live Radio das Medium der Stunde war. Denn es hat den anderen Medien doch sehr viel voraus, es ist sehr schnell in der Reichweite, es genießt das Vertrauen der Hörer, in dem es national, aber auch regional und lokal ist."

    Dreiviertel der Deutschen hören Radio

    Das zeigen auch die letzten Zahlen aus der Mediaanalyse Audio: 75 Prozent der Deutschen hören Radio. Immer noch eine enorme Zahl. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Innovationen auch von den alten Hasen in der Audiobranche kommen. So wie die neue SWR3 App. Es ist eine App, nicht nur zum Radiohören. Man kann zurückspulen oder auch den Song skippen, wenn er einem nicht gefällt. Oder sogar Songs austauschen. Und man wird automatisch wieder ins laufende Radioprogramm zurück geleitet. Christian Hufnagel vom SWR Audio Lab erklärt: "Wir arbeiten da mit künstlicher Intelligenz, die hilft uns dabei die Songs so zu programmieren, dass der passende Alternativ Track auch auf den jeweiligen im Song laufenden Programmpunkt geschaltet wird."

    Audiotrend: personalisieren und Interaktion

    Alles ist personalisierbar, wie bei Spotify. Hufnagel erklärt: "Und ich kann mir in der App meine Lieblingssongs abspeichern und so oft ich möchte und so lang ich möchte nochmal anhören. Also on Demand auch abrufen. Das ist eine Besonderheit, die man eher von Premium Musikdiensten kennt."

    Ein weiterer Audiotrend: Interaktion. Ein Projekt das aufhorchen lässt, heißt: Drive Crime. Ein interaktiver Hörspiel-Krimi. Ideengeber Carl Behmer: "Wenn ich mit meinem Auto sprechen kann, weil das Sprachverständnis so gut ist. Und dann kam die Überlegung, vielleicht spreche ich gar nicht mit meinem Auto, sondern mit virtuellen Figuren und was kann ich mit denen Unterhalten und dann kam relativ schnell der Gedanke: Krimi."

    Sprachassistenten gehören die Zukunft

    Interaktion gepaart mit Sprachsteuerung, das könnte die Zukunft von Audio werden. Sogar die altehrwürdige BBC brachte jetzt einen eigenen Sprachassistenten auf den Markt. Beep heißt er und soll mit den Hörern interagieren. Man will weg von der Abhängigkeit von Alexa, Siri und Co. Viele Experten sagen der Künstlichen Intelligenz und der Sprachsteuerung eine rosige Zukunft im Audiomarkt voraus.

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